Text-Bild-Ansicht Band 282

Bild:
<< vorherige Seite

eine besondere Einrichtung gegeben, durch welche nicht nur den auf Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit gerichteten Wünschen Rechnung getragen, sondern auch eine genaue Controle über das mit der Bedienung beauftragte Personal ermöglicht wird. In der Ausstellung befindet sich ein solcher Telegraph nebst Controlapparat für ein Gasthaus mit vier Stockwerken. Den letzteren zeigt Fig. 9 in einfacher Ausstattung; in ihm vereinigt sich ein Fallscheibenkästchen mit vier Controlnummern für elektrische Abstellung, ein langsam schlagendes Läutewerk (Fig. 7), für jedes Stockwerk ein Relais und ein Generalumschalter für Tag und Nacht. In jedem Stockwerke ist noch ein Nummernkästchen vorhanden. Durch Niederdrücken eines Tasters in irgend einem Zimmer kommt auf dem Nummernkästchen des betreffenden Stockwerks die Nummer des Zimmers und auf dem Controlkästchen die Nummer des Stockwerks zum Vorschein, die Stockwerksglocke ertönt oder schlägt in ähnlicher Weise wie eine Uhr, wenn ein elektrisches Läutewerk für Einzelschläge vorhanden ist, und das elektrische Controlläutewerk für Einzelschläge fängt an zu schlagen. Wird die Nummer des betreffenden Zimmers auf dem Stockwerkskästchen mittels des Abstellknopfes zum Verschwinden gebracht, so hört auch das Schlagen des Controlläutewerkes auf, indem der Strom durch das betreffende Relais unterbrochen wird. Für jedes Stockwerk ist deshalb ein besonderes Relais angeordnet, damit das Controlläutewerk nicht aufhört zu schlagen, wenn gleichzeitig in mehreren Stockwerken eine Nummer vorliegt und dieselbe in einem Stockwerke früher abgestellt wird als in dem anderen. In der Nacht werden die Stockwerksglocken, damit ihr Läuten nicht störe, mittels des Generalumschalters ausgeschaltet und dafür nur eine Glocke in der Pförtnerstube eingeschaltet. Der Controlapparat wird gewöhnlich in einem Schreibzimmer aufgestellt.

Textabbildung Bd. 282, S. 112
Auch die in Betreff der Leistungsfähigkeit so vortheilhafte Verwendung des Telephons in den telegraphischen Einrichtungen für den Hausgebrauch führt die Ausstellung vor Augen und lässt zunächst erkennen, dass eine ganze Reihe von Firmen, z.B. Fein (vgl. 1888 269 * 122), Mix und Genest (vgl. 1889 273 * 363), Naglo, Wagner, Berliner, Heller, es sich angelegen sein lässt, den für Haustelephonanlagen bestimmten Einrichtungsstücken neben der Bequemlichkeit beim Gebrauch und zugleich mit der inneren Verbesserung auch äusserlich eine Form und Beschaffenheit zu geben, dass sie anstandslos auch in den am feinsten ausgestatteten Zimmern Verwendung finden können, sei es nun, dass sie mittels reich verzierter Platten (wie in Fig. 10 von C. und E. Fein für Mikrotelephon), oder als geschmackvolle Kästchen (wie etwa das von C. Th. Wagner, Fig. 11) an der Wand aufgehängt werden sollen, sei es, dass ihnen gleich auf einem Arbeitstische ein Platz angewiesen werden soll, wie dem in Fig. 12 abgebildeten von C. und E. Fein ebenfalls für Mikrotelephon, sowie dem Tischapparate mit Ruf-Magnetinductor von J. Berliner (Fig. 13).

Textabbildung Bd. 282, S. 112
Fein zieht es vor, das Mikrotelephon nur zum Theil von dem selbsthätigen Umschalter tragen zu lassen, und gibt ihm deshalb nach bewirkter Umschaltung unten eine weitere Stütze auf einem festen Haken.

In diesen Haustelephon anlagen haben gewöhnlich eine grössere Anzahl von Sprechstellen mit einander zu verkehren, und es fehlt in der Ausstellung nicht an Einrichtungsstücken, welche einen solchen Verkehr zu ermöglichen und zu erleichtern bestimmt sind. Für das Sprechen von bloss einer Stelle aus nach und mit mehreren anderen Stellen ist der von C. und E. Fein in Stuttgart ausgestellte Umschalter (vgl. 1888 269 * 123) entworfen und anscheinend auch der im Schranke von Czeija und Nissl in Wien enthaltene Linien Wähler des Adjunkten der österreichischen Staatsbahnen R. Bauer. Sollen bei einer nicht