Text-Bild-Ansicht Band 282

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von neben und über einander angeordneten, wagerecht liegenden, im Profil mauerkronenförmigen und an ihren wagerechten Flächen gelochten Blechen und dazwischen senkrecht eingesetzten Blechzungen, welche Theile in Verbindung mit dem sie umschliessenden Rahmen die Würfelformen bilden. Fig. 17 stellt ein einzelnes solches mit Durchlochungen versehenes Blech dar.

Wie ersichtlich, besitzen die Bleche ab ein mauerkronenartiges Profil und in ihren Flächen u Durchlochungen oder Schlitze c. Durch Einsetzen der senkrecht gestellten Blechzungen d zwischen diese wagerecht neben und über einander angeordneten Bleche ah werden mehrere Schichten flachkantiger Würfelformen (bezieh. flachkantig gestellter Parallelepipedformen) hergestellt, wobei die einzelnen senkrecht über einander liegenden Formen durch die Schlitze c mit einander in Verbindung stehen.

Textabbildung Bd. 282, S. 95
Das Aufbauen der Formengruppen A auf die durch Fig. 16 veranschaulichte Weise geschieht innerhalb der Rahmen f, wobei die unterste Schicht von Blechen ab und Blechzungen d auf einen nach innen vorspringenden Rand des Rahmens zu liegen kommt.

Eine gewisse Anzahl solcher Rahmen f mit den eingesetzten Würfelformsystemen A wird dicht auf einander gesetzt, so dass der unterste Rahmen dicht auf eine Oeffnung zu liegen kommt, durch welche man die Füllmasse in die Formen empordrücken kann.

Textabbildung Bd. 282, S. 95
Soll neben dem Würfelzucker gleichzeitig auch Zucker in Form von Blöcken oder Platten erzeugt werden, so wird in jedem Rahmen über der obersten Schicht von Blechen ab ein Raum J ausgespart oder statt dessen zwischen je zwei mit Formblechen gefüllte Rahmen ein leerer Raum eingeschaltet.

In der Zeichnung ist ein fahrbares Gestell B dargestellt, welches den Rahmen eine hohle, mit Sitzen für vier Rahmenstösse versehene Unterlagsplatte darbietet. Durch Flügelmuttern, welche man auf die Oberenden von Spindeln schraubt, welche sich zwischen den Rahmenstössen befinden, werden die Rahmen fest an einander gedrückt.

Ein in der Mitte zwischen den Rahmen angebrachtes Rohr C, welches in einen kastenförmigen Theil h der muldenförmigen Unterlagplatte des Gestelles B hineinragt, steht durch seitliche Oeffnungen g in diesem Kasten mit der Mulde des Gestelles B in Verbindung. Die unter Druck von oben in das Rohr C eingeleitete Füllmasse gelangt in diese Mulde unterhalb der Rahmen f und wird nun durch den natürlichen Druck der Flüssigkeit von unten nach oben durch die in den Würfelformsystemen A gebildeten Wege, welche aus den senkrecht über einander liegenden und durch die Schlitze c in Verbindung stehenden Würfelformen hergestellt werden, hindurchgepresst, so dass sie in denselben aufsteigt, gegebenenfalls auch in die Zwischenrahmen D dringt und hierbei nach einander die einzelnen Würfelformen bezieh. auch die Zwischenrahmen erfüllt. Die Füllmasse kann in das Rohr C durch den natürlichen Druck aus einem höher gelegenen Behälter eingeleitet oder durch eine Pumpe eingepresst werden.

Textabbildung Bd. 282, S. 95
In Folge der flachkantig gestellten Würfelformen kann sich die Füllmasse, nachdem sie durch die Schlitze c in die über denselben befindlichen einzelnen Formen eingedrungen ist, in diesen Formen gleichmässig nach allen Seiten ausbreiten, so dass eine unvollständige Ausbildung der Würfelecken vollständig ausgeschlossen ist. Die verdrängte Luft hat dabei genügend Zeit, durch die Schlitze in die nächst höher liegende Formschicht zu entweichen, so dass keine Luftblasen zurückgehalten werden können.

Nachdem die Raffinadefüllmasse in den Würfelformen auf gebräuchliche Weise gedeckt worden ist, lassen sich die Würfel leicht in geordnetem Zustande entleeren.

Patentansprüche.

1) Eine Vorrichtung zur Herstellung von Würfelzucker, gekennzeichnet durch ein fahrbares Gestell, auf dessen muldenförmigem Boden B die die Formen A enthaltenden Rahmen f über einander derart angeordnet sind, dass die durch das centrale Rohr c eingebrachte Füllmasse durch die seitlichen Oeffnungen g von unten nach oben durch die Formen hindurchdringt.

2) Bei der unter 1 angegebenen Vorrichtung die Einschaltung leerer Zwischenrahmen D zwischen den die Blechformen A enthaltenden Rahmen f, zum Zwecke der gleichzeitigen Erzeugung von Zucker in Würfel- und Blockform.

[Kleinere Mittheilungen.]

Cement als Dichtungsmaterial.

In neuerer Zeit hat man den Cement als ein ausgezeichnetes Dichtungsmaterial erkannt.

Nach den Erfahrungen des Magdeburger Vereins und nach den Beobachtungen, die in dessen Versuchsanstalt angestellt worden sind, scheint der Cement in kurzer Zeit alle anderen Dichtungsmaterialien verdrängen zu wollen.

Der Cement eignet sich zum Abdichten der Mannlochdeckel bei Dampfkesseln im Dampfraume sowohl wie im Wasserraume, zum Abdichten von Rohrflanschen aller Art mit heissem und kaltem Inhalte, zu Dampfmaschinen-Cylindern, Schieberkastendeckeln, zum Eindichten von Wasserstandsgläsern u.s.w. Um diese Dichtung anzuwenden, reinigt man die zu dichtenden Flächen so, dass eine metallische Oberfläche vorhanden ist. Dann mischt man Cementmehl mit Wasser zu einem steifen Mörtel, der so dick ist, dass er an einer senkrechten Wand hängen bleibt. Diesen Mörtel trägt man auf die zu dichtende Fläche auf und zieht die Verbindungsschrauben fest an, bis