Text-Bild-Ansicht Band 282

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Die Dichtigkeit dieser Verbindung wird durch die Schraubenmuttern H hergestellt, welche je zwei Kappen zugleich fassen und halten.

Zu dem Apparate gehören ferner eine Anzahl Nebentheile, wie die Ventile zur Regelung des Einflusses, zum Ausleeren des Schlammes u.s.w.

Hiernach versteht man leicht die sehr einfache Arbeitsweise des Filters.

Textabbildung Bd. 282, S. 71
Die einzelnen Taschen mit den darin befindlichen Rahmen, also die Filterelemente werden durch die dafür bestimmten Schlitze C im Deckel B in den Kasten A eingeschoben, sie bleiben wegen des Rades am Kopfe F oben hängen und werden durch die Mutter H an ihrer Stelle befestigt und durch Anziehen der Schraube gedichtet. Das Filter ist somit hergerichtet und man braucht nur das Eingangsventil zu öffnen, worauf die Flüssigkeit unter dem entsprechenden Drucke eintritt, den Kasten füllt, durch das Gewebe der Taschen in diese eintritt, in die Höhe steigt und filtrirt durch I und K abfliesst. Die Rahmen E haben dabei keinen anderen Zweck, als den Durchfluss offen zu halten, ohne dass die Taschen unter dem Drucke der Flüssigkeit zusammenfallen. Die aus der Flüssigkeit abgeschiedenen festen Theile haften bei der geringen Geschwindigkeit der Strömung nur schwach am Gewebe, fallen zum grössten Theile zu Boden und können durch die Oeffnung neben dem Eintritt leicht entfernt werden.

Zum Auswechseln der mit Schlamm beladenen Taschen genügt es, den Zufluss abzusperren; die Muttern zu lösen, die Kappen ab- und die Filterelemente herauszunehmen und durch frische zu ersetzen; dies erfordert nur wenige Minuten und die Wirksamkeit des Filters ist also eine sozusagen ununterbrochene; die Taschen sind äusserst leicht zu reinigen.

Die Ueberwachung ist eine einfache; da jede Tasche ihren besonderen Abfluss hat, so kann man jeden Augenblick sehen, ob sie gut arbeitet, und wenn dies nicht der Fall ist, Abhilfe schaffen. Wenn man die Tasche nicht sofort auswechseln will, kann man auch die betreffende Abflussröhre I einfach verschliessen, damit unfiltrirter Saft nicht zum filtrirten treten kann. Da jede Tasche nur einen Verschluss hat und dieser von aussen zugänglich ist, so kann auch die Dichtung bei jeder einzelnen erkannt und etwaiger Undichtheit leicht abgeholfen werden. Uebrigens kann auch eine solche nicht einmal Schaden bringen, da die heraustretende Flüssigkeit in einer besonderen Rinne, die um den Deckel herumläuft, aufgefangen wird.

Will man den ganzen Inhalt les Kastens A filtrirt entleeren, so steckt man eine der Taschen in eine metallene Scheide L, welche mit dem Kasten nur durch eine Oeffnung am unteren Ende in Verbindung steht. Wird nun durch Dampf oder Druckluft ein Druck auf die Oberfläche der Flüssigkeit im Kasten ausgeübt, oder auch durch die Abflussröhre I ein Absaugen bewirkt, so muss die ganze Flüssigkeit im Kasten durch die Oeffnung der Scheide L ein- und oben filtrirt heraustreten.

Es ergeben sich folgende Vorzüge dieses Filters:

1) Einfachheit und Schnelligkeit der Zusammenstellung und des Auseinandernehmens.

2) Leichte Wäsche der Taschen.

3) Einfache Dichtung jeder Tasche.

4) Die Dichtung liegt ausserhalb und ist daher leicht zu übersehen.

5) Unmöglichkeit der Vermischung filtrirter mit unfiltrirter Flüssigkeit.

6) Alle Taschen sind von einander ganz unabhängig und die Thätigkeit einer jeden ist daher leicht zu beobachten.

7) Jede Tasche kann während der Arbeit leicht ausgewechselt werden, ohne dass das Filter entleert zu werden braucht.

8) Der ganze Filterinhalt kann filtrirt abgezogen werden.

9) Das Filter nimmt nur geringen Raum ein. Dementsprechend hat das Filter in den Fällen seiner Anwendung sich vollkommen bewährt.

(Schluss folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Rohrleitung aus Mannesmannröhren.

Zur Berichtigung unserer Mittheilung 1891 280 301 über denselben Gegenstand bemerken wir, dass Kedabeg nicht im Ural, sondern im Kaukasus liegt.

Ueber die Verbindung der einzelnen Röhren und die Ausgleichvorrichtungen, welche die von dem wechselnden Wärmezustand herrührenden Schwankungen in der Länge erforderlich machen, theilte W. Siemens im Verein für Gewerbefleiss Nachstehendes mit:

Die Beschaffenheit der Röhren erleichtert insofern sehr die Verbindung derselben sowie die Sicherstellung gegen die Ausdehnung, als das Material so ausserordentlich homogen und zuverlässig ist, dass die feinsten Gewinde mit Leichtigkeit eingeschnitten werden können, und zwar so, dass sie etwas conisch verlaufen und dadurch immer gleich eine vollkommene Dichtung geben. Es sind amerikanische Schneidmaschinen, die dabei mit bestem Erfolge angewendet werden. (Derartige conische Verschraubungen sind bei uns seit langer Zeit zu den Gestängen für Tiefbohrzwecke im Gebrauch. D. R.) Als Beweis, wie gut die Dichtungen werden, kann es dienen, dass bis jetzt bei dem Druck von nahe 90 at, der regelmässig beim Pumpen angewendet wird, keine Undichtigkeit bei all den zahllosen Verbindungen der 23 km langen Leitung eingetreten ist. Es ist einfach die Muffe halb auf das festliegende Rohr aufgeschraubt und dann das andere Rohr durch Drehung angeschraubt, wie es gewöhnlich geschieht. Die nahtlosen Röhren lassen sich auch sehr leicht biegen, was sonst bei dicken, gelaschten und geschweissten Röhren schwer fällt. Es ist merkwürdig, wie leicht sich dicke Mannesmannröhren noch in kleine Kreise biegen lassen. Davon haben wir Nutzen gezogen und für Verbindungsstücke Rohren in Spiralen gebogen; diese Spiralen haben etwa 0,75 m Durchmesser, während das Rohr