Text-Bild-Ansicht Band 284

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Weise angeordnet werden: Auf drei wagerecht gelegten Eisenbahnschienen a (Fig. 3) werden Rohschienen b in Abständen von 16 bis 20 mm gelegt in der Weise, dass die Schlitze s frei bleiben. Starke Winkel c werden auf die Rohschienen derart aufgestellt, dass würfelartige Räume gebildet werden. Auf diese Winkel wird eine zweite Lage von Rohschienen d in denselben Abständen gelegt, darauf die zweite Lage von Winkeln e gestellt und diese mit einer dritten Lage von Rohschienen f überdeckt.

Textabbildung Bd. 284, S. 236
Das so hergestellte Formgerüst wird mit einem Sanddamm g umgeben, der das Formgerüst etwas überragt und vorn tümpelartig ausgeweitet ist, welche Erweiterung als Einlauf dient. Die flüssige Schlacke steigt von unten durch die Schlitze in die Formen, füllt diese aus und bildet schliesslich oben eine 10 cm dicke Decke, die die innere Schlackenmasse vor allzu schneller Abkühlung schützt. Nach 12 Stunden Abkühlung kann man mit dem Ausheben der Schlackenziegel beginnen.

In Schwechat wurde 1889 ein Trottoir aus solchen Schlackenwürfeln hergestellt, das sich bis heute recht gut erhalten hat. (Vgl. über „in Blöcken gegossene Schlacke“ 1891 279 22.)

Eine andere Verwerthung findet die Hochofenschlacke im Gusswerke Mariazell. Sie wird daselbst im granulirten Zustande mit fettem Sand gemischt als Formsand für Giessereizwecke angewendet. Da in der dortigen Gegend ein passender Formsand gänzlich fehlt, so ist diese Verwendungsart entschieden nutzbringend zu nennen. In anderen Hütten, z.B. im Zöptauer Eisenwerk, wird die heisse Schlacke dazu benutzt, die aus Sand hergestellten Gussformen zu trocknen, womit eine nicht unbedeutende Ersparniss an Brennmaterial verbunden ist.

Die Analysen einiger Hochofenschlacken sind von Paulovich in folgender Tabelle zusammengestellt:

Analysen von Hochofenschlacken.


Name des Hochofens

SiO2

Al2O3

MgO

CaO

MnO

FeO
K2O
Na2O

CaS
Silici-
rungs-
grad

Von Roheisen

Anmerkung
Schwechat 35,7
33,25
16,31
12,17
18,67
12,93
24,75
31,26
2,75
4,91
1,27
0,95

1,13
1,98
0,83
0,82
Weisseisen
Graueisen
Koksbetrieb
Vordernberg 44,67 20,48 2,4 24,98 6,52 0,9 0,05 1,23 Weisseisen Holzkohlenbetrieb
Neuberg 40,95
43,7
8,7
10,4
16,32
13,17
30,35
23,54
2,18
5,10
0,6
0,13
0,32
2,22

1,24
1,1
1,3
Graueisen
Weisseisen

Hieflau 39,25
48,75
12,85
8,11
14,76
9,78
8,22
5,65
22,14
22,73
2,01
3,76


1,06
1,7
Spiegeleisen
Weisseisen


Georgs-Marienhütte

33,6

11,2

8,99

27,02

10,98

0,97
2,42
Bas
4,04


0,9

Graueisen

Koksbetrieb

Osnabrück

30,65

9,18

7,58

40,25

2,97

1,51
2,22
Bas
5,24


0,8

Spiegeleisen

Saarbrücken 38,2 14,9 1,5 47,1 0,97 Weisseisen

Einen historischen Ueberblick über die Einführung seiner Schlackenform in Deutschland gibt Fritz W. Lürmann in Stahl und Eisen, 1891 S. 553. Der sehr lesenswerthe Artikel erläutert in Wort und Zeichnung die verschiedenen Uebergangsformen, welche zur Einführung des Hochofens mit geschlossener Brust für Koksbetrieb geführt haben, und schildert gleichzeitig die verschiedenen Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten, mit denen ein Erfinder oft bei Einführung und finanzieller Verwerthung einer bereits erprobten, brauchbaren Erfindung zu kämpfen hat.

Vorrichtung zum schnellen Kühlen von Schlacke von William Turnau in Middlesborough on Tees (Englisches Patent Nr. 17053 vom 25. October 1890).

Ununterbrochen wirkende Vorrichtung zum Abkühlen von flüssiger Schlacke und zum Verladen der erstarrten Schlackenblöcke von Friedrich Wilhelm Lührmann in Düsseldorf (D. R. P. Kl. 40 Nr. 56386 vom 13. September 1890). – In einer auf Rollen ruhenden, um eine Horizontalachse drehbaren Trommel sind die Schlackenformen, eine neben der anderen, derart angeordnet, dass sie die Innenwandung der Trommel ausfüllen. Die unteren Formen tauchen in einen Wasserbehälter, die oberen werden durch Brausewasser gekühlt. Die Entleerung der Formen geschieht durch Drehung der Trommel, wobei die gekühlten Schlackenblöcke aus den Formen fallen.

Schlackenhaldewagen von John M. Hartmann in Philadelphia (Amerikanisches Patent Nr. 443574).

Einrichtung zum Fortschaffen der Schlacke aus der Nähe der Oefen von William Handon in Middlesborough on Tees, England (Amerikanisches Patent Nr. 447683). Eine endlose Kette führt die Kasten, welche zur Aufnahme der Schlacke bestimmt sind, auf einem Theile ihres Weges durch Wasserbehälter dem Schlackenwagen zu.

Constantin Bochkoltz beschreibt einen Schlackentransportwagen (D. R. P. Kl. 20 Nr. 55086 vom 22. März 1890), bei welchem die noch flüssige Schlacke durch einen mit einer Thür verschlossenen Abstich bis auf den letzten Rest