Text-Bild-Ansicht Band 285

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über eine Rolle o läuft und das Gewicht b trägt, vermöge welcher Anordnung s für gewöhnlich in einer bestimmten Lage festgehalten bleibt. Der nach aufwärts gekehrte, an die Scheibe s angedrehte Rand r ist gezahnt und liegt einer gleich grossen, ebenso gezahnten Scheibe r1 gegenüber, welche sich mit y, y1 dreht, zugleich aber leicht in einer Führung längs der Achse y, y1 auf und nieder bewegt werden kann. Im Falle sie so weit nach abwärts gelangt, dass ihre Zähne jene von r fassen, wird hierdurch die Scheibe S aus der vorbezeichneten durch das Gewicht b bewirkten Ruhestellung gebracht, an y, y1 gekuppelt und wie diese Achse in Umdrehung versetzt. Unter normalen Verhältnissen kann jedoch eine solche Kuppelung nicht erfolgen, weil das Scheibchen r1 durch einen in ihre Nabe eingreifenden Arm m (Fig. 124) hochgehalten wird, solange der um x2 drehbare, mit dem Ausgleichgewichte q1 versehene Hebel m, m1, m2 durch einen bei t aus dem Arme c2 seitlich vorstehenden Stift, auf dem der Arm m ruht, verhindert ist, niederzukippen.

Textabbildung Bd. 285, S. 243

Der Arm c2 sitzt gleichwie c1, c3, c4 und c5 fest auf der Drehachse x1 und obwohl dieses ganze System vermöge seiner Schwere sich nach links zu drehen bestrebt, kann es diesem Bestreben doch nicht folgen, solange die an dem Arm c1 befindliche Nase n auf dem äusseren Rande der Scheibe S läuft. Hat sich jedoch S so weit gedreht, dass n in den Scheibeneinschnitt q einfallen kann, dann hört die eben besprochene Hemmung an allen Stellen auf. Der geschilderte Vorgang tritt jedoch täglich nur einmal ein, da die von der Achse kk1 durch Vermittelung einer angemessenen Zahnradübersetzung angetriebene Scheibe S sich innerhalb 24 Stunden einmal umdreht. Auch ist die Lage der Falle q so gewählt, dass n erst wenige Minuten vor dem Zeitpunkte, in welchem das telegraphische Uhrzeichen einlangen soll, einfallen kann. Sobald dies geschieht, wird weiter auch der Arm c3 nach links ausweichen und die in einem Schlitze des Ankerhebels A leicht bewegliche, durch eine Feder nach links gedrückte Schieberstange a1 kann mit ihrem gabelförmigen Ende in den in die Nabe u des Scheibchens r1 eingedrehten Hals eintreten, weil der seitlich aus a1 vorstehende Stift t1 nicht mehr von c3 festgehalten ist. Der um x3 drehbare Hebel A trägt am rechtseitigen Arm den aus weichem Eisen hergestellten Anker a und wird in gewöhnlicher Weise einerseits vom Elektromagneten M, andererseits von der Abreissfeder F1 beeinflusst. Wenn während der nunmehrigen Stellung der Schieberstange a1 der Elektromagnet M durch ein telegraphisches Spiel auf der Morseleitung in Thätigkeit geräth, so werden sich die Bewegungen des Ankers auf die Scheibe r1 verpflanzen, denn diese wird durch a1 auf der Achse y, y1 auf und nieder geschoben; jeder Punkt oder Strich wird die Kuppelung der Scheiben r und r1 und jede darauf folgende Pause wieder die Lösung der bestandenen Kuppelung mit sich bringen, die mit r verbundene Auslösescheibe s geräth also in Umdrehung, sobald und solange der Anker a von M angezogen ist, und wird nach jeder Lösung der Kuppelung innner wieder durch das Gewicht b in die Normallage zurückgebracht. Auf der Scheibe s ist eine etwa die Hälfte des Umfanges derselben einnehmende schiefe Ebene, eine Art halber Schraubengang i angebracht, der bei der Umdrehung von s unter die an dem Hebelarme H1 seitlich angebrachte Rolle R (Fig. 123 und 124) hineinläuft und R successive hebt bezieh. das um x drehbare Hebelsystem H1, H2 H3 nach links (Fig. 124) bewegt. Ist jedoch, wie beim Telegraphiren oder ebensowohl beim Anrufe für das Zeitzeichen