Text-Bild-Ansicht Band 284

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aller Art construirt, welcher mit einem Vorwärmer ausgestattet ist, durch den die Flotte bei ihrem Kreislaufe hindurchgeht. Der genannte Kessel ist Gegenstand der D. R. P. Kl. 8 Nr. 42933 vom 4. October 1887 und Nr. 44985 vom 15. April 1888. Die besondere Einrichtung desselben ist, soweit sie nicht schon durch den Bericht über das erstgenannte Patent in D. p. J. 1888 268 558 einer Besprechung unterzogen wurde, die folgende:

Textabbildung Bd. 284, S. 293
Textabbildung Bd. 284, S. 293
Unter b ist der durch vier Schrauben f auf und nieder bewegbare feststehende Deckel dargestellt (Fig. 114, 115), die Schrauben f sind in einer im Boden eingelassenen Platte P befestigt und es erfolgt die Auf- und Niederbewegung des Deckels durch Schnecke S mit Schneckenrad R mit offenen und geschränkten Kiemen. Der Kessel h ist mit dem Boden C dicht verbunden und wird bei Entleerung oder Füllung mit diesem mittels der Räder T heraus- oder hineingefahren; die Abdichtung an dem nach dem Vorwärmer d führenden Rohre kann entweder mittels schiefer Fläche, wie gezeichnet, erfolgen, oder der Stutzen des Kessels wird mit einer Verschraubung versehen, welche jedesmal mit dem Rohre j verbunden oder gelöst wird, oder endlich kann die Verbindung durch einen starken Gummischlauch geschehen.

Die durch den Füllstoff gedrungene Flüssigkeit wird mittels der Pumpe V vom Boden C durch das Rohr j und den Vorwärmer d angesaugt und die Pumpe V drückt dann die Flüssigkeit durch den Nachwärmer K und das Rohr lwieder in den Kessel zurück, wo dieselbe durch eine kleine Vertheilungsturbine breitgespritzt wird, um den Kreislauf wieder zu beginnen.

In Folge der Verbindung des Bodens mit dem Kessel wird die Handhabung des Apparates eine einfachere, weil nur der Deckel auf demselben befestigt zu werden braucht.

Friedrich Kornfeld in Prag schliesst bei seinem Apparat zum Färben, Bleichen, Waschen u.s.w. von Garnen in aufgewickeltem Zustande jeden Garnwickel in eine eigenartig zusammengesetzte Hülse ein, welche die Flotte an einem freien Durchfluss durch die letztere hindert, aber zu einem völligen Durchdringen des Garnwickels veranlasst.

Textabbildung Bd. 284, S. 293
Ein beliebig gestaltetes Gefäss G (Fig. 116) ist mit einem Doppelboden B B1 versehen, in welchen durch Rohr R die Farbflüssigkeit unter Druck eingeführt (oder abgesaugt) wird. Der innere Boden B ist mit einer Anzahl Oeffnungen versehen, in welchen nach einwärts (in das Gefäss G) reichende konische Röhrchen rrr... festgemacht sind, und auf diese Röhrchen werden Hülsen H aufgesteckt, in welchen sich die zu färbenden Garnkörper C befinden. Die Hülsen H gehen oben in einen durchbohrten Konus über, welcher den oberen Deckel D des Gefässes durchdringt, über welchem Deckel der äussere Deckel D1 befestigt ist, so dass ein Zwischenraum Z bleibt, aus welchem ein Abflussrohr R1 abzweigt. Wird durch R oder R1 unter Druck eine Flotte in das Gefäss eingeführt oder bei R bezieh. R1 abgesaugt, so durchdringt die Flüssigkeit die in den Hülsen steckenden Kötzer und färbt sie. Den Lauf der Flotte deuten die Pfeile an, doch könnten dieselben auch umgekehrt stehen.

Nun hat aber die Erfahrung gelehrt, dass, wenn die Kötzer einfach in Hülsen stecken, das Garn sich nicht in seiner ganzen Wickelung gleichmässig färbt, es blieben insbesondere im mittleren und oberen Theil schwächer gefärbte Partien, was nur davon herrühren konnte, dass die Farbflüssigkeit bei dichter gewickelten Partien des Kötzers nicht genügend Zeit fand, alle Wickelungen des Garnes zu durchdringen und bei ihrem raschen Durchflusse durch die Hülse zu einzelnen Wickelungen gar nicht gelangte.

Diesem Uebelstande abzuhelfen bezieh. die Farbflüssigkeit zu zwingen, alle Partien des Kötzers zu durchströmen und eine egale Färbung desselben zu ergeben, ist der Zweck des Kornfeld'schen Apparates. Derselbe ist mit eigenthümlich construirten Hülsen ausgestattet, welche der Flüssigkeit bei ihrem Durchströmen Hindernisse in den Weg legen, so dass sie genöthigt wird, in einzelnen Theilen der Hülse sich zu stauen und mit Ueberwindung der