Text-Bild-Ansicht Band 282

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Stücken dagegen ist er sehr wesentlich von ihm verschieden. Sein Wesen und seine Arbeiten lassen sich mit Hilfe der Skizze Fig. 2 leicht erläutern, welche einen Aufriss und Grundriss von ihm bietet.

Textabbildung Bd. 282, S. 38
Der Geber enthält eine Klaviatur k mit 28 Tasten; wird eine Taste niedergedrückt, so drückt sie den zu ungehörigen der 28 Stifte S empor, welche in dem Stiftengehäuse im Kreise angeordnet sind. Ueber der Deckplatte des Stiftengehäuses, aus welchem die Stifte beim Niederdrücken der Tasten vortreten, läuft der auf die stehende Achse X aufgesteckte Bürsten träger h um, getrieben durch ein kräftiges Laufwerk, das in Fig. 2 durch ein an einer Schnur hängendes Gewicht angedeutet ist. Die Umdrehungszahl der Achse X ist 120 in der Minute. Die Achse X läuft frei durch das Innere eines Stromwenders c, welcher aus zwei gezahnten Metallringen besteht; die Vorsprünge dieser Ringe sind in Fig. 2 mit + und – bezeichnet. Die beiden Ringe sind gegen einander isolirt und so mit ihren Vorsprüngen in einander gesteckt, dass von den beiden über einander an dem Bürstenträger h sitzenden Bürsten f und f1 stets eine auf einem +-Vorsprunge aufliegt, während die andere über einen –-Vorsprung hinweg geht. Die beiden Ringe werden mit den Polen einer Stromquelle in Verbindung gebracht; als solche ist in Fig. 2 eine galvanische Batterie b angedeutet, in der Ausstellung dagegen liefert eine in der Ausstellungshalle stehende Gleichstromdynamo den Betriebsstrom. Die Bürsten f und f1 endlich sind durch die im Schnitt gezeichneten Contactringe und zwei Contactfedern l und l1 leitend mit den Klemmen verbunden, an welche die beiden Enden der Telegraphenleitung geführt sind. Der Strombedarf ist etwa 4,3 Volt für jeden Empfänger bei 0,3 Ampère (oder etwas mehr), also etwa 1,3 Voltampère.

Wenn nun der Bürstenträger h mit der Achse X umläuft, so berühren die Bürsten stets ein über einander liegendes Paar der Ringvorsprünge, bei jedem Uebergange von einem Paare auf das nächste aber überschreitet das Bürstenpaar eine isolirte Lücke. Solange also keine Taste gedrückt ist, sendet der Geber eine regelmässige Folge von Wechselströmen in die Leitung, Wenn dagegen eine Taste niedergedrückt wird, so fängt sich an dem durch sie emporgeschobenen Stifte S der nach rückwärts gerichtete Fortsatz des Bürstenträgers h mit seinem ausgehöhlten nach unten gerichteten Ansätze. Zur Milderung der dabei auftretenden Stösse ist der Bürsten träger durch eine Reibungskuppelung mit der Achse X verbunden. Der Bürsten träger kommt stets in einer solchen Stellung zur Ruhe, dass die Bürsten noch auf zwei leitenden Vorsprüngen ruhen, dass also zwar die Reihe der Wechselströme abgebrochen wird, der letzte Strom jedoch fortdauernd in der Leitung erhalten bleibt, bis die Taste wieder losgelassen wird. Der Telegraphirende lässt aber jede niedergedrückte Taste erst dann wieder los, wenn er die nächste Taste bereits niedergedrückt hat.

Textabbildung Bd. 282, S. 38
Den Empfänger zeigt Fig. 3, seine innere Einrichtung erläutert die Skizze Fig. 6 in Verbindung mit Fig. 4 und 5. Die ganze Ausführung der Empfänger ist ihrem Zwecke, der Benutzung im öffentlichen Verkehre, besonders angepasst und ihre Bedienung kann daher unbedenklich auch Laien anvertraut werden. Jeder Empfänger ist nach Fig. 3 in einem entsprechenden Gehäuse untergebracht, erfordert nur einen kleinen Raum und kann in jedem Zimmer leicht aufgestellt werden. Die Telegraphenleitung wird an zwei Klemmen gelegt und durchläuft nach einander einen polarisirten Elektromagnet i und einen gewöhnlichen Elektromagnet m; letzterer ist aber entsprechend träge gemacht und dient als Druckmagnet, wogegen ersterer die Einstellung des Typenrades T (Fig. 5) zu bewirken hat. Ueber dem polarisirten Elektromagnete liegt ein mit seinen Schenkeln nach unten gekehrter Hufeisenmagnet; auf dem einen Pole desselben sitzt das die Kerne in den beiden Rollen bildende bügelförmige Stück weichen Eisens, während der andere Pol die Achse für den Anker trägt und letzteren magnetisch macht. Der zwischen die beiden Rollen hineinragende Anker des Elektromagnetes bleibt. daher nach dem Aufhören jedes Telegraphirstromes sicher an dem Elektromagnetpole hängen, an welchen ihn der letzte Strom gelegt hat.

Textabbildung Bd. 282, S. 38
Das Laufwerk wird durch ein Gewicht getrieben, das erst nach dem Abtelegraphiren von 1100 Wörtern wieder aufgezogen zu werden braucht; wie tief das in Fig. 3 sichtbare Gewicht schon niedergegangen ist, kann man jederzeit durch ein Glasfenster im Gehäuse sehen; vor dem völligen Ablaufen des Gewichtes werden ausserdem von