Text-Bild-Ansicht Band 282

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Der Kraftverbrauch der Anlage stellt sich auf 3 Proc. der Maschinenkraft für den Ventilator und 1½ bis 3 Proc. für die Wasserhebung, je nachdem das Wasser unmittelbar mit der Luftpumpe oder mit der Centrifugalpumpe gehoben wird. Der Gesammtkraftverbraueh beträgt also 4½ bis 6 Proc. Da eine Maschine mittlerer Beschaffenheit etwa 30 Proc. Ersparniss bei einer gewöhnlichen Condensation ergibt, so bleibt bei einer Condensation nach meinem Patent ein Nutzen von durchschnittlich 25 Proc.

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Rechnet man, dass bei einer Auspuffmaschine Kesselhaus und Kamin grösser sein müssen als bei einer Condensationsmaschine und nimmt man an, dass der Preis der Luftpumpe durch Kleinerwerden der erstgenannten Gegenstände ziemlich ausgeglichen wird, so macht sich die Kühlanlage unter mittleren Verhältnissen in etwa zwei Jahren aus der Kohlenersparniss bezahlt.

Aufstellung der Kühlanlagen. Gewöhnlich wird der aus Holz gefertigte Kasten auf ebene Erde in die Nähe des Maschinenhauses gestellt. In manchen Fällen wird der Kasten auch erhöht, auf Säulen gesetzt (Fig. 3), um freien Verkehr zu behalten. Hier und da werden die Bretterwände auch in eingetrockneten Brunnen untergebracht (Fig. 4), und wird der Ventilator unter Boden in einen Schacht gesetzt. Gegebenen Falles wird der Ventilator durch Kanalanschlüsse zugleich benutzt, um Fabrikräume zu lüften, wie z.B. bei Hengstenberg und Co. in Bielefeld und bei Oppenheim und Co. in Hannover. Bei Condensationen zu Grubenventilatoren kann man die angesaugte Luft gleich durch das Gradirwerk gehen lassen und spart man einen besonderen Ventilator. Der Antrieb des Ventilators geschieht gewöhnlich von einer Transmission aus, bei entfernter Aufstellung auch durch Elektromotoren, wie bei Schuckert und Co. in Nürnberg, bei der Elektrischen Centrale in Altona und auf der Frankfurter Ausstellung (Fig. 9).

Bei grossen Centralanlagen (Fig. 5) wird ein Vorcondensator angelegt, in dem sich Kühlwasser und Dampf nach dem Gegenstromprincip mischen. Statt eines Schraubenventilators hängt man deren mehrere an, welche auslösbar sind, so dass man bei Stillstand einer der Dampfmaschinen einzelne Ventilatoren ausrücken kann. So hat meine Firma eine Centralcondensation von 2500 für das Eisen- und Stahlwerk Düdelingen in Ausführung, bei der 6 Ventilatoren von je 3 m Flügeldurchmesser in Anwendung kommen. Der Wasserbehälter ist hierbei tiefer genommen als gewöhnlich, so dass man bei Stillstand einer der Walzenzugmaschinen durch Herunterkühlen grösserer aufgespeicherter Wassermässen Kühlung auf Vorrath schafft.

Bei all diesen Anlagen braucht die Luftpumpe nicht unter den Boden gestellt zu werden, da sie selbst über dem Flur nur ganz geringe Saughöhe hat.

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Centralkühlanlage (Fig. 6). In lang bestehenden Werksanlagen sind die Hofräume meistens derart in Anspruch genommen, dass kein Platz für Aufstellung eines Kühlers bleibt. Dagegen hat man abseits des Hauptfabrikgrundstückes gewöhnlich Platz genug, um eine Kühlanlage zu errichten. Auch findet man gewöhnlich Gelegenheit, an der einzelnen Dampfmaschine, etwa an der verlängerten Kolbenstange, eine Luftpumpe anzubringen. Lässt man