Text-Bild-Ansicht Band 285

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und r3 laufende, vom Gregengewichte g straffgehaltene Schwimmerkette die Kettenrolle r stets mitnimmt und letztere auf der Schraubenspindel festsitzt. Auf y1, y2 bewegt sich leicht eine Mutter M, welche den Knickhebel H trägt, dessen zweiter Theil in einer Führung auf der Leitstange ab gleitet. Im Knie des Hebels ist ein Federncontact angebracht. Bei den Drehungen der Spindel y1 y2 wird, je nach der Umdrehungsrichtung, die Mutter M sammt dem Contacthebel H von rückwärts nach vorn oder von vorn nach rückwärts bewegt. Es sind nun die Maasse der einzelnen Theile so gewählt, dass M bezieh. H bei den Wasserständen von 1, 2, 3, 4.... Zwanzigstel des Gesammtabstandes zwischen dem höchsten und niedersten Wasserstande, sich über jener Stelle der Trommel R3 befinden, bei welcher während einer vollen Umdrehung von R3 1, 2, 3, 4.... Stäbe unter H passiren. Jeder dieser Stäbe hebt, sobald er den höchsten Punkt der Trommel erreicht, einen von H nach abwärts reichenden Daumen und schliesst dadurch die Signalleitung L (Fig. 129) zur Erde E1. Der im Schliessungskreise entstehende Strom macht den am Empfangsorte eingeschalteten Zeichenapparat, z.B. ein Telephon, einen Wecker, Morseschreiber, Morseklopfer, Registrirer o. dgl., übereinstimmend 1-, 2-, 3-, 4-.... mal thätig; nur zur besseren Unterscheidung sind das erste Zeichen – niedrigster Wasserstand – und das letzte Zeichen – höchster Wasserstand – etwas abweichend und auffälliger gestaltet, indem die betreffenden Hebestäbe, nämlich der erste und der letzte (vgl. Nebenzeichnung in Fig. 129), eine grössere Breite besitzen als die anderen. Diese den jeweiligen Wasserstand angebenden Zeichen wiederholen sich regelmässig bei jeder Umdrehung der Walze R3, d. i. beiläufig alle 15 Secunden. Will man die Zeichen nicht immerwährend, sondern bloss nach Erforderniss zeitweilig geben lassen, so bedarf es natürlich nur der Einfügung irgend einer gewöhnlichen Schaltvorrichtung. In Frankfurt war die Sesemann'sche Wasserstandscontrolanlage gleichzeitig als Telephonlinie eingerichtet, wie es Fig. 129 zeigt. Die Zeichen werden durch Ertönen des Weckers gegeben; wird jedoch das Hörtelephon F2 von der Beobachtungsstelle abgehoben, so machen sich die Signale im Telephon durch Knacken vernehmbar. Da die Differenz des Wasserstandes mit 2 m angenommen war, entsprach jeder kurze Weckerton einem Decimeter Wasserhöhe, also z.B. 15, 9 oder 2 rasch auf einander folgende Weckerschläge bedeuten, dass das Wasser im Behälter 1,5, 0,9 oder 0,2 m hoch steht. Das Signal „Voll“ wurde mit 19 kurzen und einem langen Weckerzeichen und das Signal „Leer“ durch ein einmaliges längeres Läuten dargestellt. Die beiden Telephonsätze sind ganz gewöhnlich eingerichtet, nur die Anruftaster werden ungleich geschaltet, d.h. der Anruftaster T der Beobachtungsstelle ist ein Unterbrechungstaster, jener beim Telephon nächst des Wasserbehälters ein Schliessungstaster. Zum Betriebe der ganzen Anlage ist nur eine Leitung und eine Batterie erforderlich. Controlanlagen gleicher Einrichtung sind in mehreren Wasserstationen des Directionsbezirkes Erfurt mit bestem Erfolge im Betriebe.

Textabbildung Bd. 285, S. 247
Textabbildung Bd. 285, S. 247
Siemens und Halske in Berlin hatten in der Eisenbahnhalle eine Einrichtung zur Anschauung gebracht, bei welcher die jeweilige Wasserhöhe bezieh. die Zu- oder Abnahme der Wasserhöhe von 5 zu 5 cm mittels eines Zeigers, der vor einer angemessen beschriebenen Theilscheibe läuft, signalisirt und überdem der höchste wie der niederste Stand des Wassers durch das Ertönen eines Alarmweckers angezeigt wird. Zum Betriebe dieser Controlanlage dienen allerdings zwei Leitungen, allein die Anordnung der Contactvorrichtung beim Wasserbehälter, gleichwie die des Zeichenapparates ist dagegen um so einfacher. Die Construction des letzteren beruht auf den in Fig. 131 erläuterten Vorbedingungen. Ein zwischen zwei Elektromagneten M1 und M2 auf einer Drehachse excentrisch angebrachter Anker a aus weichem Eisen fällt vermöge seines Eigengewichtes in die Lage I und beharrt in dieser Lage, wenn weder über M1 noch über M2 ein Strom läuft. Würde ein in der Linie L1 entstandener Strom nunmehr M1 thätig machen, so gewinnt a zufolge der Anziehung die Stellung II; hört der Strom in L1 wieder auf und wird dafür ein solcher in L2 wirksam, dann gelangt a in die Stellung III, und tritt nun schliesslich wieder in beiden Linien die Unterbrechung ein, so fällt a endlich wieder in die Lage I zurück. Es ist ersichtlich, dass der Anker a sich stets im gleichen Sinne weiter bewegen muss, solange die besagten Strom zustände in den Linien L1 und L2 sich in gleicher Reihenfolge wiederholen, und dass aus denselben Gründen und in gleicher Weise ein Zurückdrehen und Rückwärtsgehen der Ankerachse stattfinden wird, wenn sich die Reihenfolge der Stromphasen umkehrt. Diese Drehung der Ankerachse lässt sich durch ein Räderwerk oder, wie es bei der in Betracht genommenen Anordnung der Fall ist, mittels einer Schraube ohne Ende auf einen Zeiger übertragen, der vor einem entsprechend getheilten