Text-Bild-Ansicht Band 282

Bild:
<< vorherige Seite

Biegsame photographische Platten „Films“.

Unter dem Namen Stripping Films führte Eastman vor längerer Zeit ein Papier ein, welches gestattet, nach dem Entwickeln die glasklare Negativhaut abzuziehen. – Die Herstellung geschieht in der Weise, dass Eastman sein Papier mit weicher Gelatine überzieht und auf diese Schicht erst die Bromsilbergelatineschicht folgen lässt. Durch Aufquetschen des vorher entwickelten Negatives auf mit Collodion überzogenes Glas und nachheriges Einweichen in lauwarmes Wasser lässt sich das Häutchen vom Papier abziehen, indem die weiche Gelatine schmilzt. Diese Operation ist nur mit grosser Vorsicht und Geschicklichkeit durchführbar, was ein entschiedener Nachtheil der Stripping Films ist.

Frödtman's Vergara Films enthalten als Unterlage der lichtempfindlichen Schichte eine mit Kaliumbichromat versetzte durch Belichtung unlöslich gemachte Gelatineschicht. Diese Platten geben tadellose Negative und sind dabei papierdünn. Die Herstellung aber scheint keine leichte zu sein.

Aehnlich den Vergara Films scheinen die Balagni'schen Films zu sein; bei denselben bilden die Unterlage für die lichtempfindliche Schichte wahrscheinlich über einander abwechselnd geschichtete Lagen von Collodion und Chromgelatine.

Neuerer Zeit ist es Eastman gelungen, Films, deren Bromsilbergelatine tragende Unterlage aus einem sehr zähen Collodion besteht, herzustellen, welche sehr dünn, biegsam und dabei durchsichtig sind.

Ein grosser Vortheil der Films liegt in dem Umstände, dass dieselben absolut niemals die Erscheinung der sogen. Lichthöfe zeigen. Auch das geringe Gewicht kommt ihnen vortheilhaft zu statten, wogegen ihre Kostspieligkeit und die Schwierigkeiten, welche die Arbeit mit Films dem weniger Geübten darbietet, ihrer allgemeinen Verwendung im Wege steht.

Ueber Photographie mit Films siehe Prof. Vogel in Eder's Jahrbuch für Photographie und Reproductionsverfahren für 1891 S. 318.

Krügener berichtet über Celluloidfilms, deren Herstellung die Eastman Company in New York übernommen hatte. Diese sogen. Rollfilms stellen lange Streifen von äusserst dünnem Celluloid dar, deren eine Seite die lichtempfindliche Schicht trägt; und welche auf Holzrollen aufgerollt in den Handel kommen. Krügener bemerkt, dass durch längeres Aufbewahren die Empfindlichkeit der Films leidet und bei älteren Films der Art leicht Schleierbildung eintritt. (Dieser Umstand ist bei den neueren Films der Eastman Company, welche Collodium als Unterlage haben [siehe oben], vermieden. Anna, der Ref.)

Perutz in München erzeugt Emulsionshäute (siehe Photogr. Mitth., Bd. 26 S. 335). Zu erwähnen sind noch Anthony's Celluloidfilms, welche in Blätterform in den Handel gelangen.

Ueber Entwickeln und Trocknen von Transparentfilms siehe Lechner's Mittheilungen, August 1890.

Die Sensitized Opal Cards Comp. in London erzeugt seit 1890 Friese Greene's Patent Opal Cards. Bei denselben ist die Bromsilbergelatineschicht direct auf dem Carton befindlich. Der Carton ist mit einer Mischung von Zinkweiss, Terpentin und Firniss überzogen und auf dieser Schicht die Bromsilbergelatineschicht aufgetragen.

Die Firma O. Moh in Görlitz erzeugt Trockenplatten auf Glimmer, welcher so dünn ist, dass das Gewicht desselben 1/12 bis 1/23 des Gewichtes einer ebenso grossen Glasplatte ausmacht. Die Platten zeigen gute Eigenschaften. (Phot. Corr., Februar 1891.)

(Fortsetzung folgt.)

Neue Verfahren und Apparate in der Zuckerfabrikation.

(Schluss des Berichtes S. 68 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Zu dem Patente Nr. 53043, Oberflächenverdampfer von Julius Schwager in Berlin (1891 281 * 19), wurde ein erstes Zusatzpatent (D. R. P. Nr. 55453 vom 4. März 1890 an) ertheilt.

Die vorliegende Neuerung bezieht sich auf eine Abänderung der Gestalt der von innen geheizten, oben und unten flüssigkeitsdicht eingesetzten Heizrohre, welche bei dem Oberflächenverdampfer des Hauptpatentes benutzt werden, sowie der Richtung, in welcher die letzteren von dem zur Beheizung derselben benutzten Dampf durchflössen werden.

Textabbildung Bd. 282, S. 93
An Stelle der Rohre von gleichmässigem Querschnitt, welche in dem Hauptpatent angegeben sind, können auch conische Rohre a verwendet werden, wie dieses aus den Querschnittsfig. 8 und 9 und der Grundrissfig. 10 und 11 zu ersehen ist. Die um die Rohre a in dem Boden d des zur Einführung der zu verdampfenden Flüssigkeit dienenden Raumes b freigelassenen Oeffnungen o können hierbei hochgehende Ränder o'' besitzen, wie dieses in der Fig. 8 angedeutet.

Für diejenigen Fälle, in welchen es vortheilhafter erscheint, ohne den hochgehenden Rand o'' zu arbeiten, wird derselbe bis in die Ebene der Grundplatte d gesenkt, so dass nur unterhalb derselben der Stutzen o1 zur Führung der Flüssigkeit in Mantelform auf die Aussenwandung der Rohre verbleibt.

Die conische Form der Rohre a hat die Wirkung, die Beschleunigung, welche die Schwere auf die Abwärtsbewegung