Text-Bild-Ansicht Band 281

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IV. Destillation und Rectification.

Der Ilges'sche Feinspritautomat für gesonderte Darstellung von Feinsprit und Fuselöl aus Maische (vgl. 1888 268 * 271). M. Hayduck veröffentlicht in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 13 S. 351, Versuche, welche er mit dem Ilges'schen Apparat in der Presshefefabrik von Giegold in Schwarzenbach a. d. Saale auszuführen Gelegenheit hatte. Die Versuche wurden mit Kornmaischen gemacht. Das Endresultat der drei Versuche zeigt nachfolgende Zusammenstellung, welche die Zeit angibt, die zur Entgeistung von 100 1 Maische erforderlich war, und zugleich die entsprechende Menge des in derselben Zeit durch Destillation gewonnenen Alkohols, des Kühlwassers, der Schlampe, des Lutterwassers und der verbrauchten Wärme:


Ver-
suchs-
reihe
Bei Entgeistung von 100 l Maische
Dauer der
Destillation
Minuten
Sprit
von 95,3 Vol.-
Proc.

Kühl-
wasser

Schlämpe

Lutter-
wasser

Wärme-
einheiten
k k k k
1 2,9 5,46 108,8 103,7 13,9 16976
2 2,8 5,22 98,7 105,8 12,8 16514
3 2,8 5,55 99,1 107,8 13,0 16863

Die mitgetheilten Versuchsresultate liefern den Beweis, dass die Leistungsfähigkeit des neuen Ilges'schen Feinspritautomaten auch in den zuletzt erörterten Beziehungen hinter derjenigen des älteren Universalmaischdestillirapparates nicht nur nicht zurücksteht, sondern dieselbe übertrifft. Der Verfasser fügt folgende Bemerkungen hinzu:

Alle Theile des Apparates zeichnen sich durch Einfachheit der Construction und durch Sicherheit in ihrer Wirkung aus. Der Apparat arbeitet vollkommen automatisch und bedarf, sobald er richtig in Gang gesetzt ist, während des Betriebes keiner Bedienung. Der Sprit, welcher mit dem Apparat gezogen wird, ist von vorzüglicher Beschaffenheit. Er wird mit dem Apparat, welchen Verfasser prüfte, mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt von 95,5 Vol.-Proc. gewonnen. Er besitzt ein schwaches, feines Aroma, lässt aber weder in concentrirtem, noch in verdünntem Zustande Fuselgeruch wahrnehmen. Zwei im Vereinslaboratorium untersuchte Proben mit 95,3 und 95,7 Vol.-Proc. Alkohol ergaben nach der Röse'schen Methode die gänzliche Abwesenheit von Fuselöl. (Referent kann dies nach eigener Untersuchung von zwei mit dem Apparat gewonnenen Spritproben bestätigen.) Bei Zusatz einer Lösung von Phenylendiamin entstand in dem Sprit keine Spur einer Aldehydreaction. Da Aldehyd ein wesentlicher Bestandtheil des Vorlaufs ist, lässt sich aus der Abwesenheit desselben in dem Destillat in Verbindung mit der Geruchsprobe und dem Resultat der Untersuchung nach Röse der Schluss ziehen, dass in dem mit dem Feinspritautomat gewonnenen Sprit auch die Vorlaufsproducte fehlten. Welcher Antheil hierbei der Wirkung des Destillirapparates zuzuschreiben ist, oder ob die verarbeiteten Maischen Vorlaufsbestandtheile überhaupt nicht enthielten, lässt sich vorläufig nicht entscheiden. Die Gewinnung eines Sprits von so feiner Qualität, unmittelbar aus der Maische, muss jedenfalls als ein glänzender Erfolg bezeichnet werden, und der Erfolg wird noch dadurch erhöht, dass das verunreinigende Nebenproduct, der Nachlauf, nicht beseitigt, sondern als werthvolles Fuselöl gleichzeitig gewonnen wird. Der Apparat in Schwarzenbach liefert das Fuselöl in concentrirtem Zustande; der Fusellauf enthielt durchschnittlich 75 Proc. reines Fuselöl.

Verfahren zur Trennung von Gemischen des Aethylalkohols und Wasser von Fuselöl und sonstigen in Spiritus enthaltenen Verunreinigungen von J. Traube und G. Bodländer in Hannover. (D. R. P. Nr. 53486 vom 6. December 1888, Zusatzpatent zu Nr. 41207 vom 20. Februar 1887; vgl. 1890 277 89.)

V. Schlämpe.

Schlämpe aus verdorbenem Mais. In Beantwortung einer Anfrage wird in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 13 S. 332, daraufhingewiesen, dass bei der Verfütterung von Schlampe aus verdorbenem Mais mit grosser Vorsicht zu verfahren ist, da viele ungünstige Beobachtungen darüber vorliegen. Da die Bakterien durch das Dämpfen getödtet werden, so ist die schädliche Wirkung solcher Schlampe wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass durch die Thätigkeit der Bakterien bereits in dem Maiskorn giftige Ptomaine, vielleicht auch Zersetzungsproducte des Fettes, entstanden sind, welche bei der Verarbeitung des Mais nicht zerstört werden, sondern in die Schlampe gelangen. – In einer zweiten Antwort auf dieselbe Frage, Seite 339, wird die Verfütterung für unbedenklich gehalten, solange die Stärke des Maiskornes noch nicht gelitten hat. – Referent möchte sich der ersteren Ansicht anschliessen und auch zur Vorsicht rathen.

Zur Fütterung wasserreicher Futtermittel, insbesondere der Schlämpe, bringt die Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 13 S. 375, einen Aufsatz, in welchem Mares die von Märcker bei Gelegenheit von Fütterungsversuchen mit Schlampe in der Praxis gemachten Beobachtungen (vgl. 1889 273 324) vom physiologischen Standpunkt beleuchtet und die günstige Wirkung, welche auch bei der Schlämpefütterung die vermehrte Zufuhr von verdaulichem Protein überall ergeben hatte, erklärt.

VI. Apparate.

Maisch- und Kühlmaschine von Ferdinand Wrede in Flensburg. (D. R. P. Nr. 52622 vom 21. November 1889.)

Maischebewegungsapparat mit Vorrichtung zum selbsthätigen Bewegen und Anhalten eines Rührwerkes für Maischgährbottiche von J. Granzow, Hecklingen. (D. R. P. Nr. 54706.) Der Apparat hat den Zweck, das Ueberfliessen der Maische zu verhindern, ohne dass eine besondere Controle hierzu nöthig ist.

Combinirter Maischebrenn- und Rectificirapparat von Alois J. Bondy in Gara Munteni, Rumänien. (D. R. P. Nr. 53443 vom 26. September 1889.)

Continuirlich wirkender Maischebrennapparat von A. Mayer jun. in Oldenburg.

Destillir- und Rectificationsapparat von Julius Frommel und Bogdan Hoff in Jarosslau, Galizien. (D. R. P. Nr. 53700 vom 3. Mai 1889.)

Gegenstromflüssigkeitskühler von Carl Janecke in Berlin. (D. R. P. Nr. 53564 vom 16. März 1890.)

Quellstock für Getreide von Eduard Schleifenheimer in Berka a. d. Ilm. (D. R. P. Nr. 53497 vom 21. Februar 1889.)

Apparat zur pneumatischen Mälzerei von Johannes Kuntze in Nordhausen. (D. R. P. Nr. 52960 vom 12. October 1889.)

Doppelschaufel für Malzwender von der Strassburger Maschinenfabrik vorm. G. Kolb in Strassburg i. E. (D. R. P. Nr. 53475 vom 1. December 1889.)