Text-Bild-Ansicht Band 282

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und Bohrkerne von 20 mm. Die Bohrspindel wird, wie gesagt, von einer secundären Dynamomaschine betrieben, während die Dampfmaschine und die primäre Dynamomaschine sich am Ufer befinden. Der Vorschub wird von Hand durch den Bohrmeister geregelt. Zur Regelung der den sehr ungleichen Gesteinsverhältnissen entsprechenden Geschwindigkeit, welche durchschnittlich 1500 bis 2000 Umdrehungen in der Minute beträgt; dient ein mit einem Läutewerke verbundenes Schaltbrett und als Widerstände werden Glühlichter oder Bogenlampen eingeschaltet. Der Arbeitsfortschritt beträgt im Maximum 1 m in der ersten, 0,80 m in der zweiten und 0,50 m in der dritten Tiefe für je 10 Minuten. Die Ladung erfolgt sofort, die Zündung in Gruppen. Bisher sind etwa 7000 cbm unter Wasser gesprengt worden.

Ein anderer, recht praktischer Vorschlag rührt von Thunhart und Könyves-Tóth her. Nach einem in der Zeitschrift des ungarischen Ingenieur- und Architektenvereins, 1891 S. 325, veröffentlichten Vortrage erklärt Michael Könyves-Tóth, dass frei aufliegende Ladungen nur einen Theil ihrer Wirkung zur Geltung kommen lassen, weil dieselbe nur innerhalb der Trennungssphäre, nicht aber auch auf die viel grössere Rissphäre hin sich äussert. Blosse Bohrschüsse würden dennoch bedeutende Unebenheiten zurücklassen, wenn nicht wiederholt nachgesprengt würde, und ein einziges solches vorragendes Riff wäre genügend, um ein Schiff zu beschädigen. Deshalb schlägt er ein auf einem Felsenbrechschiffe von Thunhart und einem ähnlich construirten Felsenbohrschiffe basirtes combinirtes Spreng- und Brechverfahren vor.

Textabbildung Bd. 282, S. 87
Fig. 6 bis 8 versinnlichen das Felsenbohrschiff. Dasselbe ist durch zwei grosse Eisenpiloten gegen wagerechte Bewegung geschützt und sonst mit Ketten in der bei Baggerschiffen üblichen Weise befestigt und verschiebbar gemacht. Wie ersichtlich, befinden sich in dem Schiffe Senkkästen mit ovalem Querschnitte (3,8 m lang, 3,0 m breit und 5,0 m hoch), welche in Rollen gut geführt sind und mittels an zwei Seiten angebrachten hydraulischen Kolben gehoben und gesenkt werden. In der 4,50 m hohen Arbeitskammer befindet sich ein an Ketten aufgehängtes 10000 k schweres Bohrgestelle für vier Bohrmaschinen, dessen vier als Kolben gearbeitete Füsse durch hydraulischen Druck der Felsenformation entsprechend tief herabgelassen werden. Sodann wird der Senkkasten weiter herabgelassen, so dass das Bohrgestelle frei in nur 0,30 bis 0,40 m Wasser steht und von den Schwankungen des Schiffes und der Strömung vollkommen unbeeinflusst ist. Nach dem Abbohren wird das Bohrgestelle mit dem Senkkasten zugleich gehoben.

Ein ganz ähnlich construirtes Schiff dient zum Abbrechen der stehen gebliebenen Riffe. Fig. 9 zeigt einen Querschnitt desselben. Der Senkkasten ist hier unten geschlossen und trägt einen Dampfhammer, dessen Kolbenstange in einen Gusstahlkreuzbohrer endigt und durch eine Stopfbüchse am Boden des Senkkastens hindurchgeht. Der Dampfhammer arbeitet mit 100 bis 150 Schlägen in der Minute mit 3 t Schlagkraft und bricht etwa 0,15 m vom Gesteine ab. Je sechs solcher Hämmer arbeiten in einem Schiffe, einer in der Spur des anderen, während das Schiff sich mit etwa 1,00 m Geschwindigkeit in der Minute vorwärts bewegt.

Bei den Arbeiten am „eisernen Thore“ war, bevor dieselben an eine Generalunternehmung vergeben wurden, von der ungarischen Regierung ein solches Felsbrechschiff mit einem Hammer probeweise in Verwendung und gab während der kurzen Prüfungszeit viel versprechende Resultate.

J. Elton Bott in Openshaw bei Manchester hat eine pneumatische Granate erfunden, welche mit Hilfe von gewöhnlichen glatten Geschützen (nach geringen Aenderungen) abgefeuert werden kann, und, wie es scheint, die monströsen Zalinski-Kanonen aus dem Felde schlagen wird. Die Granate