Text-Bild-Ansicht Band 282

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Werden zwei oder mehr Dichtungsringe angewandt, so legt man zwischen je zwei Dichtungsringe einen King von Messing oder anderem geeigneten Material, welcher einen dreieckigen Querschnitt hat.

Textabbildung Bd. 282, S. 78
Die Gminder'sche Metallpackung mit geriffelten inneren und äusseren Dichtungsflächen (Fig. 15) (D. R. P. Nr. 51831 vom 7. Mai 1889), mit deren Verwerthung für Deutschland die Firma Paul Lechler in Stuttgart betraut ist, besteht im Wesentlichen aus einem Einsatz von mehreren Lagen von Ringen aus Lagermetall, welche je einerseits mit conisch abgeschrägten Flächen aufeinander liegen und deren gegen die Stopfbüchsenwand und Kolbenstange gerichtete Flachen mit Riffelungen, Rippen oder Kannelirungen versehen sind. Diese Liderungsflächen pressen sich einerseits an die Wandung der Stopfbüchse passend an, während andererseits die Stange sich leicht und rasch einschleift, wodurch ein dauernd dampfdichter Abschluss erzielt wird.

Die geriffelten Dichtungsflächen des Einsatzes bewirken eine Drosselung des sich einzwängenden Dampfes, der auf diese Weise rasch seine Spannkraft verliert, so dass die Packung mit nur geringem Druck auf die Kolbenstange anzupressen ist. Auch bietet die Riffelung einen geringen Reibungswiderstand.

Gminder's patentirte Metallpackung ist von maassgebenden Maschinenfabriken als zweckmässig anerkannt.

Textabbildung Bd. 282, S. 78
Die Metallpackung von W. E. Brockett, Berlin, Wis., Nordamerika, welche nach American Machinist vom 28. Juli 1883 in Fig. 16 dargestellt ist, besteht aus einzelnen Ringen, welche durch einen (ionischen Ring und Ranken- (Spiral-) Federn an die Stange gedrückt werden. Damit der Büchse ein gewisser Grad von Beweglichkeit ermöglicht werde, sind der Grundring und der der Brille zunächst liegende Ring nach einer Kugelfläche bearbeitet.

D. B. Huston in London verwendet für seine Stopfbüchse als anspannendes Mittel einen wellenförmig gebogenen Ring von Stahldraht, dessen Enden durch die Klammer E mit einander verbunden sind (Fig. 17 bis 19). Auf den Ring stützen sich zwei conische Ringe B. Wird die Stopfbüchsenbrille C angezogen, so bewirkt der Stahldrahtring eine Anpressung derselben an die Kolbenstange. Ueber den Ringen B ist noch eine Metallunterlagsscheibe angebracht, sowie etwas federnde Dichtung. Da die Anpressung bei dieser Stopfbüchse nur nach der Kolbenstange hin erfolgt, und nur nebensächliche Sorgfalt auf die Dichtung der Aussenwände der Büchse verwendet ist, können wir dieselbe für wirksam nicht halten.

Textabbildung Bd. 282, S. 78
Eine Stopfbüchse, welche zum Zwecke des Auswechselns der Packung herausnehmbar gemacht ist, ist Addison Goodrich in Astoria durch das amerikanische Patent Nr. 458453 vom 6. November 1890 geschützt worden. Die untenstehenden Fig. 20 und 21 zeigen die Anordnung in zwei Ausführungsformen. Die Büchse a, welche die Packung enthält, ist zweitheilig, und sind die Theile so geformt, dass sie mit Knaggen b in einander greifen, wodurch sie vor gegenseitiger Verschiebung nach der Länge geschützt sind. Da sich insbesondere bei nicht metallischen Packungen das Material bei längerem Gebrauch sehr fest in die Stopfbüchse presst, so ist die vorliegende Anordnung wohl beachtenswerth. Aber auch bei Brüchen an metallischen Packungen kann sie gute Dienste leisten, da die Bruchstücke nicht selten der Entfernung erhebliche Schwierigkeiten entgegensetzen.

Textabbildung Bd. 282, S. 78
Eine Stopfbüchse mit beweglichen Verpackungsbehältern ist Gegenstand des D. R. P. Nr. 50971 vom 16. August 1889, ertheilt an N. Macbeth in Bolton. Die Büchse hat sich in kurzer Zeit in England sehr verbreitet und wird in mehreren Abänderungen ausgeführt, welche mit einander gemeinsam haben, dass die Büchse in gewissem Grade sich der Lage der Kolbenstange anbequemt (Fig. 22 bis 24).

Zur Aufnahme der Verpackung kommen für sich bestehende Büchsen cc1 in Anwendung; die Verpackung wird also nicht wie bisher (vgl. übrigens die vorerwähnte Büchse von A. Goodrich) von Büchsen eingeschlossen, welche in dem Stopfbüchsenhalse fest liegen. Die Büchsen cc1 sind in einander verschiebbar und das Ende des Theiles c ist mit einer kugelförmigen Abrundung versehen, welche in eine entsprechende Ausrundung des Ringes d passt. Letzterer liegt lose auf dem Einsatz e. Eine entsprechende