Text-Bild-Ansicht Band 282

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welche aus einem Stahlstabe von kreuzförmigem Querschnitte hergestellt werden, in der Weise, dass durch Bohren, Stanzen und Pressen die einzelnen Kettenglieder aus dem kreuzförmigen Stabe allmählich entwickelt werden. Wir waren geneigt, den in dieser Weise entstandenen Kettengliedern aus dem Grunde wenig Festigkeit zuzutrauen, weil die Faser bei gewalzten Stäben vorwiegend nach einer, und zwar der Achsenrichtung des Stabes entwickelt wird, während quer zu dieser Richtung die Festigkeit meist erheblich geringer ist. Demgemäss müssten auch an zwei Stellen der Kettenglieder die Fasern quer zur Kraftbeanspruchung stehen und zwei entsprechend schwache Stellen sich vorfinden. Indess scheint die Art der Bearbeitung, über welche jedoch jede nähere Mittheilung fehlt, einen so günstigen Einfluss auf die Festigkeit der besagten Ketten auszuüben, dass diese doch Beachtung verdienen.

In den nachstehenden, Engineering v. u. O. entnommenen Zeichnungen ist die allmähliche Entwickelung der Kettenglieder dargestellt. Fig. 1 zeigt, wie die kreuzförmige Stange zunächst durchbohrt wird, demnächst werden nach Fig. 2 die Rippen des Kreuzeisens zwischen den Bohrungen auf einem Stanzwerke ausgestossen bezieh. werden diese Stellen eingekerbt, darauf, wie Fig. 3 zeigt, werden die flachgedrückten Glieder ausgestanzt und unter der Presse gerundet (Fig. 4). Jetzt hängen die einzelnen Glieder, wie aus Fig. 5 zu ersehen, noch zusammen und müssen durch nochmaliges Stanzen von einander getrennt werden. Die weitere Behandlung besteht in den Vollendungsarbeiten, der Entfernung des Grates, dem Abrunden und dem Biegen in die längliche Form. Es sollen auf diese Weise Ketten bis zu 50 Fuss Länge hergestellt werden, die erforderlichen Falles durch ein besonders eingesetztes Nothglied mit einander verbunden werden. Die so hergestellten Ketten sollen nur ⅔ des Gewichtes der nach dem alten Verfahren hergestellten erfordern, und ergaben auch die vom Bureau Veritas angestellten Versuche mit vier Ketten verschiedener Stärke eine Zugfestigkeit von 36 bis 37 k auf 1 qmm des tragenden Querschnittes.

Einer gründlichen Untersuchung wurde eine derartige Kette in der mechanisch-technischen Versuchsanstalt zu Charlottenburg, wie aus den Mittheilungen, S. 145, zu entnehmen ist, unterworfen. Der Bericht besagt Folgendes:

„Das zur Prüfung eingereichte Kettenstück bestand aus vier Gliedern mit den in Tabelle 1 zusammengestellten Abmessungen:

Tabelle 1.

Glied
Nr.

Länge der Glieder

Breite der Glieder
Material-
stärke
aussen innen aussen innen
mm mm mm mm mm
1 137,0 82,3 91,7 39,1 26,5
2 136,6 91,7 26,3
3 136,8 92,5 26,2
4 134,9 81,2 91,8 38,4 26,1

Textabbildung Bd. 282, S. 109
Zum Zugversuche wurden die beiden Endglieder 1 und 4 mit Hilfe von zwei starken Vorsteckstücken in den zur Prüfung starker Flachstäbe bestimmten Einspannmäulern der Werdermaschine festgelegt. Die Längen- und Breitenänderungen in Folge der Belastung wurden nur an den Gliedern 2 und 3 ermittelt. Hierzu waren auf der einen Breitseite der Glieder etwa in Mitte der Eisenstärke Körnerschläge angebracht, deren Entfernung von einander vor und nach dem Versuche mit einem Zirkel abgegriffen wurden.

Da bei der ersten Belastungsreihe das eine Endglied Nr. 4 brach, ohne dass die übrigen Glieder Anzeichen von Zerstörung zeigten, so wurden diese in der gleichen Weise wie beim ersten Versuche nochmals eingespannt und von neuem belastet. Die Ergebnisse beider Versuchsreihen sind in Tabelle 2 zusammengestellt.

Wie schon gesagt, erfolgte der Bruch bei dem ersten Versuche im Gliede Nr. 4 und an der Berührungsstelle mit dem Gliede Nr. 3. Die ebene Bruchfläche zeigt im Allgemeinen ein gesundes, feinkörniges, kristallinisch glänzendes Gefüge mit deutlich ausgeprägten Brachlinien, welche von einer am äusseren Rande gelegenen blätterigen, etwa 1 mm tiefen und 4 mm breiten Fehlstelle ausgehen.

Tabelle 2.



Versuchs-
reihe


Glied
Nr.
Ursprüngliche Marken-
abstände
Markenabstände nach
dem Bruch

Formänderungen

Bruchbelastung

Breite

Länge

Breite

Länge

Breitenabnahme

Längenzunahme

Gesammt
Als Zugspan-
nung bezogen
auf den tragen-
den Querschnitt
mm mm mm mm mm Proc. mm Proc. k k/qmm
I 2
3
65,8
68,3
113,0
109,3
65,6
68,2
113,5
109,8
0,2
0,1
0,1
0,15
0,5
0,5
0,44
0,46
20000 18,7
II 2
3


52,2
63,1
130,7
123,0
13,6
5,2
20,7
7,6
17,7
13,7
15,7
12,5
46750 42,4