Text-Bild-Ansicht Band 284

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Froste und dem Wasser ausgesetzt, ohne Risse und ohne Gewichtsverlust zu erleiden.

Gegen Feuchtigkeit verhalten sich die Schlackenziegel sehr günstig. Sie nehmen nur wenig Wasser auf, wie nachstehende Tabelle zeigen wird:

Das Gewicht der Probestücke Die Wasseraufnahme

beim
Eintreffen
25 Stunden auf
heissen Eisen-
platten
getrocknet

12

100

125

für 1 Versuchs-
stück

für 1 k Probe-
gewicht

in Procent des Gewichtes
Stunden im Wasser gelegen nach 125 Stunden nach 12 Stunden nach 125 Stund.
4,033 3,598 4,019 4,041 4,041
Die Wasserauf-
nahme beträgt
somit:


0,421


0,443


0,443


0,443


0,124


11,7


12,4

Ziegel, welche nur eine Woche lang an der Luft gelagert waren, wurden in Wasser gebracht. In dieser kurzen Zeit waren die Ziegel genügend erhärtet, um der Einwirkung des Wassers Widerstand zu leisten, welcher Umstand sie für Wasserbauten besonders geeignet erscheinen lässt.

Gegen hohe Temperaturen sind die Schlackenziegel allerdings empfindlich, doch vertragen sie ohne Schaden noch eine Temperatur der Essengase von 250 bis 300° C.

Das Mauerwerk aus Schlackenziegeln – als Mörtel wird ein Gemenge von Schlackensand und Kalk verwendet – trocknet schnell und bietet ausserdem für den Bewohner den Vortheil, dass Nägel, in die Wand eingetrieben, überall gut halten. Ein Geruch nach Schwefelwasserstoff ist nicht zu befürchten.

Der Verkaufspreis ist sehr gering und stellte sich im Werke auf 9 bis 10 fl. ö. W. für 1000 Stück Ziegel. Im Sommer 1890 wurden in Schwechat über eine Million Stück Schlackenziegel hergestellt; die Verwendung derselben nimmt an Ausdehnung immer mehr zu; so sind im Eisenwerke Schwechat, sowie im Neuberger Revier zahlreiche Bauten aus Schlackenziegeln hergestellt und es sind dieselben als ausschliessliches Baumaterial für die Bauwerke der Bahnlinie Eisenerz-Vordernberg in Aussicht genommen.

Metallic-Pflaster.

Dieses unter dem Namen Wilkes Metallic- oder Metall-Pflaster in England und Belgien seit einiger Zeit mit Erfolg verwendete Pflaster wird aus einem Gemisch von gekörnter Grau- oder Weisseisenschlacke mit Portlandcement und Wasser hergestellt. Der beim Brechen von Strassenschotter abfallende Rieselschotter oder Rieselsand ist nach Entfernung des Staubes durch Waschen vorzüglich dafür geeignet.

Auf einer Plattform von mindestens 16 qm werden 2 Vol.-Th. Rieselschotter, 1 Vol.-Th. Rieselsand und 1 Vol.-Th. Portlandcement trocken durch einander geschaufelt und dann mit Wasser, dem (zur Verzögerung allzu schnellen Abbindens) etwas Natrium- und Ammoniumcarbonat (auf je 100 l Wasser ¼ k Soda und 1/10 k kohlensaures Ammon) zugesetzt wird, befeuchtet, bis sich ein dicker Brei gebildet hat.

Dieses Gemenge wird nun in Quadraten von 2 bis höchstens 3 m Seitenlänge auf die gestampfte und geebnete Unterlage in einer Dicke von 90 bis 100 mm aufgetragen, mittels einer Abstrichplatte ausgestrichen und nach Beginn des Abbindens mit Glätteisen weiter bearbeitet.

Zweckmässig ist es, in die Stossfugen der an einander grenzenden Platten elastische Stoffe, wie Holzspäne, Streifen von Dachpappe u. dgl., zu bringen, um bei bedeutenden Temperaturschwankungen der Rissebildung vorzubeugen. Das Pflaster erhärtet sehr rasch und kann wenige Stunden nach seiner Herstellung begangen und befahren werden.

In Wien, Brunn und Troppau wurden 1890 mehr als 16000 qm Strassen und Gehwege mit diesem Pflaster belegt, der Preis desselben ist gering (etwa 1 bis 2 fl. ö. W. für 1 qm). Bisher hat sich dasselbe gut bewährt.

Will man kleinere Platten aus diesem Material erzeugen, so ist die Operation die gleiche, nur mit dem Unterschiede, dass man die fertigen Platten nach erfolgter Erhärtung in ein Wasserglasbad setzt, sie darin 2 bis 3 Tage liegen lässt und erst dann auf den Lagerplatz schafft. Das Bad wird durch Auflösen von 3,2 l Natronwasserglas in 3 cbm Wasser gewonnen.

Mit derartigen Platten kann bei strenger Winterkälte gepflastert werden. Als vortheilhaft sind erfahrungsgemäss folgende Dimensionen festgestellt worden: für Trottoirs 25 bis 30 mm, für Trottoirrand- und Rinnensteine 150 mm, für Pflasterungen von Strassen 80 bis 100 mm Dicke.

Strassenbeschotterung.

Die Verwendung der Schlacke für Strassenbeschotterung ist ziemlich alt und manche Hütten haben bedeutende Mengen Schlacke für diesen Zweck nutzbar gemacht. Immerhin kann diese Verwendungsart nur örtliche Bedeutung haben und bleibt für grössere Entfernungen nur dann von Werth, wenn kein anderes Beschotterungsmaterial in der Nähe sich findet. Ein Nachtheil derartig beschotterter Strassen ist der, dass sie bei starkem Gebrauche mit schweren Fuhrwerken zur Staubbildung neigen.

Die Schlacke von Graueisen wird, um sie compact zu erhalten, in Formen gegossen und darin langsam erkalten gelassen. Erfolgt die Erkaltung in einem Sandbette, so geht die glasige, spröde, sonst nicht verwendbare Schlacke in eine steinartige, brauchbare Schlacke über. Brechmaschinen zerkleinern diese Stücke dann auf die Schottergrösse von 2 bis 3 cc.

Die Leistungsfähigkeit eines Schlackenbrechers von 3 bis 4 stellt sich in einem Monat – alle Stillstände wegen Reparaturen eingerechnet – auf 400 bis 500 cbm Schotter.

Das Eisenwerk Schwechat hat mehrere Strassen in der Umgebung von Wien mit Schotter versehen und gelegentlich der Erweiterung des Centralfriedhofes bei Wien 24368 cbm Schlacke als Haldenschlacke und groben Schotter abgesetzt.

Schlackenwürfel.

Schlackenwürfel können in beliebiger Grösse hergestellt werden. Man giesst dieselben in Formen, die in folgender