Text-Bild-Ansicht Band 282

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das andere Rohr eine hochintensive Blitzflamme erzeugen, ohne Gefahr zu laufen, eine vorzeitige Explosion zu bewirken. (Eder's Jahrbuch für Photographie und Reproductionsverfahren für 1890 und dasselbe für 1891 S. 446.)

Sinsel in Leipzig gab dem Magazin für Magnesiumpulver eine derartige Form, dass aus demselben selbsthätig beim jedesmaligen Drucke auf den Kautschukballon das bestimmte Quantum Magnesiumpulver in die Blaseröhre gelangt, wodurch ein rasches Wiederholen des Blitzens ermöglicht wird. (Eder's Jahrbuch, 1890 S. 447.)

Haake und Albers in Frankfurt a. M. gaben ihrer Lampe eine sehr einfache und handliche Form (Fig. 3). Die mit Spiritus und Benzin gefüllte Lampe ist cylinderförmig und umgibt das in der Achse befindliche Blaserohr, welches in seiner Verlängerung von dem Magnesiumpulvermagazin umgeben ist. Aus diesem Magazin gelangt beim jeweiligen Drucke an einen Knopf und Klopfen am Apparate die bestimmte Menge Magnesiumpulver in das Blaserohr. (Eder's Jahrbuch, 1891 S. 448.)

Textabbildung Bd. 282, S. 90
Hesekiel's Fulgurapparat kann an jeder beliebigen Gas- oder Erdöllampe befestigt werden. Bei demselben wird das Magnesiumpulver durch eine mechanische Vorrichtung (eine Art durch Federkraft gespannter pneumatisch auszulösender Schleuder) in die Flamme geschleudert. (Eder's Jahrbuch für Photographie, 1891 S. 53.)

Zur Bestimmung der Verbrennungsdauer von Magnesiumblitzlicht construirte Eder (siehe Eder's Jahrbuch für Photographie, S. 449) einen Apparat, welcher aus einem Rade besteht, das in der Secunde eine Umdrehung macht und an der Peripherie sowie im Centrum einen glänzenden Knopf trägt. Wird nun das in Bewegung befindliche Rad mittels Blitzlicht photographirt, so erscheint der glänzende Knopf an der Peripherie je nach der Dauer des Lichtblitzes als kürzerer oder längerer Bogen im Bilde, aus dessen Länge gegenüber dem Umfange des Rades sich die Zeitdauer des Lichtblitzes leicht ermitteln lässt. Der Apparat kann auch zur Bestimmung der Geschwindigkeit von Momentverschlüssen benutzt werden.

Orthochromatisches Verfahren.

Ueber die Herstellung orthochromatischer Platten siehe Eder, Photographie mit Bromsilbergelatine (Halle a. S. 1890 bei W. Knapp). Ferner David und Scolik, Die orthoskiagraphische Photographie.

Ueber Silbererythrosinplatten schrieb Prof. Zettnow. (Eder's Jahrbuch für Photographie, 1891 S. 303.)

Eder weist nach, dass er das Erythrosin als Sensibilisator für Bromsilbergelatineplatten zuerst beschrieben und in die Praxis eingeführt hat. (Photographische Correspondenz, 1890 S. 455).

Ueber die Beziehungen zwischen Absorption und Empfindlichkeit sensibilisirter Platten bemerkt J. J. Ackworth, dass die Absorptionsmaxima gegen die brechbare Seite des Spectrums verschoben sind. Die Verschiebung ist in einigen Fällen geringer als in anderen; bei mehreren Absorptionsmaxima kann für eines derselben unter Umständen kein Sensibilisirungsmaximum vorhanden sein.

Die Endresultate stehen in naher Beziehung zu dem Stockes'schen Fluorescenzgesetz, sowie zu den von Ebert constatirten einseitigen Verbreiterungen der Spectrallinien. Als Stütze für dieses Ergebniss dienen Eder's Untersuchungen über denselben Gegenstand.

Leon Vidal erzielte mit dem Naphtalinblau als Sensibilisator lohnende Erfolge. Die Blauempfindlichkeit der Platten wird durch Indophenol und Malachitgrün bedeutend her abgedrückt, jene für Roth wird gesteigert. Grün und Gelb behalten die richtigen Thonwerthe. Das Verfahren zur Herstellung der Sensibilisirungsflüssigkeit ist folgendes: 0,1 g Indophenol werden in 500 cc Alkohol gelöst (1), andererseits 1 g Malachitgrün in 200 cc Wasser. Zu der erwärmten letzteren Lösung gibt man eine solche von 10 g doppeltchromsaurem Kalium in 100 cc Wasser, welche ebenfalls auf 70 bis 80° C. erwärmt worden ist. Nach ½ Stunde, während welcher Zeit die Lösung warm erhalten wird, filtrirt man und löst den ausgewaschenen Niederschlag in 250 cc Alkohol, welcher 6 bis 8 g Chininsulfat enthält. Die filtrirte Flüssigkeit ist schön Grünblau gefärbt und bildet die Mutterlösung (2).

4 cc der Lösung 1 werden mit 4 cc der Lösung 2 versetzt und 600 cc destillirtes Wasser zugefügt, in dieser Flüssigkeit werden die Platten zwei Minuten gebadet und im dunklen Raume getrocknet. Die Platten geben das Roth nach seinem Thonwerthe selbst durch eine intensive Gelbscheibe wieder. Eine noch höhere Rothempfindlichkeit erzielt man durch Anwendung eines Ergänzungs-Strahlenfilters, das aus einer Substanz gefertigt ist, welche alle Strahlen ausser Roth und Gelb absorbirt. Verfasser empfiehlt hierzu Gelatine, welche man durch Weichen in Erythrosinlösung gefärbt hat. Die Farbstoffe hat Leon Vidal von Durand und Huguenin in Basel bezogen.

Bierstadt behauptet, orthochromatische Effecte nur durch Versetzen mit farbigen Mitteln zu erreichen. Er benutzt z.B. Lösungen von Anilingelb und Eosin, welche er in einer planparallelen Wanne hinter der Linse an der Camera befestigt. Die Belichtungszeit dauert sehr lange. (Ann. Amer. of Phot., 1890 S. 154.)

Ueber orthochromatische Collodion-Emulsion schreibt v. Hübl: Bromsilber-Collodion-Emulsionen lassen sich durch Farbstoffe sehr leicht sensibilisiren. Man versetzt die Emulsion mit Eosin und Silbernitrat oder mit einer Lösung von Eosinsilber in schwachen Säuren, sauren Metallsalzen u.s.w. und fügt überdies etwas Silbernitrat zu oder man benutzt eine Lösung von Eosinsilber in Ammoniak. Ein eventueller Ueberschuss davon gibt zu Schleiern Veranlassung, er muss daher durch vorsichtiges Abstumpfen mit einer Säure unschädlich gemacht werden. Man fährt mit dem Zusätze der Säure so lange fort, bis eine leichte Trübung von ausfallendem Eosinsilber zu bemerken ist und filtrirt dann die Lösung.

Mit Eosinsilber angefärbte Collodion-Emulsionen liefern bezüglich Farbenempfindlichkeit ganz dieselben Resultate, wie die nasse Eosinbadeplatte.

Will man das gelbe Strahlenfilter in die Emulsion verlegen, so kann dies durch Zusatz von alkoholischem neutralen pikrinsaurem Ammoniak erreicht werden. (Phot. Corr., 1890 S. 388.)

Joseph Bierfelder berichtet über die Albert'sche Collodion-Emulsion