Text-Bild-Ansicht Band 282

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2) Das Vacuummeter zeigte ständig 70 bis 73 cm Quecksilbersäule.

3) Die Füllung der Maschine ging von 2/10 auf 1/10 zurück.

4) Der Dampf verbrauch verringerte sich um 25 Proc., der Speise Wasserverbrauch dem entsprechend auch, und die Kesselanlage wurde mehr geschont!

Ich will nun die Arbeitsweise des Apparates erklären.

Textabbildung Bd. 282, S. 105
Textabbildung Bd. 282, S. 105
Die eingeblasene Luft wirkt in zweierlei Weise, indem sie einestheils selbst Wärme aufnimmt, anderentheils das Wasser zur Verdunstung reizt und Wasserdampf in sich aufnimmt. Das Verhältniss der beiden Wärmeentnahmen ist zu verschiedenen Jahreszeiten verschieden. Im Winter wirkt die Luft mehr durch ihre eigene Erwärmung und im Sommer – wo dieselbe 2½ mal so viel Dampf zu absorbiren vermag – wirkt dieselbe mehr durch Verdunstung. Die Gesammtleistung ist für das ganze Jahr nahezu gleich. Das Vacuum schwankt bei besagter Maschine im ganzen Jahr nur zwischen den Grenzen 73 und 70 cm Quecksilbersäule. Ich setze voraus, dass das Speisewasser bei einer solchen Anlage – wie gewöhnlich – einem Brunnen und nicht dem Abwasser der Luftpumpe entnommen werde. Letzteres wäre auch zum Kesselspeisen wegen seines Fettgehaltes nicht geeignet. In diesem Falle wird das Einspritzwasser der Luftpumpe vermehrt um das gewonnene Condensat des sonst zum Dache hinaus verloren gehenden Dampfes. Der Verlust des Kühlwassers durch die Verdunstung ist theoretisch etwas geringer als der Gewinn an Condensat, da ja der Wärmeverbrauch nicht allein durch die Verdunstung, sondern zum Theil auch durch die directe Erwärmung der Luft vor sich geht. In Wirklichkeit gehen aber auch noch einige feine Wassertröpfchen verloren und die Circulationswassermenge bleibt thatsächlich ein und dieselbe, so dass also das ganze Jahr über weder Kühlwasser zu- noch abgeführt zu werden braucht. Nur an einigen wenigen kalten Wintertagen musste nur etwas Wasser aus dem Sammelbassin abgelassen werden, weil der Zuwachs zu gross war.

Eine merkwürdige Erscheinung bei Condensationen, mit Verwendung stets ein und desselben Circulationswassers, besteht darin, dass man ein verhältnissmässig hohes Vacuum erzielt. Es hat sich bei fünf Ausführungen, bei denen die Luftpumpe vorübergehend auch aus einem Brunnen saugen kann, herausgestellt, dass Circulationswasser von 22° R. dasselbe Vacuum ergibt, als Brunnenwasser von 10° R., nämlich 70 cm Quecksilbersäule. Durch Versuche wurde festgestellt, dass das Circulationswasser durch den häufigen Durchgang durch die Luftpumpe (alle 10 Minuten einmal) nahezu luftleer wird, während eine Flasche Brunnenwasser bei Einwirkungen einer Experimentalluftpumpe aufbraust wie entkorktes Sodawasser. Die Condensationsluftpumpe hat also bei Verwendung von Brunnen- oder Bachwasser hauptsächlich die in dem Einspritzwasser selbst enthaltenen Gase fortzuschaffen und darum gibt sie hierbei ein schlechteres Vacuum als bei Verwendung von destillirtem Wasser.

Man sollte nun glauben, dass durch das Anblasen der Kühlflächen mit Luft letztere wieder in das Wasser eindringen würde. Dies ist aber bei der kurzen Zeit der Berührung thatsächlich nicht der Fall. Es wird auch