Text-Bild-Ansicht Band 282

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sich zu stark abnutzen, völlig aufgebraucht werden und so die Beendigung des Versuches unmöglich machen würden.

Tabelle III. Abnutzung von künstlichen Pflasterungsmaterialien und Fussbodenbelägen.

Laufende
Nr.

Material
Anzahl
der Ver-
suchsstücke

Abnutzung in cc
Mini-
mum

Mittel
Maxi-
mum
1 Xylolith (Steinholz) von Cohn-
feld in Dresden

2

7,5

7,7

7,8
2 Einfarbige graue Parkett-
platten von G. Behne in
Magdeburg






15,3


3 Desgl. gemustert 19,7
4 Dunkelgelbe Klinker von
Bauermeister und Söhne,
Deutsche Grube, Bitterfeld


2


21,3


21,5


21,7
5 Schwarzbraune Klinker-
pflasterungsplatten der
Weseler Dampfziegelei


2


20,7


21,8


22,8
6 Braune Klinker von Bauer-
meister u. Söhne, Deutsche
Grube, Bitterfeld


2


24,5


25,7


26,0
7 Gewöhnliche Klinkerplatten 8 29,4
8 Kunstsandstein aus der
Fabrik Ischyrota, Berlin

2

38,0

38,6

39,1
9 Gypsmörtel nach Rabitz'
Patent

2

45,1

49,2

53,2
10 Portlandcement, rein, 28 Tage
alt, in feuchter Luft er-
härtet (Durchschnitt aus
28 Portlandcementen)



28






42,3



11 1 Th. desgl. + 1 Th. Normalsand 28 15,3
12 1 „ „ + 2 „ „ 28 17,1
13 1 „ „ + 3 „ „ 28 32,4
14 1 „ „ + 4 „ „ 28 53,1
15 1 „ „ + 5 „ „ 28 124,2

Es ist aber durch besondere Versuche festgestellt worden, dass, um einen Vergleich zwischen den Ergebnissen beider Methoden zu gewinnen, es nur nöthig ist, die Volumverluste der Mörtel mit dem Coefficienten 9 zu multipliciren, wie in der Tabelle III geschehen ist. Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, dass die Mischung von 1 Th. Portlandcement mit 1 Th. scharfem Sand die für die Beanspruchung auf Abnutzung günstigste ist, und dass erst mit 4 Th. Sandzusatz die Abnutzung grösser als die des reinen Cementes wird. Der Umstand, dass die den Versuchen zu Grunde gelegten 28 Cemente von den Fabriken selbst eingesandt und nicht aus dem Handel entnommen wurden, hat unzweifelhaft das Durchschnittsergebniss günstig beeinflusst. Die „Verkittungsgrenze“ dürfte bei einer Durchschnittshandelsware nicht wie hier zwischen 4 und 5 Th., sondern zwischen 3 und 4 Th. Sandzusatz liegen. Die Verkittungsgrenze wird um so höher liegen, je siebfeiner der Cement gewesen ist, unabhängig von seinen übrigen Eigenschaften, was bei der Herstellung von Cementplatten niemals unbeachtet bleiben sollte.

Ein Vergleich der Tabellen I und III zeigt schliesslich, dass ein normaler Portlandcement, mit 1 bis 2 Th. Sand zu Pflasterungsplatten verarbeitet, an Widerstandskraft gegen Abnutzung die meisten natürlichen Sandsteine übertrifft. Mehr und mehr kommt man in neuerer Zeit von der Verwendung des natürlichen Sandsteines zu Treppenstufen und Bürgersteigplatten ab und sucht denselben durch andere Materialien zu ersetzen. In mehreren grösseren Städten Süddeutschlands, wo guter Sandstein billig zu haben ist, und in Folge dessen vielfach verwendet wurde, u.a. auch, weil der Fuss bei trockenem und nassem Wetter gleich gut an ihm haftet, hat man sich entschlossen, ausgedehnte praktische Versuche mit Platten aus Cementmörtel zu machen. In Stettin, dessen Strassen theilweise ein starkes Gefälle haben und aus diesem Grunde für Granitplattenbelag der grossen Glätte im Winter wegen sich nicht eignen, hatte man vor einigen Jahren die Bürgersteige zum Theil mit rothen Sandsteinen belegt, die aber jetzt bereits so starke Abnutzung aufweisen, dass sie das Regenwasser nicht mehr abfliessen lassen und demnächst durch ein anderes Material ersetzt werden müssen.

(Max Gary, Centralblatt der Bauverwaltung, 1891 S. 315.)

Die Telegraphie auf der elektrischen Ausstellung in Frankfurt.

(Fortsetzung des Berichtes S. 11 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

II.
Der Börsendrucker von Siemens und Halske.

Der jüngste elektrische Börsendrucker von Siemens und Halske in Berlin findet sich in der Frankfurter Ausstellung in eine besondere Telegraphenleitung eingeschaltet, so dass er wirklich in Betrieb gesetzt werden kann. Von ihm stehen in der Halle für Telegraphie und Telephonie ein Geber und zwei Empfänger, 14 andere Empfänger aber sind unter eine Anzahl anderer Ausstellungsräume vertheilt. Seine Einrichtung schliesst sich an das D. R. P. Kl. 21 Nr. 47406 vom 24. August 1888 an, doch reichen die bei ihr verwertheten Gedanken zum Theil viel weiter zurück.

Textabbildung Bd. 282, S. 37
Dem Börsendrucker von Siemens und Halske ist – wie auch anderen Börsendruckern – die Aufgabe gestellt, die gleichzeitige Beförderung eines Telegramms auf einer verhältnissmässig kurzen Linie von einer bestimmten Stelle aus nach einer grossen Anzahl von Stellen zu ermöglichen. Mittels des Siemens und Halske'schen Börsendruckers kann ein Telegramm leicht nach 100 und mehr Stellen zugleich gesendet werden. Mit diesem Börsen drucker vermochte ein keineswegs völlig ausgebildeter Telegraphist bei ununterbrochenem Telegraphiren bis zu 850 Wörtern in der Stunde abzutelegraphiren.

Der Geber dieses mit Wechselströmen arbeitenden Börsendruckers ist in Fig. 1 abgebildet. Derselbe erinnert in seinem Aeusseren, und ebenso auch in manchen Einzelheiten seiner Einrichtung an den Hughes, in anderen