Text-Bild-Ansicht Band 282

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anderwärts die Beobachtung gemacht, dass es sehr schwer hält, Gas in das Wasser hineinzuschaffen. So wird z.B. eingepresste Kohlensäure bei künstlichem Mineralwasser von letzterem nicht gebunden, sondern sie entweicht rasch bei der Entkorkung, während natürliches Mineralwasser die Kohlensäure auf eine halbe Stunde bei offenem Krug behält. Es ist hierbei zu berücksichtigen, dass die Energie, mit welcher die Luft aus dem Wasser in der Luftpumpe entfernt wird, etwa 1 at, d. i. 10300 mm, beträgt, während zur Wiedereintreibung der Luft im Kühler nur eine Energie von 5 mm Wassersäulendruck vorhanden ist. Verhältniss also wie 2000 : 1.

Textabbildung Bd. 282, S. 106
Ich will nun auf die Construction des Kühlapparates näher eingehen. Es ist wesentlich, denselben auf einer kleinen Grundfläche unterzubringen. Durch die senkrechte Anordnung der Wasserflächen braucht man nur den 100sten Theil der Fläche eines Weihers oder eines Kühlschiffes. In Folge der Anwendung des Gebläses wird die Wirkung noch verfünffacht, so dass man also thatsächlich nur den 500sten Theil der Fläche eines Kühlweihers als Querschnitt braucht. Für eine Maschine von 100 hat man 3,5 qm Grundfläche und für je 1 hat man 3 qm Kühlfläche nöthig.

Die Luft wird mit einem Wassersäulendruck von 5 mm und mit einer Geschwindigkeit von 6,5 m hindurchgedrückt und man muss 2000mal mehr Luft bewegen, als Wasser circulirt. Dabei nimmt die Luft dem Volumen nach etwa 2 Proc. Wasserdunst auf. Würde man die senkrechten Bretterwände auf die ganze Höhe von 6 m von oben nach unten durchgehen lassen, so würden in den 10 cm dicken aufsteigenden Luftschichten trockene Kerne bleiben, die sich weder erwärmen noch Feuchtigkeit aufnehmen, da die Luft nur kurze Zeit – eine Secunde – mit dem Wasser in Berührung kommt. Aus diesem Grunde sind die Bretterwände über einander in zwei Gruppen angeordnet und um 90° gegen einander versetzt, damit die Kerne der unteren Luftschichten beim Passiren der darüber befindlichen nassen Wände nochmals quer gespalten werden. Die Trennung der Bretter in zwei Gruppen über einander dient auch dazu, das Wasser, beim Uebergang von der einen Abtheilung in die zweite, zur Ruhe zu bringen und zu mischen, damit die Laufgeschwindigkeit nicht zu gross wird und die kalten und wärmeren Wasserschichten durch einander kommen:

Der Apparat muss überall besondere Wasserführungen haben, damit alle Flüssigkeit als glatter Ueberzug niederläuft; jedes Verspritzen würde Verluste und Unzuträglichkeiten durch feinen Regen zur Folge haben.

In Bezug auf die Empfindlichkeit und Haltbarkeit des Apparates habe ich zu berichten, dass der Effect kaum nachlässt, wenn irgendwie Undichtigkeiten bei dem Holzkasten bestehen sollten. Die Bretterwände überziehen sich beim Betrieb, wegen der öligen Beschaffenheit des Wassers, mit Fett und schützen das Holz vor Fäulniss. Auch die Luftpumpe hält sich gut, da das Circulationswasser (Condensat) von zarter Beschaffenheit ist, so dass keine Incrustationen und Riefenbildungen entstehen können. Den Rosten für die Gummiklappen der Luftpumpe kann man Schlitze von nur 10 mm Breite geben, so dass die Gummiklappen sehr gut halten. Auch ist es bei Anwendung dieser engen Roste zulässig, das Wasser aus der Luftpumpe direct auf den Kühlapparat zu drücken, wodurch eine Centrifugalpumpe – welche bei vorhandenen Condensationen zur Anwendung kommt – gespart wird (Fig. 2).

Alles mit dem Dampf aus der Maschine komme ade Fett sammelt sich oben auf dem Wasserspiegel des Bassins in dem Kühler und wird nach Verlauf von zwei Monaten abgeschöpft und für Wagenschmiere u. dgl. verwendet.