Text-Bild-Ansicht Band 281

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welche an die Kuppelmuffe andrückt, so dass bei einer Kraftübertragung vom Querbaume aus die Kuppelmuffe mit der Welle w durch die Riemenscheibe r1 mitgenommen wird; bleibt aber der Göpel stehen, so lösen sich die Zähne der Zahnkuppelung von selbst aus, indem dieselben die Riemenscheibe r1 zurückdrücken, so dass die Welle w in gleicher Richtung sich weiter bewegen kann, ohne den Göpel mit fortzubewegen.

Textabbildung Bd. 281, S. 178
Die Kraftübertragung erfolgt bei diesem Göpel vom Quer bäume und dem Kasten k aus auf die damit fest verbundene Riemenscheibe R1, von da mittels eines Riemens über die Leitrolle l1 und halbverwendet nach der einen Leitrolle auf o, von da halbverwendet nach der Riemenscheibe r. Von der Scheibe r aus geht der Riemen über die zweite Leitrolle auf o und l3 zur Riemenscheibe R1 zurück, während von der Riemenscheibe r aus die Bewegung auf die damit fest verbundene Riemenscheibe R und von da mittels Riemen über die Leitrolle l nach der Riemenscheibe r1 und durch die Kuppelungen auf die Welle w und die Transmission übertragen wird. Der Riemen wird von r1 aus über die Leitrollen l5 nach der Riemenscheibe R zurückgeleitet. Auf diese Weise kann man eine sehr grosse Uebersetzung vom Langsamen ins Schnelle herstellen, ohne einen grossen Kraftverlust, wie dies durch die Reibung bei derartigen Uebersetzungen mittels Zahnräder der Fall ist, zu erhalten.

Bei dem in Fig. 3 dargestellten Göpel von C. F. P. Hübner in Götz bei Grosskreuz (* D. R. P. Nr. 54632 vom 17. Januar 1890) ist eine Vorrichtung angegeben, welche eine gleichmässige Zuganstrengung für die angespannten Thiere bewirkt.

Als Göpelwerk ist eines der gebräuchlichsten und einfachsten zur Darstellung gebracht. Auf dem oberen Ende der gelagerten Welle a ist das die Zugbäume B, B1, B2, B3 aufnehmende Gusskreuz b befestigt. Innerhalb des Gestelles trägt die Welle a das conische Getriebe.

Die Zugthiere sind an den Ortscheiten E, E1, E2, E3 angespannt, die wiederum gelenkig mit den an den Enden der Zugbäume B, B1 . . . drehbar angeordneten Winkelhebeln e, e1, e2, e3 vereint sind.

Die freien Enden dieser Winkelhebel e, e1 . . . sind nun in einer eigenartigen Weise mit einander verbunden, durch welche das angestrebte Ziel, der Kraftausgleich, erreicht wird.

Textabbildung Bd. 281, S. 178
Auf den Zugbäumen B, B1 . . . ruhend und um das Gusskreuz b ist ein Gelenkviereck angeordnet, dessen Seiten s, s1, s2, s3 mit von den freien Enden der Winkelhebel e, e1 . . . abgehenden Zugstangen in der Art gelenkig verbunden sind, dass je zwei an einander liegende Viereckseiten gelenkig an eine der Zugstangen angreifen. Die Verbindung dieser Viereckseiten mit den Zugstangen erfolgt vortheilhaft durch drei Ringe (Fig. 4), von denen der eine r in einem Auge der Zugstange liegt und die beiden anderen Ringe r1, r2 in sich aufnimmt, von denen jeder sich wiederum in dem Ende einer Viereckseite, z.B. s1 und s, bewegen kann. Die Zugstangen t, t1, t2, t3 sind ebenfalls gelenkig mit den Winkelhebeln e, e1, e2, e3 verbunden.

Wirken nun die Zugthiere mit gleicher Kraft an den Zugbäumen, so bildet das Gelenkviereck, wie es in Fig. 3 mit voll ausgezogenen Linien dargestellt ist, ein Quadrat. Dieses Viereck wird aber sofort verschoben, wenn auch nur eines der Zugthiere, z.B. das an dem Zugbaume B arbeitende, mit grösserer Kraft als die anderen Thiere zieht (s. punktirte Lage), und ist hierdurch sofort der geforderte Kraftausgleich wieder hergestellt. Durch die eigenartige Gelenkverbindung der Viereckseiten mit den Zugstangen kann sich das Viereck ganz genau, den verschiedenen Kraftbeanspruchungen an den einzelnen Zugbäumen entsprechend, einstellen.

Diese Neuerung lässt sich, an jedem vorhandenen Göpel mit Leichtigkeit anordnen.