Text-Bild-Ansicht Band 282

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Das Filter ist so zur Arbeit hergerichtet und wird durch das Oeffnen der Ventile m, n in Thätigkeit gesetzt. Zum Abfiltriren des Diffusionssaftes von 1500 Doppelcentner täglicher Verarbeitung genügt ein Filter mit 30 qm Filterfläche und wird alle 12 Stunden gereinigt. Zu dem Zwecke werden die Ventile mn geschlossen und der im Filter befindliche Saft auf frische Schnitte in den Diffuseur abgelassen und dadurch die Unreinlichkeiten abfiltrirt. Dann wird mit etwas Wasser abgeseiht und die belegten Rahmen entweder durch längeren Wasserdurchfluss gewaschen oder durch reine Vorrathsrahmen ersetzt. Die zurückgehaltenen Unreinlichkeiten sind meistens gallertartige Substanzen mit viel Pflanzenleim und etwas Eiweisstoff vermengt, Faserstoffe und bei schlecht gewaschenen Rüben auch Erde. Die belegten und herausgenommenen Rahmen werden, ohne den Filterstoff abzunehmen, unter einer Brause mit weichen Bürsten gereinigt und können, wenn das Waschwasser abgetropft, abermals benutzt werden.

Der Quotient des Saftes steigt durch das Filtriren um wenigstens 1,15 bis 3, was von den Schnitten abhängig ist; je besser die Schnitte, desto geringer ist die Verbesserung des Quotienten durch Filtration. Die Säfte brauchen weniger Kalk, saturiren sich besser und sind nach den Filterpressen fast wasserhell und die Schlamm arbeit eine vorzügliche. Zur Controle des Diffusionssaftfilters ist es zweckdienlich, am Ein- und Auslauf je ein Manometer anzubringen; die Druckdifferenzen zeigen an, ob der Saftdurchfluss im Inneren des Filters behindert wird, und ob die Reinigung vorgenommen werden soll.

Die Filterelemente. Zum Filtriren der saturirten Säfte werden die offenen Filter benutzt. Zu diesem Zwecke werden am besten, wo es die Dimensionen und Formen der Saftbehälter zulassen, dieselben als Filter benutzt, indem in solche die Filterelemente eingestellt werden.

Dieselben bestehen, wie Fig. 2 bis 4 zeigt, aus dem Stutzen und zugleich Kopfstück K und dem Schlusstück l, welche mit vier Eisenstangen pp und ss verbunden sind und so das Gestelle für die Rahmen bilden. Die entsprechende Anzahl Rahmen werden mit den Köpfen nach unten auf die Stangen pp aufgestellt und mit der Schraube l zusammengezogen. Dadurch ist es dem zu filtrirenden Safte möglich, nur durch den Filterstoff in den durch die Rahmenköpfe gebildeten Kanal b zu gelangen, wodurch die Filtration bewerkstelligt wird.

Da der Filterstoff von oben nach unten geneigte Flächen bildet; können sich die Verunreinigungen nicht anhalten, fallen zu Boden und werden von dort zeitweise abgelassen durch den Stutzen p.

Diese Filter arbeiten tagelang, ohne dass man es nöthig hat, die Rahmen zu wechseln. In den Behältern kann der Saft durch Heizschlangen leicht angewärmt werden, was bei Dicksäften von grossem Vortheil ist. Die Rahmen können viereckig oder dreieckig sein; im letzten Falle ist mehr Raum für Heizschlangen und es werden auf die Rahmen quadratische Tücher, in der Diagonale gelegt, aufgenäht. In sehr hohen Behältern wird die Schraube l verlängert und durch eine Stopfbüchse in die Wand geleitet, so dass der Schraubenkopf ausserhalb liegt. Der Filterstoff wird um die Rahmen angenäht und um den Hals mit einer Schnur verbunden. Um den Filterstoff zu reinigen; ist es nicht nöthig, denselben von dem Rahmen abzunehmen, es genügt das Abwaschen unter einer Brause mit einer Bürste. Der Filterstoff hält beim umsichtigen Waschen die ganze Campagne aus, da er wegen der leichten Construction der Rahmen keinen mechanischen Verletzungen ausgesetzt ist.

Dass diese Filter wegen ihrer Billigkeit und der Möglichkeit, dasselbe überall anzupassen, von grossem Vortheil zum Filtriren von Wasser, Dünn- und Dicksäften, Syrupen, Melassen und Wasser vor der Osmose sind, braucht nicht hervorgehoben zu werden.

Ueber A, Philippe's mechanisches Filter (Französisches Patent) berichtete Chauveau (Sucrerie indigène, Bd. 37 Nr. 12 S. 395).

Dieses Filter mit flachen Taschen beruht auf der Filtration von aussen nach innen. Fig. 5 stellt dasselbe in äusserer Ansicht dar, die Fig. 6 und 7 geben die einzelnen Theile in vergrössertem Maasstabe wieder.

Textabbildung Bd. 282, S. 70
Das Filter besteht aus dem metallenen Kasten A von rechtwinkeligem Querschnitt, welcher auf zwei Füssen ruht und oben durch den Deckel B geschlossen ist, in welchem die langen und engen unter sich parallelen Oeffnungen C, in gleicher Anzahl wie die Filtertaschen, ausgeschnitten sind. Jede dieser Oeffnungen kann mit der hohlen beweglichen Kappe G bedeckt werden, welche an einem Ende geschlossen ist, und am anderen einen Stutzen trägt, in welchem das Rohr I befestigt ist, dessen Mündung sich oberhalb der am Deckel B befestigten Rinne K befindet.

Jedes Filterelement besteht aus: 1) einer flachen Tasche D aus einem der zu filtrirenden Flüssigkeit angepassten Gewebe; 2) einem metallischen Rahmen E aus einem eigenthümlichen (patentirten) Drahtgewebe. Die die Rahmen E enthaltenden Taschen E haben eine Oeffnung nur im oberen Theile, wo sie in dem biegsamen Kopfe F endigen, welcher von eigenthümlicher (patentirter) Einrichtung ist und zweierlei Zweck hat. Er vermittelt nämlich die sichere Aufhängung der Tasche und des Rahmens am Deckel B und ausserdem die Verbindung zwischen den Taschen D und den entsprechenden Kappen G.