Text-Bild-Ansicht Band 281

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Verfahren zum Weichen von Gerste u. dgl. von Ferdinand Kleemann in Obertürkheini. (D. R. P. Nr. 54649 vom 2. Mai 1890.)

Verfahren und Apparat zum Trocknen von Rübenschnitzeln und anderen stückigen Stoffen von Büttner und Meyer in Uerdingen a. Rh. (D. R. P. Nr. 52578 vom 23. Juli 1889.)

Trockenapparat mit verschiedener Drehrichtung der Transportschaufeln von der Firma C. Marget und Co. in Zell, Wiesenthal. (D. R. P. Nr. 53824 vom 22. Januar 1890.)

Maschine zur Herstellung milchsäurehaltiger Würze von Ferdinand Wrede in Flensburg. (D. R. P. Nr. 53559 vom 3. Januar 1890.)

Maschine zur gleichzeitigen Erzeugung von Betriebskraft und Kälte von Carl Kortuem in Berlin. (D. R. P. Nr. 52825 vom 21. Januar 1889.)

Spundzieher von Franz Frenay in Mainz und Lorenz und Blöcher in Rüsselsheim a. M. (D. R. P. Nr. 53205 vom 29. September 1889.)

Apparat zum Ausziehen von Spunden aus Fässern von John Smith in London. (D. R. P. Nr. 52499 vom 31. Juli 1889.)

Kartoffelpflanzmaschine von Freiherr Fugen von Rheinbaben in Frankfurt a. M. (D. R. P. Nr. 52430 vom 22. December 1889.)

Spirituskochapparat von Emil Otto in Magdeburg. (D. R. P. Nr. 53038 vom 9. Februar 1890, Zusatzpatent zu Nr. 49510 vom 28. März 1889.)

Einen sehr zweckmässig eingerichteten Kornprüfer, welcher jedoch nicht zur Bestimmung des Hektolitergewichtes, sondern zum Schneiden der Körner zum Zweck der Beurtheilung der inneren Beschaffenheit des Kornes dient, hat P. Heinsdorf in Hannover construirt. Der Apparat unterscheidet sich von dem bekannten Grobecker'schen hauptsächlich dadurch, dass die die Schnittmuster tragende Platte herauszunehmen und durch eine andere zu ersetzen ist, so dass man eine beliebig grosse Anzahl Schnittmuster vergleichsweise prüfen kann.

(Fortsetzung folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Der grösste Dampfhammer.

Nach amerikanischen Berichten soll sich der grösste Dampfhammer der Welt in der Schmiede von Bethlehem (Vereinigte Staaten) belinden. Die Gewichte werden wie folgt angegeben. Chabotte 1400 t, Amboss 475 t, Hammer 125 t, im Ganzen 2000 t. Die Höhe soll 27 m, der Hub 5490 mm betragen.

H. Boardman's Wächter-Controluhr.

Nachträglich gehen uns über Boardman's Wächter-Controluhr noch folgende Mittheilungen zu (vgl. 1891 280 * 271):

Die Uhr ist geschützt durch das englische Patent Nr. 7720 vom 26. Mai 1888. Nach diesem ist das Papier für jeden Stromkreis und jede Nadel in vier neben einander liegende Streifen getheilt, die so beschrieben sind, dass in den Tagesstunden, wo der Wächter keinen Dienst hat, eine mit einer vorhergehenden oder folgenden Nacht beschriebene Stelle des in seiner Länge für wenigstens 36 Stunden ausreichenden Papiers unter der Nadel hingeht, zur rechten Zeit aber die auf einer Leiste sitzenden Elektromagnete und Nadeln um die Breite eines Streifens verschoben werden. So reicht dasselbe Papierblatt für 2 volle Wochen (von je 7 Nächten und 3 Tagen, nämlich: Sonnabend, Sonntag und Montag), wenn seine Länge einfach benutzt für 60 Stunden ausreicht. Ein geschlitzter Schirm wird dann so verschoben, dass man stets bloss die eben gültigen Streifen sehen kann. Bei einer anderen Anordnung fehlen im treibenden Rade an den den Tagesstunden entsprechenden Stellen die Zähne, so dass das Papier nur in den Nachtstunden bewegt wird.

Dewey's elektrisches Nieten.

Nach seinem amerikanischen Patent Nr. 432727 vom 24. April 1890 will M. W. Dewey in Syracuse, N. Y., zwischen die zu vernietenden Platten eine isolirende Zwischenlage bringen, die Nieten einstecken und dann durch Platten und Nieten einen so kräftig erhitzenden Strom senden, dass die Metalltheile sich verbinden. Nach Befinden sollen vor der Stromschliessung auf jeder Seite Metallblöcke in der Nähe der Niete aufgesetzt, natürlich aber gegen die Enden der Niete isolirt werden.

Wheeler's Stromleiter für elektrische Bahnen.

Textabbildung Bd. 281, S. 96
Zufolge der am 2 März 1889 eingereichten Anmeldung ist in Amerika unter Nr. 431092 an F. Wheeler in Meriden, Conn., ein Patent auf die aus der beigegebenen Abbildung ersichtliche Anordnung des Stromleiters für elektrische Bahnen ertheilt worden. Der den Strom zuführende Hauptleiter trägt eine isolirende bogenförmige Decke oder Schild; ferner hängen von diesem Leiter eine Reihe von Trägern herab, welche an ihren unteren Enden zwei Drähte oder auch bloss einen Draht für den Läufer oder Schlitten tragen. Im ersteren Falle besteht der Läufer aus zwei gabelförmigen, durch eine nachgiebige Verbindung vereinten und auf ihren oberen Enden Achsen mit Contactrollen tragenden Rahmen.

Bücher-Anzeigen.

Tabellarische Uebersicht der künstlichen organischen Farbstoffe von Gust. Schultz und Paul Julius. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Berlin. R. Gärtner's Verlag. 128 S. Geb.

Ueber die erste Auflage sagt unser Berichterstatter 1888 270 322: „Das Werk bildet das erste genaue, vollständige und zuverlässige Verzeichniss aller in den Handel gelangten künstlichen Farbstoffe und besitzt hohen Werth als Nachschlagebuch für jeden, der sich mit diesem Thema befasst.“ Die neue, von Schultz bearbeitete Auflage ist ergänzt und durch Hinzufügung neuer und Streichung einer Anzahl nicht in den Handel gekommener Farben verbessert.

Aimé Witz. La machine à vapeur. Paris, B. Baillière et fils. 324 S. Geb.

Das Werk bildet einen Band der „Bibliothèque des conaissances utiles“ und ist in allgemein verständlicher Darstellung geschrieben. Der Name des Verfassers wird unseren Lesern bekannt sein. (Vgl. 1891 280 11.)

Die Dampfmaschinen der Pariser Weltausstellung 1889. Von Fr. Freytag. Mit 89 Textabbildungen und 29 lith. Tafeln. Stuttgart, J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger. 128 S. Text.

Die seiner Zeit in Dingler's polyt. Journal veröffentlichten Berichte über die Dampfmaschinen der Pariser Weltausstellung erscheinen in dem vorstehend aufgeführten Werke in ergänzter und systematisch durchgearbeiteter Ausgabe, so dass die Darstellung nunmehr eine vollständige genannt werden kann, die, vom Eindrucke des Augenblicks befreit, alles Wesentliche der ausgestellten Dampfmaschinen enthält. Dass die Ausstellung für den Dampfmaschinenbau vieles Bemerkenswerthe enthielt, ist bekannt, und wenn auch wesentlich neue Maschinensysteme nicht geboten wurden, so waren wohldurchdachte Anordnungen der Einzeltheile in desto reicherer Zahl vorhanden. Ein hervorragendes Interesse boten die an den Maschinen für raschen Gang – wie sie jetzt in so grosser Zahl für die elektrische Beleuchtung verlangt werden – befindlichen Constructionen.

Der Text des Werkes ist so knapp gehalten, als dies eine durchsichtige Beschreibung nur gestattet. Die Maschinen wurden in drei Gruppen eingetheilt: 1) solche mit festen Excentern, 2) mit frei beweglichen Excentern, 3) mit kreisenden Steuerungsorganen. Innerhalb dieser Gruppen werden Maschinen mit einfacher, zweifacher und dreifacher Expansion unterschieden. Die Abbildungen – meist Constructionszeichnungen mit eingetragenen Hauptmaassen – sind so reichlich vorhanden und so ausführlich, dass das Werk jedem Dampfmaschineninteressenten und selbst dem Constructeur ein willkommenes Hilfsmittel sein wird. Die Tafeln haben Formatgrösse, so dass der Gebrauch des Werkes durchaus handlich ist.