Text-Bild-Ansicht Band 282

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presst. Diese Luftpumpe speist auch die Düse i7 mit Luft, die das Oel nach dem Dochte treibt und die zur Sauerstoffversorgung des Entzünders dient.

Diese Luftpumpe ist auf dem Untergestell zwischen dem Cylinder und der Kurbelwelle angebracht, und ihr Druckrohr j steht mit dem Luftrohr e, welches das flüssige Feuerungsmaterial zerstäubt, und mit der Luftröhre i3 des Oelbehälters in Verbindung. In dem Luftpumpencylinder läuft der Kolben j1, der mit einem nach innen gehenden Luftventil ausgerüstet und mittels Pleuelstange j2 durch den Balancier D getrieben wird. Die überschüssige, von der Luftpumpe comprimirte Luft sammelt sich in einem Vorratbsraum j3 an, der am besten in dem Untergestell angebracht wird und mit dem Druckrohr j der Luftpumpe durch ein Zweigrohr j4 verbunden ist. j5 ist ein Sicherheitsventil, das mit der Luftleitung verbunden ist und einen allzu grossen Luftdruck unmöglich macht. Es besteht hauptsächlich aus einem Teller mit Führungsstift, der auf dem Gehäuse j6 gelagert ist. Es wird auf seinen Sitz durch eine Bogenfeder j7 gehalten. Diese Feder greift mit ihren freien Enden unter den ringförmigen Flansch j8 und stemmt sich gegen das Ventil mittels der Schraube j3, durch die der Druck leicht regulirt werden kann.

Die Oelpumpe K spritzt die in der Verbrennungskammer gebrauchten Oelmengen ein. Die Oelpumpe ist mit einem gewöhnlichen Plunger k1 ausgestattet, ferner trägt sie den Steuerungsschieber k2, der eine hinreichende Menge Oel zu der Aufnehmerkammer e3 befördern kann. Diese Kammer ist mit der Ventilkammer der Pumpe durch das Leitungsrohr e1 verbunden. Die Oelpumpe ist an dem Ständer L befestigt, der auch dem Regulator als Stütze dient. Letzterer regelt die Menge der Oelzufuhr.

Der Schieber und der Plunger der Oelpumpe werden durch Excenter m1 angetrieben, die an dem inneren Ende einer kurzen Welle M aufgekeilt sind. Diese Welle ist mit in dem Kurbelwellenlagerbock gelagert. Die Excenter sind mit dem Plunger und dem Schieber durch die Stangen ll1 verbunden. Die Stange l1, die den Schieber antreibt, ist fest mit dem dazu gehörigen Excenter verbunden; die Stange l aber, die den Plunger K1 treibt, besteht aus zwei Theilen und kann selbsthätig verkürzt oder verlängert und so der Hub des Plungers verändert werden, wie es gerade der Oel verbrauch erfordert; der zur Aufrechterhaltung eines gleichmässigen Ganges nothwendig ist. Zu diesem Zwecke ist das hintere Ende der Plungerstange l zwischen die beiden Backen des gegabelten vorderen Endes des Plungers K1 gesteckt und hierin lose durch einen hindurchgesteckten Bolzen k3 gehalten, der in einer Längsnuthe K4 der Stange l sitzt, so dass er eine begrenzte Längsbewegung der Stange l erlaubt. l2 ist ein Keil, der zwischen das gegabelte Ende des Plungers und das hintere Ende der Stange l gesteckt wird. Dieser Keil wird auf- und abwärts bewegt durch den Centrifugalregulator, dessen Kugeln eine senkrechte Spindel l3 steuern. Das untere Ende der Spindel ist mit einem Hebel l4 verbunden, der ebenfalls in dem Ständer L gelagert ist. Das andere Ende des Hebels l4 ist mit dem Keil l2 durch die Gelenkstange l5 verbunden.

Der Regulator wird von der Schwungrad welle in bekannter Weise durch Riemenscheibe l6 und Schnur l7 angetrieben. Ist die Geschwindigkeit der Maschine unter der Normalgeschwindigkeit, so wird die Spindel des Regulators durch die Feder l8 gehoben, folglich der Keil gesenkt und die todte Bewegung zwischen Plunger und Plungerstange aufgehoben.

Die Stange kann sich nicht mehr längs des Bolzens verschieben und zwingt den Plunger, einen ganzen Hub zu machen. Wird die Geschwindigkeit der Maschine zu gross, so wird der Keil durch die Thätigkeit des Regulators gehoben, die Stange l kann sich mehr oder weniger todt bewegen, der Hub des Plungers also wird kleiner und die der Verbrennungskammer zugeführte Oelmenge verringert.

Das Maass der todten Bewegung wird immer durch das Heben und Senken des Keiles l2 regulirt, hierdurch also auch die Menge flüssigen Feuerungsmaterials, die für einen gleichmässigen Gang nothwendig ist.

Die Röhre l9 führt der Pumpe K von irgend einem passend angebrachten Behälter das Feuerungsmaterial zu; sie steht mit der inneren Höhlung der Pumpe in Verbindung und diese wieder mit der Schieberkammer. Der Cylinder der Pumpe wird abwechselnd mit der inneren Höhlung und der Schieberkammer in bekannter Weise durch den Schieber in Verbindung gebracht. Wird der Cylinder mit der Schieberkammer in Verbindung gebracht, so treibt der Plunger einen Oelstrahl durch die Röhre e1, welche von der Schieberkammer nach der Aufnehmerkammer e3 führt.

Die Oelpumpe kann mit der Hand bedient werden, unabhängig von den zurückbleibenden Theilen der Maschine. Auf diese Weise wird die erste Ladung Oel beim Ingangsetzen der Maschine der Aufnehmerkammer zugeführt.

Der erste Auf- und Niedergang des Kolbens muss durch Drehung des Schwungrades mit der Hand bewirkt werden, um die erste Luftladung zu comprimiren, doch kann auch die erste Ladung aus einem Luftbehälter entnommen werden.

Nachdem die Maschine in Gang gesetzt ist, ist der Vorgang folgender:

Wenn die Oeleinspritzung in die in der Verbrennungskammer befindliche comprimirte Luft gelangt, wird dieses brennbare Gemisch sofort entzündet, was den Niedergang des Kolbens zur Folge hat. Während des Kolbenaufwärtsganges ist das Auspuffventil geöffnet und lässt die Verbrennungsproducte entweichen. Da der Kolben durch die lebendige Kraft des Schwungrades wieder abwärts genommen wird, ohne dass eine Explosion stattfindet, so öffnet sich das in dem Kolben befindliche Ventil selbsthätig und lässt frische Luft in den Cylinder.

Während des ersten Theiles des Kolbenaufwärtsganges, nach dem Niedergange, bei dem keine Explosion stattfand, ist das Auspuffventil wieder geöffnet, und die Verbrennungsproducte, die in dem oberen Theil des Cylinders zurückgeblieben sind, werden durch die frische Luft hinausgedrängt. Jetzt wird das Auspuffventil geschlossen und die in dem Cylinder befindliche frische Luft durch den die letzte Hälfte des Cylinders durchlaufenden Kolben comprimirt. In dem Augenblick des oberen Hubwechsels wird das Einlassventil rasch geöffnet und geschlossen, wodurch die comprimirte Luft, die in der Aufnehmerkammer sich befindet, die Oelladung aus ihr durch den Kanal in die Kapsel und durch die feinen Oeffnungen in einem fein zertheilten Zustande in die Verbrennungskammer presst, wo sie sofort entzündet wird und explodirt. Dies geschieht so schnell und wirkungsvoll, dass die Entzündung und Explosion im Augenblick des Hubwechsels erfolgt. Die