Text-Bild-Ansicht Band 282

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und das Arbeiten mit derselben. (Eder's Jahrbuch für Photographie, 1891 S. 180.)

Ueber die Photographie mit Eosincollodion schreibt v. Hübl: Als Farbensensibilisator benutzt man ausschliesslich die Silbersalze des Eosins; der Process ist leicht und bequem durchzuführen und hat nur einen Nachtheil: dass die photographische Schichte eine relativ ziemlich bedeutende Unempfindlichkeit zeigt, was durch die Nothwendigkeit von stark sauren Silberbädern, um bei Gegenwart von Eosin kräftige klare Platten zu erhalten, bedingt erscheint, da das in der Schicht enthaltene Eosinsilber gleichsam als Verzögerer wirkt. Der Wirkung des sauren Bades begegnet Verfasser durch Anwendung eines zweiten Bades, welches neutral ist und einen viel geringeren Silbergehalt als das erste hat. Die Eosinmenge kann auf eine sehr geringe (1/200 bis 1/300 des Bromsalzes) herabgesetzt werden ohne wesentliche Beeinträchtigung des Effectes.

Verfasser gibt Formeln für Zusammensetzung von Collodion- und Silberbädern sowie Entwickler. Als Verstärker empfiehlt er den Hydrochinon-Silbex-Verstärker, welcher vor oder nach dem Fixiren angewendet werden kann. (Siehe Eder's Jahrbuch, 1890 S. 221.)

Als wesentlich für das Gelingen des Processes ist ein kühles Laboratorium, im heissen Atelier versagt der Process vollkommen und ist keine klare kräftige Platte zu erhalten.

Die Exposition sei eine reichliche, das Bild muss beim Entwickeln momentan hervortreten. Selbstverständlich fehlt der Eosinsilberplatte die Rothempfindlichkeit. Das blau-stichige Roth bei Anwendung einer Gelbscheibe bleibt selbst wirkungslos. (Eder's Jahrbuch, 1891 S. 189.)

Entwickler für Bromsilbergelatineplatten.

Dr. Andresen in Berlin stellt das Eikonogen – Natriumsalz der Amido-β-Naphtol-β-Monosulfosäure


C10H15
SO4Na
OH
NH2

– in gut haltbarer Form her.

Die Actiengesellschaft für Anilinfabrikation in Berlin bringt Dr. Andresen's Eikonogenpatronen in den Handel, deren Inhalt (1 cc) aus gepulvertem Eikonogen, Natriumsulfit und Soda, welche von den übrigen Bestandtheilen durch einen Baumwollenpfropf getrennt ist, besteht. Zum Gebrauche wird der Inhalt in 100 cc Wasser gelöst. Die Eikonogenpatronen werden Amateuren und reisenden Photographen sehr willkommen sein.

Bottamley schreibt über Normalentwickelungsmethoden. (Eder's Jahrbuch für Photographie, 1891 S. 5).

Belitzky berichtet über einen haltbaren Abschwächer, derselbe besteht aus 300 cc Wasser, 15 g Ferridoxalat und 15 g Natriumsulfit. (Eder's Jahrbuch für Photographie, 1891 S. 41.)

Die Phot. Times empfiehlt Zusatz von Glycerin zum Eikonogenentwickler, wodurch er haltbarer werden soll.

Warnercke empfiehlt statt der Potasche Aetzkali zu verwenden und zwar:

Natriumsulfit 40 Th.
Heisses destillirtes Wasser 100
Eikonogen 10
Aetzkali 10

Die Lösung lässt sich aufbewahren; zur Verwendung wird mit Wasser (2 bis 3 Th.) verdünnt.

v. Melandoni (The phot. Journ., 1890 Bd. 14 S. 110), J. J. Ackworth (The phot. Journ., 1890 Bd. 14 S. 110) und Arlt (Phot. Nachr., 1890 Nr. 5 S. 3) empfehlen desgleichen an Stelle von Potasche Aetzkali zum Eikonogenentwickler zu verwenden.

Piffard empfiehlt Ammoniak entgegen anderen Angaben. (Phot. Nachr., 1890 S. 223.)

Archer setzt dem Eikonogenentwickler gelbes Blutlaugensalz zu. (Anthony's Bull., Februar 1890 Bd. 21 S. 69.)

R. Krügener empfiehlt den Eikonogenentwickler vor Luftzutritt geschützt aufzubewahren, welchen Zweck er durch Anwendung von flachen Gummibeuteln erreichen will. (Eder's Jahrbuch für Photographie, 1891 S. 153.)

Mischungen von Eikonogen mit anderen Entwicklern werden von vielen Seiten empfohlen.

Eikonogen-Pyroentwickler und Eikonogen-Hydrochinonentwickler sind in Amerika vielfach in Verwendung. Unter dem Namen Crystallos kam 1890 von Paris aus ein Rapidentwickler in den Handel, welcher aus Eikonogen, Hydrochinon, caustischem Alkali und gelbem Blutlaugensalz bestand.

Hierdurch angeregt stellte A. Lainer seinen Hydrochinonrapidentwickler her.

Aetzkali als Beschleuniger im Hydrochinonentwickler wurde von E. Himly, Payne, Duchesne u.a. empfohlen.

Zusatz von Ferrocyankalium zum Hydrochinonentwickler vermehrt die Contraste (E. Himly;Phot. Corr., 1889 S. 160). Beide zugleich geben dem Hydrochinonentwickler die Eigenschaft rapid zu wirken bei vollkommener Klarheit der Platten.

Solche Entwickler wurden fast gleichzeitig von Balagni in Paris und A. Lainer in Wien mitgetheilt.

Balagni's Entwickler (Phot. Arch., 1891 S. 1) besteht aus drei Lösungen:

a) Wasser (kochend) 1000 cc
Natriumsulfit 250 g
Hydrochinon 20 g
b) Wasser 900 cc
Aetznatron 100 g

Nach erfolgter Lösung werden zugefügt:

Wasser 100 cc
Blutlaugensalz 10 g
c) Wasser 100 cc
Bromkalium 10 g

Zur Hervorrufung einer Momentaufnahme (halbe Grösse) mischt man:

a. 80 cc
Wasser 40 cc
c. 1 cc

Für Zeitaufnahmen werden gemischt:

Wasser 80 cc
Lösung a) 40 cc
b) 4 cc

A. Lainer (Phot. Corr., 1890 Januarheft) theilt seinen Entwickler mit.

Derselbe besteht aus zwei Lösungen:

a) Wasser 900 cc
Natriumsulfit 40 g
Gelbes Blutlaugensalz 120 g
Hydrochinon 10 g
b) Aetzkalilösung 1 : 2.

Man mischt für den Gebrauch für die Cabinetplatte:

a) 60 cc
b) 6 cc.

Das Bild erscheint in drei Secunden und ist die Entwickelung in 30 bis 40 Secunden beendet.