Text-Bild-Ansicht Band 282

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daher Phenolphtalein und zwar folgendermassen: Aus dem gefüllten Behälter entnimmt man mit einer Pipette etwas Saft und bringt denselben in eine Proberöhre, worauf man 2 bis 3 Tropfen Phenolphtalein zusetzt und umschüttelt. Dabei soll der Saft eine schwach rosenrothe Färbung annehmen. Färbt er sich nicht, so hat man zu wenig Kalk zugesetzt; färbt er sich dunkelroth, so ist zu viel Kalk genommen worden und es muss dies durch Zusatz von frischem Saft verbessert werden.

Dieses Verfahren hat überall, wo es versucht wurde, gute Resultate geliefert; Vermehrung der Ausbeute und des Gehaltes des erhaltenen Zuckers, Verminderung der Melasse.

Ein mechanisches Filter mit keilförmigen Einlagen wurde L. Sindelar in Oesterreich-Ungarn, Russland und Deutschland (D. R. P. Nr. 55257 vom 7. Mai 1890 ab) patentirt (Zeitschrift für Zuckerindustrie in Böhmen, Bd. 15 Heft 3).

Diese mechanischen Filter (Fig. 1) bestehen aus einer Anzahl keilförmiger Rahmen, die mit dem zum Filtriren bestimmten Material überzogen sind.

Die Rahmen werden in einem hermetisch geschlossenen oder auch offenen Gefäss, welches mit dem zu filtrirenden Saft gefüllt wird, untergebracht. Der filtrirte Saft füllt jeden Rahmen aus und fliesst durch den im Halse des Kopfstückes befindlichen Kanal g in den durch die Kopfstücke gebildeten Kanal b, welcher mit dem Ausflusse des Filters communicirt.

Die Kopfstücke bilden durch die blankgedrehten Flächen einen hermetisch schliessenden Kanal, welcher einerseits durch die Schlussplatte k, andererseits durch den Abflussstutzen begrenzt wird, und werden durch die Schraube i gegen den Abflusstutzen angepresst. Die ganz feinen Unreinlichkeiten, welche durch den Filterstoff zurückgehalten werden, setzen sich an demselben ab, die grösseren dagegen fallen wegen der keilförmigen Gestalt der Rahmen nach unten und werden von dort abgelassen.

Die Filter werden zu verschiedenen Zwecken verschieden gebaut und zwar: zum Filtriren des Diffusionssaftes und zum Einschalten zwischen die Verdampfapparate, als hermetische Filter; ferner zum Filtriren von Wasser, Dünn- und Dicksäften, Wasser und Melasse vor der Osmose u.s.w. als sogen. Filterelemente, welche in bereits bestehende Behälter eingestellt werden können.

Das Diffusionssaftfilter ist so construirt, dass trotz der grössten Filterfläche der kleinste Rauminhalt beibehalten wird, um keine todten Räume zu erhalten, wo sich der Diffusionssaft durch langes Verweilen verändern könnte.

Das Filter besteht, wie Fig. 1 bis 4 zeigt, aus einem eisernen Kasten mit geneigtem Boden und gusseisernem Kopfstück, in welchem 20 eiserne Rahmen, welche gut verzinkt oder lackirt sind, aufgehängt sind. Die eine Seite des Kopfstückes ist aufgestülpt und bildet dadurch eine längliche Oeffnung, durch welche die Rahmen aa und ein Sieb A eingeschoben werden können. Im rechten Winkel zu der Oeffnung erhebt sich ein cylindrischer Rücken y, welcher zur Aufnahme der Rahmenköpfe dient.

Textabbildung Bd. 282, S. 69
Der Rücken endet in einem Kreuzstutzen, welcher bei n die 125 mm weite Saftausflussöffnung, bei o die 35 mm weite Wasserzuflussöffnung trägt. In der Mitte ist eine Oeffnung c zur Aufnahme der Verschlusschraube i bestimmt. Die Angüsse z und t sind für die Luft- und Probehähne bestimmt. In dem Rücken y sind zwei Winkeleisen ee angeschraubt, welche als Stützpunkt der Rahmen dienen. Am tiefsten Punkt des Bodens ist der Stutzen l von 75 mm Durchmesser angeschraubt und dient zum Ablassen der Unreinlichkeiten. Oberhalb der Einlassöffnung m ist ein Vorfiltersieb x eingelegt.

Die keilförmige Einlage besteht aus dem gusseisernen Kopf a, dem, schmiedeeisernen Rahmen d und ist mit Draht f (welcher auch durch Spiralen vertreten werden kann) so umspannt, dass die Filterstoffe am Anlehnen verhindert sind, wenn selbe von aussen einen Druck erleiden. Der Rahmen ist oben breiter, so dass, wenn derselbe mit Filterstoff umspannt ist, die beiden Filterflächen nach unten gegen sich geneigt sind.

Der Kopf a wird mit dem Rahmen mittels Schrauben verbunden und communicirt mit dem Rahmeninneren durch den Kanal g. Der ganze Rahmen hängt im Kasten auf den Nasen e, e, welche auch seine Lage begrenzen. Wenn die zu einem Normalfilter bestimmten 20 Rahmen mit je 1,5 qm Filterfläche in den Kasten eingeschoben werden, wird die Schraube i mit der Verschlussplatte k eingeschoben und bei c mit einer Mutter fest angezogen. Dann wird der Deckel D auf die Oeffnung mit einer Gummidichtung aufgelegt und verschraubt.