Text-Bild-Ansicht Band 281

Bild:
<< vorherige Seite

Gesammteinrichtung für den Zu- wie für den Ablauf der Syrupe je eine besondere Steuerungsvorrichtung angeordnet sein kann. Werden mehrere Centrifugen mit einem Wechselgefässe für den ablaufenden, und einem zweiten für den in die Schleudertrommel zu befördernden Decksyrup verbunden, so schaltet man zwischen jeder Centrifuge und dem gemeinschaftlichen Wechselgefässe eine Steuerungsvorrichtung für den aus derselben ablaufenden, und eine andere für den in die Schleudertrommel zu befördernden Decksyrup ein.

Patentanspruch:

Bei der Verbindung feststehender Wechselgefässe mit Zuckercentrifugen zum systematischen Decken von Zuckermassen gemäss Anspruch 1. des Hauptpatentes eine Steuerungsvorrichtung, bestehend aus Hahnküken oder Schiebern an den das Wechselgefäss bildenden Kammern oder Sammelgefässen (bezieh. zwischen diesen und den Schleudertrommeln oder den Centrifugen eingeschaltet), welche Küken oder Schieber, verbunden für den zufliessenden oder den abfliessenden (oder gleichzeitig für den zufliessenden und den abfliessenden) Decksyrup, einen directen geraden Rohrstrang bilden.

In einer Versammlung von eingeladenen Zuckerrohrpflanzern Louisianas führte Dr. A. Morell seinen neuen Verdampfapparat „Cyclon“ vor. Nach dem Louisiana Planter ist der demselben zu Grunde liegende Gedanke (Journal des fabr. de sucre, 1891 Bd. 32 Nr. 5) folgender: Um jede Inversion von Zucker zu vermeiden, soll sehr schnell bei hoher Temperatur verdampft werden. Der Saft wird durch einen heissen Luftstrom in eine rasche Drehungsbewegung (cyclone) versetzt und mit Dampf erhitzt, welcher auf 800 bis 900° (? vielleicht Fahrenheit, was immer noch 300 bis 400° C. sein würde. S.) überhitzt ist. Die Verdampfung soll augenblicklich und ohne Inversion, sowie ohne jedes Mitreissen von Saft vor sich gehen.

Andererseits setzt W. Golding (ebendaselbst) seine Versuche mit dem neuen in La Frenière aufzustellenden Verdampfapparate fort und soll zu sehr befriedigenden Ergebnissen gelangt sein. Es wird dabei die Eigenschaft der heissen Luft, Dampf aufzunehmen und festzuhalten, dadurch benutzt, dass man den Saft in einer Reihe von Fällen herabfliessen lässt, während ein heisser Luftstrom durch die Flüssigkeit hindurch geleitet wird. Die Verdampfung soll eine sehr schnelle sein.

Bei der oben bezeichneten Versammlung wurde auch (ebendaselbst) die Aufmerksamkeit auf den neuen Diffusionsapparat von Boyer gelenkt. Es ist dies vielmehr ein Maischapparat in Gestalt eines in mehrere Kammern getheilten, mit Wasser gefüllten Kastens. In jeder Kammer dreht sich ein Schaufelrad, das Ganze ist zwischen zwei Rohrmühlen eingeschaltet. Die Bagasse von der ersten Mühle fällt in die Maische, geht durch die einzelnen Kammern und wird dann in der zweiten Mühle nachgepresst. Die Einrichtung soll sich namentlich für kleinere Fabriken eignen und nach den Analysen eine gute Entsaftung, ähnlich wie bei Diffusion ergeben.

Die Neubildung des Trust der amerikanischen Raffinadeure auf gesetzlicher Bahn ist Thatsache (ebendaselbst). Die Gesellschaft heisst jetzt The American Sugar Refining Company und ist mit einem Kapital von 25000000 Doll. Vorzugsactien begründet, welche 7 Proc., aber keine Dividenden geben. Dazu kommen 25000000 Doll. gewöhnliche Actien mit Anspruch auf Dividenden, sowie 10000000 Obligationen zu 6 Proc. Die Gesellschaft besitzt 13 thätige Raffinerien in den Staaten New Orleans, New Jersey, Massachussetts, Louisiana und Missouri, welche zusammen täglich 30000 Barrels Zucker herstellen können.

Sie sind im Stande, jährlich 1275000 t Zucker zu schmelzen; die Verarbeitung betrug 1888 987570 und 1889 863305 t. Man nimmt an, dass der freie Zucker, d.h. der nach dem neuen Tarif steuerfrei bleibende, den Fabriken volle Arbeit gestatten wird. Nimmt man den Gewinn zu 8/16 Cent aufs Pfund an, so berechnet sich derselbe wohl auf 7 Proc. aller Actien und Obligationen.

Ausser den 13 Raffinerien oben bezeichneter Gesellschaft arbeiten in den Vereinigten Staaten noch 8 andere mit jenen im Wettbewerbe.

Neue Methoden und Apparate für chemisch-technische Untersuchungen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 21 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Automatischer Apparat für Gasanalysen. Bei der Arbeit mit dem Orsat'schen Apparate macht sich die Langsamkeit der Absorption von Sauerstoff und Kohlenoxyd durch die Lösungen unangenehm bemerkbar, auch ist das öftere Auf- und Abbewegen der Druckflasche unbequem. Rodolfo Namias hat diesen Uebelständen dadurch abzuhelfen gesucht, dass er die Bewegung des in Berührung mit den Absorptionsflüssigkeiten befindlichen Gases automatisch bewirkt, und zwar erzeugt er die Bewegung des Gases durch ein Gefäss, das sich abwechselnd mit Wasser füllt und wieder leert.

Textabbildung Bd. 281, S. 45
Der Haupttheil des Apparates besteht aus dem Cylinder B (Durchmesser 5 bis 6 cm, Höhe 30 bis 35 cm), dessen untere Oeffnung durch einen mit zwei Oeffnungen versehenen Kautschukstopfen verschlossen ist; durch eines der Löcher geht die Röhre D, welche einen lichten Durchmesser von 5 bis 6 mm hat. Diese Röhre reicht bis dicht unter den oberen Cylinderrand und ragt unten aus dem Stopfen um einige Centimeter hervor.

Im Innern des Cylinders ist eine andere, oben geschlossene Röhre C von 2,5 bis 3 cm Durchmesser angebracht, welche aber nicht in Berührung mit dem das untere Ende des Cylinders B verschliessenden Stopfen kommen darf; zu diesem Zweck ist oben ein Kupferdraht angebracht, an dem die Röhre auf und ab gleiten kann. Der Wasserstrahl, welcher von A herunterfällt, fällt in