Text-Bild-Ansicht Band 282

Bild:
<< vorherige Seite

zur Schau gestellt. Es handelt sich bei ihnen fast ausschliesslich um einfache Läutewerke, mit denen häufig Fallscheibenkästchen verschiedener Einrichtung verbunden sind. Die elektrischen Klingeln derselben zeigen wenig Neues, zum Theil aber werden sie zur Hervorbringung weithin hörbarer Schläge in entsprechender Grösse verwendet und schlagen dann meist nur langsam. Beides ist z.B. bei der sich an die bereits 1879 patentirte (vgl. 1890 276 237) anschliessenden, in Fig. 7 abgebildeten Glocke von C. Th. Wagner in Wiesbaden der Fall, deren Kelchglocke 55 bis 105 mm Durchmesser hat und gleich der mit einer Schalenglocke von 170 mm ausgerüsteten grösseren Sorte u.a. auch für Eisenbahnsignalzwecke benutzt wird. In ihnen unterbricht die vom Elektromagnetanker angestossene Unruhe den Strom und schliesst ihn zwei Secunden später wieder, so dass die Glocke langsam schlägt, so lange der Strom entsendet wird. Es lassen sich diese Läutewerke mit einer selbsthätig wirkenden Einrichtung ausrüsten, so dass sie nach einmaligem Stromschluss eine bestimmte Anzahl von Glockenschlägen ertönen lassen und sich dann von selbst wieder abstellen; so gibt ein ausgestelltes für Eisenbahnen bestimmtes derartiges Läutewerk nach kurzem Niederdrücken seines Tasters stets fünf einzelne Schläge.

Textabbildung Bd. 282, S. 111
Textabbildung Bd. 282, S. 111
Hier ist auch noch eine eigenthümliche Anordnung zu erwähnen, welche von der Fabrik elektrischer Uhren und Apparate, C. Bohmeyer in Hanau, nach dem D. R. P. Kl. 21 Nr. 56810 vom 23. August 1890 an mehreren Klingeln und in verschiedenen Schaltungen angebracht und ausgestellt worden ist. Mittels derselben lassen sich polarisirte Klingeln und Wecker durch einen Gleichstrom in Thätigkeit setzen. Die Vorgänge sind dabei ganz ähnlich, wie in manchen Wechselstromtastern, lassen sich aber, weil sie hier in Empfängern auftreten, noch mehr der von mir 1880 in Vorschlag gebrachten Einrichtung für Distanzsignale (vgl. 1880 238 * 405. 1890 275 * 116) an die Seite stellen. Der polarisirte zweiarmige Anker a (Fig. 8) spielt über den beiden freien Enden der Kerne des Elektromagnetes m, m; beide Enden sind gleichnamig und dem Anker a entgegengesetzt magnetisch. Die beiden freien Enden der Rollen sind an zwei Contactfedern f und g geführt und ein am Anker befestigter Messingarm drückt, je nach der Lage des Ankers, stets die eine Feder von einem über y mit dem einen Batteriepole verbundenen Contactstücke c hinweg, lässt dagegen die zweite Feder am Contactstücke liegen. Wird die sammt der Batterie zwischen die Drähte x und y eingeschaltete Läutetaste niedergedrückt, so schliesst sie den Stromkreis von dem Messingarme zu dem zweiten Batteriepole; der Strom verstärkt nun den Magnetismus des einen Kerns und schwächt zugleich den des anderen, der Anker a ändert deshalb seine Stellung, kehrt aber dabei die Richtung des Stromes um und veranlasst dadurch eine neue Umstellung des Ankers u.s.w. Natürlich kann man den Anker ebenso gut auch zwischen den beiden Kernenden spielen lassen, welche Anordnung C. Bohmeyer namentlich bei Apparaten wählt, mittels deren die physiologische Wirkung von Wechselstrom-Inductionsströmen ausgenutzt werden soll.

Textabbildung Bd. 282, S. 111
An die Haus- und Hoteltelegraphen sind in jüngster Zeit merklich höhere Anforderungen gestellt worden, besonders in den grössten Gasthäusern der Badestädte Wiesbaden, Ems, Homburg u.s.w.; in Folge dessen hat namentlich C. Th. Wagner in Wiesbaden den für Gasthäuser, Krankenhäuser, Badeanstalten u. dgl. bestimmten