Text-Bild-Ansicht Band 285

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Zifferblatte läuft. Um die gewünschten Zeigerbewegungen hervorzurufen, bedarf es ausser der Batterie noch einer geeigneten Contactvorrichtung, welche beim Steigen und Fallen des Wassers im Behälter die nöthigen Stromgebungen in richtiger gleichmässiger Reihenfolge bewirkt. Es sind zu dem Ende an einem 150 mm hohen, 75 mm tiefen und 325 mm breiten Metallkästchen zwei Kettenrollen R und R1 (Fig. 132) angebracht, über welche die den Schwimmer S und das Gegengewicht G tragende Kette gelegt ist. Auf der Achse der Rolle R sitzt, im Innenraume des Kästchens, ein Contactarm v, und eben daselbst sind die zwei mit der Leitung L1 bezieh. L2 verbundenen Contactspangen l1 und l2 vom Kästchen isolirt und so angebracht, dass der Arm v, wenn er an l und l2 vorübergeht, je nach der Bewegungsrichtung mit l1 oder l2 in metallischen Contact gelangt und dass ferner, sobald dieser Contact beim Weitergehen von v wieder aufhört, unmittelbar jener mit der anderen Spange dafür eintritt.

Textabbildung Bd. 285, S. 248

Vor bezieh. hinter diesen beiden Schliessungen ergibt sich jederzeit eine Unterbrechung, die so lange währt, als v leer läuft, d.h. solange sich v auf dem äusseren Wege zwischen l1 und l2 befindet. Fällt das Wasser, so sinkt S und steigt G; in diesem Falle wird R mit v wie der Zeiger einer Uhr gedreht; beim Zunehmen des Wasserstandes nimmt hingegen B mit v den umgekehrten Weg. Wie aus der Zeichnung ohne weiteres hervorgeht, macht der bei der Berührung zwischen v und l1 entstehende Strom der Batterie B, welcher seinen Weg von einem Pole in die Erde E2 , nach E1 und in das Apparatgestelle C, ferner über v, l1, L1 , die Blitzplatte P, 1, M1, 3, 6, 7 zum zweiten Pole der Batterie zurückfindet, den Elektromagnet M1 thätig. Gelangt v mit l2 in Contact, dann wird B über E2, E1, v, l2, L2, M2, 3, 6, 7 geschlossen, demnach M2 erregt. Solange aber v weder l1 noch l2 berührt, ist natürlich keiner der beiden Elektromagnete M1 und M2 wirksam; damit sind die Erfordernisse für die unter II, III und I in Fig. 131 dargestellten Ankerlagen erfüllt und der Zeiger J des Zeichenapparates Z wird in der bereits besprochenen Weise sich bewegen und den Wasserstand auf der Theilung des Zifferblattes angeben. Nebstdem wird nach der in Fig. 132 angenommenen Schaltung jedesmal, wenn nach stattgehabter Unterbrechung wieder ein Batterieschluss eintritt, auch der Wecker W thätig werden und einen Glockenschlag geben. Um nun die Anzeige des höchsten und niedrigsten Wasserstandes durch das auffällige andauernde Läuten des Weckers zu vervollständigen, ist an der Contactvorrichtung C eine mit dem Körper, also mit der Erdleitung in metallischer Verbindung stehende, bei f festgeklemmte Contactfeder ff1 angebracht, welche der um x drehbare Hebel H, sobald derselbe aus der in Fig. 132 angedeuteten normalen Ruhelage gebracht wird, hochhebt, so dass das Federende f1 mit der Contactspange l2 in Berührung tritt. In einem solchen Falle ist sonach l2 ebenso zur Erde E2 angeschlossen, als wenn v mit l2 in Contact gelangt. Zum Heben des Hebels H, in dessen gabelförmig gestalteten Enden die Schwimmerkette läuft, sind auf der letzteren zwei Klemmen k1 und k2 so befestigt, dass die eine, k1 beim erreichten höchsten, die andere, k2 , bei eingetretenem tiefsten Wasserstande an das betreffende Gabelende gelangt und es hebt. Die Stelle, wo k1 und k2 an die Kette befestigt werden, hat übrigens nicht nur der Schwimmerlage bei den bezüglichen äussersten Wasserständen zu entsprechen, sondern muss überdem – worauf bei der Aufstellung Bedacht zu nehmen ist – so gewählt werden, dass der Contact f1 l2 stets nur in einem Zeitpunkte eintreten kann, wo auch die Linie L1 durch v an Erde gelegt ist. Die beiden Elektromagnete M1 und M2 haben nämlich jeder für sich einen Nebenanker a1 bezieh. a2 , der beim Thätigwerden seines Elektromagnetes den Contact c1 bezieh. c2 schliesst. Solange nur L1 oder nur L2 durch v geschlossen ist, bleiben die Contacte c1 und c2 völlig belanglos; wenn jedoch L1 durch v und L2 durch f1 gleichzeitig an Erde gelegt sind, was jedesmal nach Eintritt der äussersten Wasserstände der Fall sein wird, dann nimmt der Zeigeranker a des Zeichenapparates Z (Fig. 132) die in Fig. 131 unter IV ersichtlich gemachte Lage an, und nun sind beide Contacte c1 und c2 (Fig. 132) gleichzeitig geschlossen. In Folge letzteren Umstandes findet der Strom der Batterie B ausser dem früher besprochenen Wege noch einen zweiten, kürzeren, von 3 über c1, a1, a2, c2, 4, 5, Weckeranker, Ankercontact c3 und 7, sobald der Weckerelektromagnet wirksam und der Ankercontact c3 geschlossen worden ist. Die Klingel W wird demgemäss als Selbstausschalter arbeiten und so lange fortläuten, bis im Contactapparate C der Hebel H wieder aus der gehobenen Lage niedergeht und die Berührung zwischen f1 und l2 aufhört.

(Fortsetzung folgt.)

Ueber Wasserröhrenkessel1).

Mit Abbildungen.

In einem bemerkenswerthen Vortrage, gehalten in der Versammlung der Fachgruppe der Maschineningenieure am 10. Februar 1892, hat Inspector Fritz Krauss nach der Zeitschrift des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereins, 1892 Nr. 18, folgende Fragen erörtert:

1) Welches sind die Vortheile eines lebhaften Wasserumlaufes?

2) Wodurch wird der Umlauf hervorgerufen?

3) Was beeinflusst seine Richtung, was seine Lebhaftigkeit?

Die Vortheile eines lebhaften, alle Kesseltheile durchströmenden

1)

Nach einem der Redaction seitens des Herrn Verfassers freundlichst übersandten Sonderabdruck.