Text-Bild-Ansicht Band 282

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Nr. 56594 vom 2. October 1890) bezweckt die Vergasung schwerer Oele ausserbalb des Explosionsraumes.

Das Ventil besteht im Wesentlichen aus dem Gehäuse A, dem büchsenförmigen Einsatz B, dem doppelsitzigen Ventilkegel C und den Deckeln D und E, in welchen letzteren sich Oeffnungen F und G befinden; die Oeffnungen G correspondiren mit gleich grossen Oeffnungen im Einsatz B. Durch Drehung der Deckel D und E lassen sich die Oeffnungen F und G für die Luftzuführung beliebig erweitern oder verengern.

Das Gehäuse A wird von aussen durch eine beständig brennende Flamme erhitzt. Durch den Stutzen H wird das zu verwendende Oel in den Vergasungsraum zwischen A und B gedrückt, und zwar in der Weise, dass das Oel strahlenförmig durch die in dem Stutzen angebrachten beiden Oeffnungen J in dem Vergasungsraum rings herum geworfen wird. Wenn nun von dem Cylinder des Motors, an welchem das Ventil angebracht ist, das verdampfte Product angesaugt wird, so wird gleichzeitig auch ein Quantum Luft mit angesaugt und mit dem Vergasungsproduct gemischt. Dieses Quantum Luft kann eventuell, wie oben erwähnt, durch die Oeffnungen F und G nach Bedarf beliebig regulirt werden.

A. Spiel in Halle a. d. S. (* D. R. P. Nr. 57217 vom 3. October 1890) bringt einen linsenförmigen Steuerungsschieber in Vorschlag, Fig. 16.

Textabbildung Bd. 282, S. 98
Die Zeichnung stellt z.B. eine Ausführungsweise mit drehender oder schwingender Bewegung der Linse A dar. Der Antrieb derselben erfolgt von der Steuerung aus, entsprechend der Arbeitsweise der Maschine.

Die Linse A, aus einem vollen Gusskörper bestehend, ist mit den mit dem Zünd- und Auspuffkanal z bezieh. a zu geeigneter Zeit in Verbindung tretenden Bohrungen z1 bezieh. a1 versehen; welche bei der Drehung der Linse vor die erstgenannten Kanäle gelangen und, genau wie in den Hauptpatenten angegeben, in diesen Augenblicken die Zündung bezieh. den Auspuff zulassen. Um der Steuerlinse einen ruhigen und absolut sicheren Gang zu geben und namentlich in der Compressions- und Arbeitsperiode, während welcher sie mit bedeutendem Druck gegen den Cylinderdeckel gepresst wird, eine leicht gehende Bewegung zu sichern, musste naturgemäss auf eine völlige Entlastung derselben Rücksicht genommen werden. Zu diesem Zweck ist im Boden des Cylinderdeckels oder in der Linse selbst eine Aussparung b angeordnet, die den Cylinderdeckel ganz oder zum Theil umläuft und dadurch vor der Linse A einen Raum bildet, welcher mit dem Innern des Cylinders in allen Arbeitsperioden in Verbindung bleibt und so eine Entlastung der Linse herbeiführt. Durch diese Anordnung wird ein Festsetzen der Linse; eine störende grössere Reibung und demzufolge schwerer Gang der Steuerungsorgane vermieden, was bei den in den früheren Patenten angewendeten federnden Steuerringen insofern nachtheilig wirkte, als namentlich bei der Explosion der Ring aus einander gegen die Cylinderwandung getrieben wurde, wodurch grosse Reibung entstand.

Fig. 17 zeigt einen Verdampfer nach dem Vorschlage E. Kaselowsky in Berlin (* D. R. P. Nr. 57659 vom 25. September 1890).

Derselbe erzielt die Verdampfung des Erdöls sowohl beim Angehen des Motors, als auch durch die abgehenden Explosionsgase, wenn alle Theile des Apparates genügend erhitzt sind. Ein mit einem senkrechten Rohrsystem versehener Kessel K ist mit einem Aufsatz K1 und mit einem Untersatz K2 combinirt, derart, dass in dem Aufsatz über dem Rohrsystem die Zerstäubung des Erdöls stattfindet, welches in diesem fein zertheilten Zustande durch die Röhren des Kessels hinab sich bewegt, während die abgehenden Explosionsproducte diese Röhren umspülen, und dass die zerstäubten und mit Luft vermengten Producte dann nach dem durch eine Hilfsflamme erhitzten Untertheil K2 gelangen, in welchem die etwa noch nicht vergasten Theile des Erdöls zur Verdampfung kommen.

Als wesentlich bei diesem Verdampfungsapparat wird betrachtet, dass die Mischung des Erdöls bezieh. der Erdöldämpfe mit Luft in drei Stadien, und zwar so erfolgt, dass im Verdampfungsapparat selbst die Nichtexplosibilität der Mischung bewahrt bleibt. Dies geschieht, indem comprimirte Luft nach Art eines Zerstäubers auf ein Erdölzuführungsrohr wirkt, das Erdöl aus demselben ansaugt und vertheilt in den Obertheil K1 befördert, während durch ein zweites in diesen Aufsatz K1 mündendes Luftzuführungsrohr H beim Ansaugen der Maschine Luft in diesen Obertheil eingesaugt wird, welche zur weiteren feinen Zertheilung des Erdöls und zur Weiterbeförderung desselben durch den Röhrenkessel KB beiträgt.

Textabbildung Bd. 282, S. 98
Nachdem dies so erhaltene Gemisch von Erdöldampf und Luft den Untersatz K2 passirt hat und durch das Rohr G ausgetreten ist, wird es erst kurz vor dem Kraftcylinder nochmals mit Luft gemengt und der Mischung die nöthige Zündbarkeit gegeben.

Es ist mithin das den Verdampfungsapparat durchströmende Gemisch völlig ungefährlich, und es können keine Explosionen in dem Apparat vorkommen, da der Luftgehalt niedrig genug bemessen werden kann.

Der Apparat besteht aus einem Röhrensystem, dessen Röhren von den abziehenden Verbrennungsrückständen von aussen angewärmt werden. Die heissen Gase treten bei A ein, erwärmen die Röhren BB und entweichen wieder bei C. Die Zerstäubung des Erdöls ist in dem oberen Theile des Deckels angebracht und besteht aus dem Erdölzuführungsrohr D, welches in den oben offenen Erdölbehälter E einmündet. Der Flüssigkeitsspiegel des Behälters E wird durch eine geeignete Vorrichtung stets in der gleichen Höhe gehalten.

Oben mündet das Luftrohr F ein, welches mit einer kleinen, von der Maschine bewegten Luftcompressionspumpe in Verbindung steht. Mittels des Rohres G ist der Verdampfungsapparat mit dem Einlassventil verbunden.

Der Vorgang zum Verdampfen des Erdöls ist nun folgender: