Text-Bild-Ansicht Band 282

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dann den Erfolg, das Eindringen unerwünschter Luft zu verhüten, wenn der Abströmungskanal auf die Raumluft (bezieh. durch den Raum hindurch auf die Aussenluft) positiv saugend wirkt; sobald dagegen die Luft des Abströmungskanales (im Falle dieser abwärts gerichtet und wärmer ist oder im Falle er aufwärts gerichtet und kühler als die Aussenluft ist) auf die Raumluft drückend wirkt, bleibt – wie die Bedingungsgleichung 5 oder die daraus durch Vertauschen von t3 mit tα abzuleitende Bedingungsgleichung belehrt – zur Verhinderung des Eindringens der Luft aus dem Abströmungskanale beim Oeffnen einer Thür in den meisten Fällen nichts anderes übrig als diesen Kanal abzuschliessen, weil das Verhältniss der Thüröffnung zur Oeffnung des Druckluftkanales nur selten klein genug ist, um der besagten Bedingungsgleichung 5 oder deren Derivate zu genügen. Besteht die Verschlussvorrichtung des Abströmungskanales in einer Jalousieklappe, so wird unter Umständen wohl auch schon durch theilweises Schliessen derselben der erwünschte Erfolg gesichert, indem hierdurch der Widerstand dann soweit erhöht wird, dass die effectiv verbleibende Druckhöhe h genügend klein wird, um die Erfüllung der Bedingungsgleichung (5) zu ermöglichen.

Vor näherer Erörterung der aus diesen Betrachtungen sich ergebenden Lehre erscheint es zweckdienlich, zunächst die zweite der oben erwähnten beiden Druckluftbeschaffungsarten eingehender zu untersuchen.

(Fortsetzung folgt.)

Versuche auf Abnutzbarkeit von Pflasterungsmaterialien und Fussbodenbelägen.

Seit einer Reihe von Jahren sind von dem Vorsteher der königl. preussischen Prüfungsstation für Baumaterialien, Prof. Böhme, eine grosse Anzahl von Versuchen auf Abnutzbarkeit natürlicher und künstlicher Pflasterungsmaterialien und Fussbodenbeläge angestellt worden, deren Ergebnisse bisher noch nicht übersichtlich geordnet und zusammengestellt bekannt geworden sind. Bei der hohen Bedeutung, welche der richtigen Auswahl eines Bodenbelages für bestimmte Zwecke innewohnt, wird es erwünscht sein, über diese Versuche etwas Näheres zu hören.

Die Versuche auf Abnutzbarkeit werden ausgeführt auf einer wagerechten Gusseisenscheibe von etwa 80 cm Durchmesser, welche, mittels Vorgelegewelle maschinell betrieben, in der Minute 22 Umdrehungen macht. Die Scheibe ist mit einem Zählwerke verbunden, welches durch Glockensignale anzeigt, wenn 22 Scheibenumgänge und wenn 5.22 = 110 Scheibenumgänge vollendet sind. Nach je 22 Umdrehungen werden auf der Scheibe unmittelbar vor dem Probestück 20 g Naxossmirgel Nr. 3 ausgebreitet und im Laufe des Versuches stets so zusammengefegt, dass das gesammte auf der Scheibe befindliche Smirgel- und Steinpulver das Probestück passiren muss. Letzteres ist mit Hilfe eines einarmigen Hebels mit 30 k belastet an die Scheibe angedrückt und so gewählt, dass eine glatte, bei den natürlichen Bausteinen mit der Steinsäge (nicht mit Meissel und Hammer) hergestellte Fläche von 50 qc der Abnutzung unterworfen wird. Nach 110 Umgängen der Scheibe wird die Bewegung eingestellt und das vorher bereits gewogene Probestück nach Abstäuben mit einem Pinsel wieder gewogen, um den Gewichtsverlust festzustellen. Dieses Verfahren wird viermal wiederholt, alsdann ergeben die vier Gewichtsverluste addirt und durch das specifische Gewicht des Körpers dividirt den Abnutzungswerth in Cubikcentimetern.

Eine Reihe dieser Abnutzungswerthe sind in den nachstehenden Tabellen zum Vergleiche übersichtlich zusammengestellt. Die den Tabellen zu Grunde liegenden Versuchsziffern sind den Mittheilungen aus den königl. technischen Versuchsanstalten (Verlag von Jul. Springer in Berlin) entnommen.

Zu der Prüfung besonders der natürlichen Gesteine sei im Voraus bemerkt, dass die Abnutzbarkeit eines Gesteines, also auch seine Bearbeitungsmöglichkeit in keinem Verhältnisse steht weder zur rückwirkenden Festigkeit,

Tabelle I. Abnutzung von natürlichen Pflasterungsmaterialien in Cubikcentimetern.

Laufende
Nr.

Material
Anzahl
der Ver-
sucksstücke
Abnutzung in cc
Mini-
mum

Mittel
Maxi-
mum
1 Porphyr aus St. Quenast
(Belgien)

2

5,1

5,2

5,3
2 Grauer sächsischer Porphyr 4 5,1 5,6 6,2
3 Diabas vom Pfaffenkopf im
Harz

4

4,5

6,5

8,3
4 Pyroxen-Quarzporphyr aus
Sachsen

10

5,9

6,5

7,3
5 Graubrauner schwedischer
Granit

22

5,4

6,7

8,7
6 Röthlichbrauner sächsischer
Granit

4

5,4

6,9

8,0
7 Grauer sächsischer Granit 4 5,2 7,0 9,0
8 Basalte aus der Gegend von
Bonn

18

2,8

7,1

8,5
9 Röthlicher Porphyr aus dem
Saalkreis

10

5,5

7,3

9,0
10 Diabas aus Kamenz i. S. 4 7,1 7,5 7,7
11 Grauer hessischer Granit 4 7,4 7,6 7,7
12 Grauwacke aus Allagen
(Westfalen)

2

5,9

7,6

9,2
13 Grauer österreichischer Gra-
nit (von der Donau)

10

7,0

7,7

9,3
14 Phonolit 2 7,1 7,7 8,4
15 Graubrauner norwegischer
Granit

4

5,6

7,8

10,1
16 Röthlicher Porphyr aus dem
Odenwald

2

8,4

8,3

9,2
17 Grauer böhmischer Granit 4 8,0 9,0 10,0
18 Grauer schlesischer Granit 20 5,2 9,5 15,8
19 Granit aus Thüringen (Suhl) 2 9,9 10,3 10,7
20 Grauer bayerischer Granit 14 6,3 10,4 15,9
21 Grauwacke aus der Gegend
von Magdeburg

14

7,8

11,8

12,0
22 Weisser Sandstein aus dem
Heuscheuergebirge

2

14,8

15,6

16,3
23 Rother Quarzsandstein aus
Braunschweig

2

15,8

16,2

16,6
24 Kohlensandstein 8 11,3 16,5 27,5
25 Rother Sandstein aus Alvens-
leben (Unterbank)

2

21,0

21,7

22,3
26 Schwarzgrauer Melaphyr
(Hessen)

2

21,9

22,6

23,2
27 Oberbayerischer weisser Mar-
mor

2

24,0

24,4

24,7
28 Zechstein vom Westfusse des
Harzes

3


28,6

29 Gelblichweisser Sandstein
aus der Eifel

4

31,0

35,5

39,5
30 Hannoverscher Kalkstein 4 30,8 48,6 66,7
31 Rother Sandstein aus Alvens-
leben (Oberbank)

2

48,1

50,1

52,1
32 Hellgelber schlesischer Sand-
stein

4

61,7

72,7

81,6
33 Sandstein aus Schaumburg-
Lippe

2

79,6

79,6

79,6
34 Schiefer aus dem Ruwerthale 2 99,6 99,9 100,1
35 Graubrauner Sandstein aus
der Eifel

6

83,2

127,4

166,1