Text-Bild-Ansicht Band 282

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umgebogen ist, dass es eine Ausströmung in der Achsenrichtung des Rohres A bewirkt. Das andere Ende taucht in den Behälter E, welcher theilweise mit Oel angefüllt, ist und in dem die Luft mittels eines mit ihm in Verbindung stehenden Cylinders verdichtet wird. Im Innern dieses Rohres A befindet sich eine Kapsel D aus Platin, welche zugleich in den Boden des Motorcylinders eingesetzt ist.

An der anderen Seite des Rohres A ist eine zweite Rohrschlange F angeordnet, deren eines Ende bei m in den Arbeitscylinder mündet, da, wo sich die Mischung mit der Luft vollzieht; das andere Ende steht mit einer kleinen Druckpumpe P in Verbindung, deren Saugerohr in die Oelfüllung des Behälters E taucht.

Eine Schale G, unter dem Apparat angebracht, dient zur Aufnahme von Spiritus oder anderem Brennstoff, welchen man, um den Betrieb einzuleiten, entzündet. Auf diese Weise wird das Rohr A erwärmt und zugleich die Rohrschlangen B und F. Nach diesem öffnet man einen kleinen Hahn H, welcher in das zur Rohrschlange B führende Rohr eingefügt ist; eine gewisse Oelmenge wird durch den Luftdruck in E nach der Rohrschlange B gedrückt, verdampft daselbst und entzündet sich beim Austritt sogleich an der Flamme des Alkohols oder eines Zündhölzchens.

Die Geschwindigkeit des so entzündeten ausströmenden Dampfes ist gross genug, damit die für eine vollständige Verbrennung nothwendige Luftmenge der Flamme zuströmt. Unter der Einwirkung dieser Flamme wird das Schlangenrohr F schnell in Rothglut, die Platinkapsel D aber in Weissglut versetzt.

Wenn man sodann den Hahn J, welcher in dem Saugerohr der Pumpe P sitzt, öffnet, so steigt das Erdöl bezieh. sonstige Oel in diesem Rohr, wird nach der Rohrschlange F gedrückt, worin es verdampft, und mischt sich dann in diesem Zustande mit der verdichteten Luft in dem Schieber- oder Ventilkasten m des Motors. Das so entstandene Gemenge entzündet sich in dem Cylinder in Folge Berührung mit der glühenden Platinkapsel.

Die kleine Druckpumpe P, welche vom Motor aus zu bethätigen ist, kann fortgelassen werden, indem man ein Ende der Rohrschlange F direct in den Behälter E gehen lässt; in diesem Falle muss man ein Rückschlagventil in das Rohr einsetzen, um die Umkehr des Oeles in den Behälter zu verhindern.

Bei Motoren, wo die Verdichtung der Luft sich im Cylinder vollzieht und nicht durch eine besondere Vorrichtung ausserhalb desselben, kann man die Luftverdichtung in dem Reservoir E entweder durch ein Rohr erreichen, welches von dem Cylinder abgeleitet und mit einem Verschlusstück versehen ist, welches sich nur während der Compressionsperiode öffnet, oder man ordnet zu dem Zwecke eine besondere kleine Luftpumpe an.

Der das Rohr A durchströmende Feuerstrahl erhitzt das Rohr und die darum gewundene Lampenrohrschlange auf eine Temperatur, die dadurch zu regeln ist, dass man mittels Hahnes die Menge des aus der Schlange austretenden Dampfes ändert.

Da die Erzeugung des Dampfes natürlich von dieser Temperatur abhängt, so stellt sich der nöthige Ausgleich von selbst her, d.h. die Dampfmenge, welche sich bildet, ist immer gleich derjenigen, welche verbrennt.

H. Kropf in Düsseldorf (* D. R. P. Nr. 57241 vom 24. December 1890) lässt bei dem von ihm vorgeschlagenen und in Fig. 20 dargestellten Vergaser den Kohlenwasserstoff in dünner Schicht über einen erhitzten Cylinder fliessen, der sich in einem mit Luft versehenen Raum befindet. Da nun aber durch die Verdunstung der Kohlenwasserstoffe in dem Gaserzeuger Druck entsteht, so wird der Gaserzeuger nach aussen hin durch ein Rückschlagventil abgeschlossen, welches wohl den Eintritt in den Gaserzeuger gestattet, aber nicht den Austritt aus demselben in die Luft zurück.

Textabbildung Bd. 282, S. 100
Um stets eine ganz bestimmte Menge Kohlenwasserstoff in den Gaserzeuger zu schaffen, fliesst vor der Oeffnung des Rückschlagventils, welche mit der Luft in Verbindung steht, Kohlenwasserstoff in dünnem Strahl vorbei. Wird nun aus dem Gaserzeuger durch den Motor ein Gas- und Luftgemisch entnommen, so tritt durch das Rückschlagventil Luft in den Gaserzeuger ein und reisst den am Rückschlagventil vorbeifliessenden Kohlenwasserstoff mit in den Gaserzeuger hinein, wo dann die Verdunstung stattfindet.

A ist der innere, mit den heissen Abgasen des Motors geheizte und B der äussere, den Gasraum bildende Cylinder. C ist das Rückschlagventil, an dessen mit der Luft in Verbindung stehenden Oeffnung der Kohlenwasserstoff in dünnem Strahl vorbeifliesst. D ist ein gewöhnliches Gefäss, in welchem der vorbeigeflossene Kohlenwasserstoff zur Wiederbenutzung aufgefangen wird.

Will man mehr oder weniger Kohlenwasserstoff in den Gaserzeuger gelangen lassen, so lässt man einen stärkeren oder schwächeren Flüssigkeitsstrahl an dem Rückschlagventil vorbeifliessen. Beim Einsaugen von Luft in den Gaserzeuger wird dann auch mehr oder weniger Flüssigkeit in den Gaserzeuger hineinbefördert werden.

Anstatt Kohlenwasserstoff in einem dünnen Strahl in der am Rückschlagventil C befindlichen Röhre herniederträufeln zu lassen, kann man auch vor diesem Rohr eine