Text-Bild-Ansicht Band 282

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Wells in Hopkinton, Staat Rhode Island, Nordamerika (D. R. P. Kl. 76 Nr. 28288. Fig. 2 bis 4), einer Arbeits- oder Wenderwalze, mittels eines rotirenden Complexes von Speiseapparaten verschiedenfarbige Faserpartien zugeführt, welche von dieser Walze auf das Vliess des Tambours übertragen werden. Die Menge der auf die Walze aufzubringenden Faserpartien kann beliebig geändert werden, so dass hierdurch die geflammten und gesprenkelten Farbentöne des Vliesses und der aus demselben hergestellten Bänder und Vorgespinnstfäden mehr oder weniger hervortreten.

Ueber der letzten Arbeitswalze B der Krempel befindet sich parallel mit dieser die Achse E, welche an den Enden Scheiben E1 trägt, die einen Satz von vier Bandspulen F aufnehmen, indem deren Zapfen in den Scheiben E1 gelagert sind; diese Spulen enthalten Bänder von verschiedenen Farben. Die Drehung der Welle E mit Scheiben E1 und Bandspulen F wird durch Scheibe a mittels Riemens a1 und der auf der Tambourachse A1 befindlichen Scheibe a2 bewirkt. Die gebremsten Bandsputen werden nur durch den Zug der sich abwickelnden Bänder umgedreht. In den Armen b der Scheiben E1 sind die vier Speisewalzen G gelagert, welche ihren Antrieb von einer lose auf Welle E sitzenden drehbaren Hülse H empfangen, die eine der Zahl der Speisewalzen entsprechende Anzahl Schnurscheiben c trägt. Von diesen werden durch gekreuzte Schnüre c2 die Speisewalzen G mittels der Schnurscheiben c1 getrieben. Die Hülse H besitzt am äusseren Ende die conische Riemenscheibe H1, welche durch den Riemen H3 von der nach der entgegengesetzten Richtung conischen Riemenscheibe H2, die auf der Tambourwelle A1 angebracht ist, Drehung erhält.

Textabbildung Bd. 282, S. 8
Durch die Spei se walzen G wird ein Theil der von den Backen d gehaltenen Spulenbänder in Gestalt von Fasern abgelöst, und wenn bei Drehung dieser Walzen G um die Welle E dieselben an der Arbeitswalze B vorbeistreichen, so geben sie die Faserpartien an die letztere ab, von welcher sie auf das auf dem Tambour A befindliche Vliess übertragen werden. Da die äusseren Durchmesser der conischen Riemenscheiben H1 und H2 den Durchmessern der Scheiben a und a2 entsprechen, so muss bei der Verschiebung des Riemens H3 in die äusserste Stellung nach links (Fig. 3) die Drehungsgeschwindigkeit der Hülse H gleich derjenigen der Welle E sein, es dreht sich dabei bei einer Drehung der Speisewalzen G um die gemeinsame Achse E für die bezeichnete Riemenstellung auch jede Walze nur einmal in entgegengesetzter Richtung wie die Welle E um ihre eigene Achse. In diesem Falle ist also die relative Bewegung der Speisewalze gegen ihre Spule gleich Null; es findet daher keine Abwickelung von farbigem Band statt und die Krempel liefert in üblicher Weise einfarbiges Vliess. Soll die Einrichtung in Thätigkeit treten, so wird der Riemen H3 in solcher Weise verschoben, dass die Hülse H schneller als die Welle E sich dreht, was eine Abwickelung der Bänder von den Spulen zur Folge hat. Nach dem Maasse der Verschiebung des Riemens H3 auf den conischen Riemenscheiben H1H2 richtet sich die Menge der dem Krempelvliess beizumischenden farbigen Faserpartien. Da die einzelnen Bandspulen ununterbrochen sowohl um ihre eigene, als auch mit den Speisewalzen um ihre gemeinsame Drehachse E rotiren, so nimmt die Arbeitswalze B die verschiedenfarbigen Faserpartien in regelmässig auf einander folgenden Zwischenpausen von den Speisewalzen ab, um sie dem Vliess zuzuführen. Der Volant C und Abnehmer D befördern die Vermischung des Vliesses mit den bunten Fasern.

Auf der Vorspinnkrempel von Franz Sander in Firma Franz Sander und Wilhelm Hoffmann in Mülhausen i. Th. (D. R. P. Kl. 76 Nr. 44558. Fig. 5 und 6) wird das Vorgarn für geflammtes Feingespinnst dadurch hergestellt, dass die Faserschicht der Kammwalze vor ihrer Ablösung und Theilung mit Querlagen farbiger – in der Farbe von der Farbe des Fasermaterials abweichender – Vorgarnfäden bedeckt wird, welche letzteren der Kammwalze durch eine selbsthätig wirkende Einrichtung zugeführt werden. Dieselbe besteht aus einem endlosen Bande E,