Text-Bild-Ansicht Band 282

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Oelladungen können zu jeder passenden Zeit in die Aufnehmerkammer gebracht werden während der Zeit, in der das Einlassventil geschlossen bleibt, so dass, wenn letzteres geöffnet und durch die rasche Bewegung wieder geschlossen wird, die Strahlkraft der comprimirten Luft das ganze Oel aus der Kammer in den Verbrennungsraum in zerstäubtem Zustande treibt.

Der Kolben macht abwechselnd einen Hub mit Explosion und einen ohne Explosion.

Der Entzünder in der Verbrennungskammer brennt fortwährend, aber es kann keine Explosion stattfinden, ehe das zerstäubte Brennmaterial in die Verbrennungskammer getrieben ist.

Dadurch, dass die Oelladung in zerstäubtem Zustande in comprimirte Luft eingepresst wird, ist ein Ueberschuss von Sauerstoff vorhanden. Dies ist nothwendig, damit die ganze Oelladung vollständig verbrennt.

Der Oelzertheiler ist vor Abkühlung geschützt. Dadurch, dass das Einströmungsventil für frische Luft in den Cylinder gelegt ist, wird erzielt, dass die frische kalte Luft dank ihres schweren specifischen Gewichtes unmittelbar über dem Kolben liegen bleibt, während die heissen Verbrennungsproducte in dem oberen Theil des Cylinders und in der Verbrennungskammer zurückbleiben und bei dem Oeffnen des Auspuffventils zuerst herausbefördert werden. Das Frischluftventil öffnet sich schnell bei dem Niedergang des Kolbens, wenn keine Explosion stattfindet, und bietet ihm wenig Widerstand dar. Das Luftventil öffnet sich auch, wenn eine theilweise Luftleere in der Verbrennungskammer herrscht, und entlastet so den Kolben von jedem Gegendruck.

(Fortsetzung folgt.)

H. Greenwood's Zahnräderhobelmaschine.

Mit Abbildungen.

Stirnräder und, bei verlegter Steuerung, auch Winkelräder können mit dieser Maschine nach gegebenen Zahnflankenlehnen behobelt werden (Engl. Patent Nr. 6669 vom 30. April 1890).

Textabbildung Bd. 282, S. 55
Auf der Bettplatte A (Fig. 1 bis 4) ist ein Mittelzapfen B und zu diesem mittelpunktsgemäss eine bogenförmige Auflageleiste Z angebracht. Um diesen lothrechten Bolzen B schwingt ferner eine wagerechte Flügelwage C, auf welcher vermöge einer Stellspindel ein verschiebbares Gabellager D sich befindet, in welchem eine lange Führungsbüchse drehbar lagert und durch welche die Keilnuthwelle E sich schiebt.

In dieser und an der, im drehbaren Kopfhelm B sitzenden Druckschraube findet der eigentliche Aufspanndorn seine Stütze. Auf der zum Aufspannen des Werkstückrades mit dienenden Keilnuthwelle E ist ferner das Theilrad F vorgesehen, in welches die, durch eine Stellkurbel bethätigte Schnecke G eingreift.

Dieses Theilwerk ist an einem Lagerarm der Führungsbüchse von D angeordnet und bildet hiernach sammt der Flügelwage ein um den Mittelbolzen B schwingendes System. Ausserdem ist in einer oberen Tasche der im Gabellager D liegenden Büchse mittels zweier Stellschrauben eine bogenförmige Zahnkranzschiene S festzustellen, an deren rechtsseitigem Ende je eine Leitrolle sitzt, die sich auf der oberen bezieh. unteren Kante der Zahnflankenlehre T anlegt, welche in einem Schlittenböckchen U angeordnet wird.

Textabbildung Bd. 282, S. 55
Um nun eine beständige Berührung dieser Leitrollen von S mit der zur Zahnebene des Werkrades parallel gelegten Flankenlehre (Schablone) zu sichern, ist vermöge zweier über Schnurrollen laufenden Gewichte V die hierzu erforderliche Kraft gegeben.

Sobald sich daher die Flankenlehre T gegen die Aufspannwelle E vorschiebt, muss diese letztere durch Vermittelung der Bogenschiene S und der Lagerbüchse von D sammt dem kuppelnden Theilwerk um ihre eigene Achse so weit ausschwingen, als eben die Kante der Flankenlehre es bedingt. Ausserdem ist in dieser Leitrolle der Gegenstützpunkt für die, behufs Verstellung des Werkrades durch das Theilwerk erforderliche Kraft zu suchen.

Wenn aber nach erfolgter richtiger Einstellung des Werkrades vermöge eines in Hubbewegung versetzten Schneidstahls eine Zahnlücke des Werkrades in Bearbeitung genommen wird, so muss nach jedem vollendeten Schnitt eine entsprechende geradlinige Vorschiebung des Schneidstahles und der Flankenlehre vorgenommen werden. Nach dieser Führungslehre wird aber die Einstellung des Werkrades und auch die Schnittführung in demselben vor sich gehen.

In zwei Spannschlitzen der Grundplatte A ist eine Führungsplatte H durch eine Schraubenspindel (Fig. 1)