Text-Bild-Ansicht Band 281

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Eine andere Neuerung an Centrifugen für Zuckerfüllmasse u. dgl.

wurde im Deutschen Reiche vom 30. April 1890 ab für H. Andree (Nauen) unter Nr. 54165 patentirt.

Textabbildung Bd. 281, S. 43
Fig. 10 stellt einen senkrechten Schnitt der neuen Centrifuge dar.

a b c d ist die Centrifugentrommel. Dieselbe ist in der Mitte ausgebaucht. Die Wandung der Trommel ist umgelegt, nur in der Mitte, also auf der von dem Mittelpunkt am weitesten entfernten Stelle, ist eine Reihe Löcher e im ganzen Umfange der Wandung vorhanden. Unter und über diesem Lochkreis ist je ein Winkelring w y und x z angenietet, um ein Umherspritzen des ausgeschleuderten Syrups zu verhüten.

In die Centrifugentrommel sind senkrechte Stäbe f g eingenietet, welche auf der der Trommelwandung zugekehrten Seite mit Kerben h versehen sind. Auf dieses Gerippe von Stäben sind nun die Centrifugenstäbe gelagert.

Das in die Trommel eingehängte Rohr i k ist seitlich mit einem Schlitz versehen und dient zum gleichmässigen Vertheilen des Decksyrups auf die Zuckermasse.

Ist die Trommel mit eingemaischter Zuckermasse gefüllt und in Betrieb gesetzt, so wird der Syrup ausgeschleudert und gegen die Trommelwandung geworfen. Derselbe bewegt sich in Folge der conischen Form der Trommel in dem durch die Stäbe f g und dem Centrifugen- sieb gebildeten Hohlräume nach der Mitte zu und wird hier durch die Löcher e ausgeworfen. Die Einkerbungen h haben den Zweck, die Bewegung des Syrups zu erleichtern.

Nach dem Austritt aus der Trommel wird der Syrup gegen den Mantel l m n o geworfen und hier von einer Rinne p q, welche um den ganzen Mantel in Kreisform herumläuft, aufgenommen.

Die Rinne hat bei den Punkten p und q ihre tiefsten Stellen und steigt nach r und s hin an. Die Mantelwandung ist bei den Punkten p und q durchlocht, und es sind hierselbst zwei Rohre t u und n u angeschraubt, welche sich im Punkt n vereinigen. Die Fortsetzung des Rohres ist an eine kleine Pumpe angeschlossen, welche den Syrup durch das Einhängerohr i k auf die nächstfolgende Centrifuge drückt.

Patentanspruch:

Die nach der Mitte zu conische Form der Centrifugentrommel a b c d und die durch die Winkelringe w y und x z gebildete spaltförmige Auswurfsvorrichtung nebst Auffangerinne p q, sowie ferner die Anordnung eines grösseren Hohlraumes unter dem Centrifugensieb mit Hilfe eingekerbter aufgenieteter Stäbe f g.

Eine Einrichtung an Zuckercentrifugen zum systematischen Decken von Zuckermassen

wurde Fr. Demmin (Berlin) als Zusatz zum Patent Nr. 50412 vom 13. Februar 1889 (1890 278 331) unter Nr. 53408 im Deutschen Reiche vom 19. December 1889 ab patentirt.

Diese Erfindung bezieht sich auf Neuerungen in der Anordnung der Steuerungsvorrichtung bei der in Anspruch 1. des Hauptpatentes gekennzeichneten Einrichtung zum systematischen Decken von Zuckermassen, und zwar im Besonderen bei der Verwendung feststehend angeordneter Sammel- oder Wechselgefässe für diese Einrichtung.

Hierbei werden nämlich in den bei dieser Anordnung vorhandenen verschiedenen Rohrstutzen bezieh. Rohrverbindungen – im Besonderen in der für die Zuleitung der Decksyrupe zur Schleudertrommel dienenden Steuerungsvorrichtung – stets nicht unerhebliche Reste der jeweilig hin durch geleiteten Decksyrupezurückgehalten, welche alsdann sich mit den weiter folgenden reineren Decksyrupen vermischen, was bei den kleinen Mengen der zu je einer Schleuderung anzuwendenden Decksyrupe von verschiedener Reinheit vermieden werden muss. Zu diesem Zwecke wird die Steuerungsvorrichtung – besonders diejenige, durch welche die Zuleitung der Decksyrupe zur Schleudertrommel regulirt werden soll – nunmehr so angeordnet, dass mittels der Zuleitung selbst nach den einzelnen Kammern hin stets ein directer gerader Rohrstrang gebildet wird.

Textabbildung Bd. 281, S. 43
Die Steuerungsvorrichtung wird mit der Centrifuge Z (Fig. 11) und dem Sammelgefässe B so verbunden, dass der in letzterem aufgesammelte Decksyrup mittels Druckluft – für deren Zuführung das mit Hahn q versehene Druckluftrohr k dient – durch Rohr p hindurch der Schleudertrommel zugeführt und der aus der Centrifuge ablaufende Decksyrup, eventuell durch das Ablaufbecken o hindurch, demselben Sammelgefässe direct wieder zugeführt wird.

Die Steuerungsvorrichtung selbst (A, Fig. 12) besteht aus den neben einander, angeordneten, durch ein gemeinsames