Text-Bild-Ansicht Band 282

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die Verhinderung des Einbringens unerwünschter Aussenluft mit Hilfe der Druckluft die Beziehung:

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Wenn beispielsweise die Temperatur der Druckluft t'' = 30° C, die Aussenlufttemperatur tα= 0° C., die Temperatur im Abströmungskanale t3 = 20° und die effectiv wirksame Saughöhe h = 1 m, so findet man als Bedingung für die Verhinderung einer Lufteinströmung durch die dritte Durchlassöffnung für

c1 = 6,0 m 4,0 m 2,0 m 1,17 m
F2 ≦ 3,75.F1 2,18.F1 0,64.F1

Wenn man nun annimmt, dass bei normalem Gange der Lüftung 10 Proc. der zuströmenden Druckluftmenge durch Wände, Fenster- und Thürspalten entweicht und demnach 90 Proc. dieser Luftmenge durch den Abströmungskanal abströmen muss, so müsste in Anbetracht der Beziehung:

F2.c2.γ2 = 0,9.F1.c1.γ1

wenn γ2 die Raumluftdichtigkeit und c2 die normale Abströmungsgeschwindigkeit bezeichnet, nothwendig

sein. Wenn also die Raumlufttemperatur t2 = 20° C, so würde den vorstehenden Beispielen entsprechend die normale Abströmungsgeschwindigkeit sein müssen:

c2 = 1,4 m 1,6 m 2,7 m

Man sieht also, dass, wenn selbst die normale Einströmungsgeschwindigkeit der Druckluft eine sehr hohe ist, es niemals möglich ist, das Verhältniss der Abströmungsöffnung zur Zuströmungsöffnung derart zu bestimmen, dass demzufolge beim Oeffnen eines Fensters oder einer Thür von aussen keine Luft in den unter der Einwirkung eines saugenden Abströmungskanales stehenden gelüfteten Raum eindringe, weil ein solches Verhältniss dieser Oeffnungen, wie es hierzu erforderlich wäre, immer unzulässig hohe Abströmungsgeschwindigkeiten benöthigen würde. Es bleibt deshalb zur Verhinderung des Eindringens unerwünschter Luft im Falle einer saugenden Wirkung des Abströmungskanales nichts anderes übrig, als die Oeffnung dieses Kanales zu vermindern, sobald eine Thür oder ein Fenster geöffnet wird.

Trotzdem eine sehr hohe Einströmungsgeschwindigkeit somit den Vortheil der Verhinderung eines Gegenstromes beim Oeffnen einer unmittelbar ins Freie führenden Thür nicht bietet, darf man diese Geschwindigkeit doch auch nicht unter einem gewissen Betrage wählen, weil sonst ein solcher Gegenstrom selbst bei Verminderung der Abströmungsöffnung noch eintreten und sogar verursachen kann, dass Aussenluft in den Zuführungskanal der Druckluft eindringt. Denn, wie ein Blick auf den Ausdruck (6) belehrt, wird c' negativ, sobald der Werth des zweiten Gliedes dieses Ausdruckes den der normalen Einströmungsgeschwindigkeit c1 übertrifft. Beträgt beispielsweise die effective Saughöhe h 4 m und ist t3 = 20° und tα = 0, so wird c' schon negativ, wenn die normale Einströmungsgeschwindigkeit c1 weniger als 2,3 m beträgt.

Man ersieht daraus, wie irrig die frühere Regel war, die Einströmungsgeschwindigkeit nicht über 1 m betragen zu lassen. –

Ist die Richtung des Abströmungskanales von dem zu lüftenden Raume aus abwärtsgehend und seine Temperatur höher als die der Aussenluft, seine Wirkung also eine der Abströmung entgegengesetzte, so strömt beim Abschliessen des Zuführungskanales und Oeffnen einer dritten Mauerdurchbrechung Luft durch den Abströmungskanal herbei, in den Raum ein und durch die dritte Durchlassöffnung aus demselben ab, und zwar erfolgt hierbei die Einströmung unter einem effectiven Auftrieb, welcher die Geschwindigkeit

in der dritten Durchlassöffnung zu erzeugen vermag, wenn h die effectiv wirkende Saughöhe, welche die Lufteinführung aus dem Abströmungskanale in den Raum verursacht, t3 die Temperatur der Luft in diesem Kanal und tα die Aussenlufttemperatur bezeichnet.

Denkt man sich andererseits den Abströmungskanal geschlossen und den vollständig geöffneten Zuströmungskanal mit der dritten Durchlassöffnung in Wechselwirkung, so wird; zufolge des Wegfallens der Gegenwirkung des Abströmungskanales, die Einführungsgeschwindigkeit der Druckluft bis auf

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erhöht.

Befinden sich aber alle drei Oeffnungen in Wechselwirkung, so wird von dem Abströmungskanale her eine Lufteinströmung nicht mehr erfolgen, sobald derselben ein Widerstand entgegenwirkt, der ebenso gross oder grösser ist als derjenige, den der Auftrieb der Luft in diesem Kanäle zu überwinden vermag. Dies ist aber dann der Fall, wenn der Luftdruck in dem zu lüftenden Raume diesem Auftriebe gleich ist, oder mit anderen Worten, wenn der im Zuführungskanale wirksame Druck selbst – unter Ueberwindung des gleichen Widerstandes, den der Auftrieb des Abströmungskanales bei geschlossener dritter Mauerdurchbrechung der Drucklufteinströmung entgegensetzt – in den Raum eine Luftgewichtsmenge fördert, deren Hinausdrängen durch die dritte Durchlassöffnung in dieser die Ausströmungsgeschwindigkeit

benöthigt; d.h. wenn:

sofern F3 die Grösse der dritten Durchlassöffnung und γα das specifische Gewicht der Aussenluft am Fusse des Abströmungskanales bezeichnet.

Ersetzt man in diesem Ausdrucke wieder das Verhältniss

durch dessen allgemeinsten Werth
Gl. 1b unter Vernachlässigung des Factors
, so erhält man die Bedingung für die Verhinderung des Eindringens von Luft durch den Abströmungskanal in einer der Gleichung 5 identischen Form ausgedrückt.

Es ist daher aus gleichen Gründen wie bei constanter Druckluftbeschaffung, auch im Falle einer Druckluftbeschaffung, wie sie hier in Betrachtung steht, das Einströmen von Luft durch einen abwärts gerichteten Abströmungskanal nur dadurch mit Sicherheit verhinderbar, dass man diesen letzteren beim Oeffnen eines Fensters oder einer ins Freie führenden Thür abschliesst.