Text-Bild-Ansicht Band 282

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nach dem Siphonprincip oder auf andre geeignete Weise gespeist werden kann), ist so nahe als möglich an dem Einlassventil B des Cylinders A angebracht. Der Behälter D ist mit einer nicht bis auf den Boden reichenden Zwischenwand N versehen, so dass, wenn das Ansaugen erfolgt, die durch die Oeffnung M einströmende Luft auf der einen Seite der Wand N nach unten durch das Erdöl hindurch und sodann auf der andern Seite der Wand durch dasselbe wieder nach oben in den andern Theil des Behälters geht. Anstatt mit der Zwischenwand N kann der Behälter D auch an der einen Seite mit einem Luftzuführrohr versehen sein, welches unten in den Behälter einmündet.

Textabbildung Bd. 282, S. 50
Auf dem in dem Behälter D enthaltenen Erdöl schwimmt ein Rahmen F, in welchem in Abständen von etwa 2½ cm über einander zwei oder mehr Lagen von Drahtgaze E ausgespannt sind. Der Rahmen F liegt so dicht an dem Behälter D an, dass die einströmende Luft gezwungen wird, durch die Gaze hindurchzugehen, der Rahmen sich aber doch beim Steigen und Fallen des Oelspiegels und dem Zu- und Abnehmen des unter dem Rahmen wirkenden Luftdruckes auf und ab bewegen kann. Die unterste Gazelage E befindet sich, wenn kein Luftdruck auf den Rahmen F wirkt, gerade in Berührung mit dem Oel, so dass ihre Maschen sich in Folge der Capillarität mit Oel füllen. Tritt sodann Druck ein, welcher den Gazerahmen über das Oel oder gerade aus demselben heraushebt, so trägt die durch die Maschen strömende Luft die in denselben befindlichen Oeltheilchen, indem sie sich mit ihnen vermischt, durch den Kanal C hindurch nach dem Cylinder.

Die untere Gazelage kann auch in einem festen Rahmen derart beweglich angeordnet werden, dass sie ausser Berührung mit dem Oel gebracht werden kann.

Bei Anwendung einer Einrichtung zum Speisen des Behälters D aus dem Hauptreservoir, mittels welcher das Oel in dem Behälter D ganz oder nahezu auf demselben Stand erhalten werden kann, beispielsweise der Siphoneinrichtung GG1, wird der Gazerahmen FF dicht über dem Oelspiegel befestigt. Die einströmende Luft drückt das Oel in dem oben genannten, durch die Scheidewand N gebildeten Seitenkanal nieder und hebt daher den Oelspiegel in dem anderen Theil des Behälters D, so dass das Oel in Berührung mit der Gaze F kommt. Die in Folge des Ansaugens schnell emporströmende Luft schleudert oder spritzt hierbei das Oel gegen die Gaze und trägt die an derselben hängenbleibenden Oeltheilchen, wie oben beschrieben, durch den Kanal C hindurch nach dem Cylinder.

Die Luft wird zuerst durch die Verbrennungsproducte erhitzt und geht dann durch die im Cylinderdeckel angebrachten Kanäle hindurch, von wo sie nach der Eintrittsöffnung M des Behälters D und durch letzteren und den Kanal C hindurch nach dem Cylinder gelangt. Beim Durchgang von dem Behälter D nach dem Kanal C strömt die Luft an einem von zwei Ventilen H vorbei, welche auf einer Ventilspindel J sitzen, die von einem Regulator I bethätigt wird. (Vgl. 1889 274 11.)

Der Regulator I wird durch einen Riemen in Umdrehung versetzt, welcher um eine auf der Kurbelwelle sitzende Scheibe herumgeht. Wenn die Geschwindigkeit zu gross ist und der Regulator über einen gewissen einstellbaren Punkt steigt, so hebt er die Spindel J, auf welcher die beiden Ventile H1 und H2 befestigt sind. Dadurch wird das Ventil H1 geöffnet und das Ventil H2 nahezu geschlossen; letzteres wird, wenn die Ansaugung das nächste Mal stattfindet, durch den unter ihm befindlichen Luftdruck vollständig geschlossen und auf diese Art theilweise selbsthätig gemacht. Es tritt dann nur Luft in den Cylinder, und zwar durch das Ventil H1 ein, und es finden nun so lange keine Explosionen mehr statt, bis der Regulator in Folge des Abnehmens der Geschwindigkeit wieder sinkt und das Ventil H1 theilweise schliesst; letzteres wird durch den Saugdruck vollständig geschlossen, worauf das Erdölgemisch wieder durch das Ventil H2 nach dem Cylinder geht.

Der Regulator ist hier näher am Cylinder angebracht, damit die Kanäle C und M kürzer und dadurch die Kühlflächen verringert werden. Es kann auch die Luft- und Oelmischung durch den erwähnten Kanal im Cylinderdeckel hindurchgeführt werden. K ist die Spindel des Einlassventils B und L die Spindel des Auslassventils. In der Scheidewand N sind eine Anzahl Löcher N1 angebracht, durch welche ebenfalls Luft hindurchgeht.

Textabbildung Bd. 282, S. 50
Das Zündrohr P, Fig. 3, ist in einen am Cylinderdeckel A1 befestigten Deckel oder eine kleine Kammer S eingeschlossen. Ein von dieser Kammer ausgehendes Rohr T ragt bis in das Abzugsrohr L1 für die Verbrennungsproducte hinein und endigt dort in eine Düse T1. Die durch das Rohr L1 ziehenden Verbrennungsproducte streichen an der Düse T1 vorüber und saugen hierbei die Luft aus der Kammer S ab, so dass durch ein in die letztere einmündendes Rohr R Luft in die Kammer einströmt. Dieser Luftstrom ist gegen eine von einer Oellampe Q, deren Brenner Q1 in die Kammer S hineinragt, gespeiste Flamme gerichtet, welche das Zündrohr P glühend erhält. Das Rohr B kann auch mit dem die Erdölmischung enthaltenden Behälter verbunden sein, wodurch bewirkt wird, dass die Mischung aus letzterem gegen das Zündrohr P emporströmt.

O. Weiss in Köln-Nippes (* D. R. P. Nr. 57652 vom 31. Januar 1891) verwendet schwere Erdöle zum Betrieb, indem ein Theil des im Cylinder brennenden Gasgemisches immer im Augenblicke der grössten Druck- und bezieh. Wärmeentwickelung dazu benutzt wird, das flüssige Oel in Gas umzuwandeln, welches sogleich zur Verwendung in der Kraftmaschine geeignet ist. Hierbei kommt am besten ein Injector in Betracht, welcher, gespeist von dem erwähnten Gasgemisch, das Oel ansaugt und unter Mitwirkung der entwickelten grossen Hitze zu Betriebsgas zerstäubt und bezieh. zersetzt.