Text-Bild-Ansicht Band 282

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an die zu dichtende Stange, sowie an die äusseren Wandungen der Stopfbüchse an. In der hier angewendeten Form fällt das Starre des Metalles weg, da das Ganze nachgiebig ist, und der geringen Festigkeit des Gummi ist durch die Kügelchen nachgeholfen.

Zu Liderungen für Dampf wird Hartgummi angewendet, der von der Wärme des Dampfes nachgiebig wird; zu solchen für kalte Flüssigkeiten dient Weichgummi. Die Liderung besteht aus zwei Ringen mit gegen einander versetzten Stössen.

Ueber der Stopfbüchsenbrille sind noch Federn angeordnet, die erforderlich sind, damit beim Anlassen der Maschine und dementsprechend fortschreitender Erwärmung die Liderung sich ausdehnen kann und eine Pressung in der Büchse vermieden wird. Wollte man die Stopfbüchse nur so weit anziehen, dass sie bei gewöhnlichem Gang der Maschine gerade dicht ist, so wird sie beim Anlassen blasen. Die Federn gestatten bei höherer Erwärmung, dass die Stopfbüchsenbrille heraustreten kann, indem die Federn etwas zusammengedrückt werden. Ausserdem bieten die Federn den Vortheil, dass die Stärke des Anziehens besser beurtheilt werden kann und ein ungeschicktes Anziehen nicht so leicht möglich ist.

Baird's Metallpackung wird von Boulton Brothers and Co. in Glasgow angefertigt. Sie besteht nach Engineering vom 23. December 1887, wie Fig. 7 und 8 zeigen, aus Metallringen, welche mit elastischen Ringen wechseln. Die Metallringe sind, wie aus Fig. 8 ersichtlich, oval eingedreht and bestehen je aus vier Theilen, nämlich zwei äusseren und zwei inneren Hälften, die durch Nuth und Feder in der gegenseitigen Lage gehalten werden. Wird die Stopfbüchsenbrille angezogen, so werden die inneren Ringe an die Kolbenstange, die äusseren Ringe an die Stopfbüchse gepresst und behalten dabei bis zur weit fortgeschrittenen Abnutzung Führung durch die erwähnte Nuth und Feder. Die Stopfbüchse ist sehr elastisch und hat vorwiegend metallische Gleitflächen.

Textabbildung Bd. 282, S. 77
Die Metalldichtung von P. und E. Hulburd in London (Oesterreichisch-Ungarisches Privilegium vom 16. August 1889) besteht aus einer Metalldichtung, bei welcher ein oder mehrere Ringe einer weichen Metallcomposition von zwei abgeschrägten Flächen in der Weise zusammengehalten werden, dass sie mehr oder weniger stark gegen die abzudichtenden Flächen gepresst werden, je nachdem die abgeschrägten Flächen, welche den Ring oder die Ringe zusammenhalten, einander mehr oder weniger genähert werden.

Auf der Zeichnung (Fig. 9 bis 14) sind nach der vorliegenden Erfindung hergestellte Dichtungsringe in verschiedenen Formen dargestellt, und zwar zeigen Fig. 9 bis 13 einen Stopfbüchsendichtungsring, während Fig. 14 einen mit dem Dichtungsring versehenen Kolben zeigt.

Der Ring a ist an seinen beiden Seiten abgeschrägt, und legt sich mit diesen schrägen Flächen einerseits gegen einen in der Stopfbüchse angeordneten Ring c, andererseits gegen den Deckel d der Stopfbüchse. Der Ring c und der Deckel d der Stopfbüchse sind ebenfalls mit Abschrägungen versehen, welche den schrägen Flächen b des Ringes entsprechen.

Auf der Aussenseite des Ringes ist eine Vertiefung f angebracht. Hierdurch wird erzielt, dass sich beim Zusammenpressen des Ringes mittels des Stopfbüchsendeckels d auch die mittleren Theile des Ringes mit demselben Druck gegen die abzudichtende Fläche legen, als die nach den Seiten des Ringes zu gelegenen Theile desselben.

Textabbildung Bd. 282, S. 77
Um die Abnutzung der Ringe möglichst klein zu machen, sind auf der Dichtungsfläche Vertiefungen oder Kanäle g angebracht, die mit Asbest h oder einem die Reibung vermindernden Material angefüllt sind, wobei diese Vertiefungen vorzugsweise in Schraubenform angebracht werden, wie in Fig. 10 und 11 dargestellt ist, so dass das Füllmaterial von der Kolbenstange allmählich nach den Enden der Vertiefungen hin zusammengepresst wird.

Statt der Vertiefungen und Kanäle g kann man auch längliche oder runde Löcher i anwenden.

Soll der Dichtungsring für Kolben verwendet werden (Fig. 14), so wird die Vertiefung f auf der Innenseite des Ringes angeordnet. Die schrägen Flächen des Ringes legen sich dann einerseits gegen eine entsprechend schräge Fläche j des Kolbenkörpers, andererseits gegen einen ebenfalls mit einer schrägen Fläche versehenen Ring k, der mittels Schrauben l auf den Kolbenkörper aufgeschraubt ist.