Text-Bild-Ansicht Band 282

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Bei jeder Rauch Verbrennung durch Secundärluft ist es aber von wesentlicher Bedeutung, den Zutritt derselben zum Feuer nach Bedürfniss leicht und sicher reguliren zu können. Es darf nur Luft zum Feuer treten können nach dem Beschicken des Rostes mit Kohle, also während der Entgasung der letzteren, aber nicht mehr, nachdem die Entgasung erfolgt ist, da sonst durch überschüssige Luftzufuhr die Temperatur der Feuergase herabgemindert werden würde.

Textabbildung Bd. 282, S. 124
Um nun die Luftregulirung sicher und leicht zu ermöglichen, ist das Luftzuführungsrohr an der Mündung in den Aschenfallraum mit einer Drosselklappe d versehen, welche mittels einer Rundeisenstange e und zweier konischer Rädchen f leicht drehbar ist. Diese Drehvorrichtung befindet sich seitlich unter dem Rost. Am vorderen, aus dem Aschenfall heraustretenden Ende der Stange sitzt ein kleiner Hebel, welcher durch ein Kettchen mit einem an der Stirnwand des Kessels befestigten Laufwerk in Verbindung steht. Nach jedesmaligem Beschicken des Rostes und Schliessen der Heizthür drückt der Heizer den Hebel herunter, öffnet damit die Drosselklappe d und spannt zugleich die Feder des Laufwerks. Wie weit der Hebel herabzudrücken und die Drosselklappe zu öffnen ist, richtet sich nach der Menge der aufgeworfenen Kohle bezieh. deren Entgasungsdauer, welche bei gewöhnlichen Kesselfeuerungen 3 bis 7 Minuten beträgt; in dieser Zeit wird der Hebel durch das Triebwerk allmählich gehoben und die Drosselklappe geschlossen, so dass also die Menge der zugeführten Secundärluft ganz nach Bedürfniss bezieh. dem Vorschreiten des Brennprocesses entsprechend leicht und sicher geregelt wird. Bei der Schlusstellung der Drosselklappe gestattet ein nur ganz schmaler Schlitz noch einen geringen Luftzutritt zu den Platten, damit dieselben auch in diesem Falle vor schädlicher Einwirkung des Feuers geschützt sind.

Textabbildung Bd. 282, S. 124
Um bei einem regelmässigen Betriebe zu wissen, wie weit der Hebel herunterzudrücken ist, damit sowohl das Rauchen als auch zu starker Luftzutritt zum Feuer vermieden werde, beobachte man den Schornstein nach dem Beschicken des Rostes. Je nach der Zugstärke, Länge der Züge und Höhe des Schornsteins wird sich nach 20 bis 40 Secunden etwas heller Rauch nur während einiger Secunden zeigen, der in Folge Einströmens kalter Luft in den Feuerraum während des Aufwerfens von Kohle entstanden ist. Sollte nach Verlauf mehrerer Minuten der Schornstein anfangen stärker zu rauchen, dann erfolgte das Schliessen der Klappe in zu kurzer Zeit und der Hebel ist beim nächstmaligen Aufwerfen einer gleichen Kohlenmenge tiefer zu stellen, um die Luftklappe weiter zu öffnen. Auf diese Weise kann der Heizer leicht die Rauchgrenze feststellen und er wird nach einigen Tagen auch genau wissen, wie er den Hebel bei freiem und wie bei verschlacktem Rost zu stellen hat, denn in beiden Fällen ist die Rauchentwickelung verschieden.

Nach längerem Gebrauch der beschriebenen Rauchverbrennungsapparate wurde beobachtet, dass auf den Kanten der Lufterwärmungsplatten Flugasche festbrannte, wodurch der Luftaustritt allmählich verengt und somit die Wirkung auf Rauchverbrennung beeinträchtigt wurde. Die Asche musste dann mittels einer an einem entsprechend langen Stiel befestigten Drahtbürste entfernt werden.

Um nun jede Abwartung bezieh. Reinigung des Apparates überflüssig zu machen, sind quer über dem Plattensystem kleine, 10 cm breite Chamotteplättchen dachziegelförmig und so über einander liegend angeordnet, dass zwischen je zwei Plättchen ein schmaler Zwischenraum (15 mm) zum Austritt der Luft bleibt. (Fig. 6.)

Ein anderes, diesem Zwecke dienendes Mittel besteht in der Anwendung von gusseisernen Deckleisten, deren obere Flächen mit Chamottemörtel, mangels desselben auch mit Lehmmörtel, geschützt und mit ihren Zapfen in die von je zwei Plattenpaaren gebildeten, 15 mm breiten Hohlräume eingelegt werden. (Fig. 7.)

Textabbildung Bd. 282, S. 124
Die Deckplättchen sowohl wie die Leisten, welche beide lose auf dem Apparat liegen, schützen zugleich denselben so vorzüglich gegen die Einwirkung des Feuers, dass nach dreimonatlichem, stärkstem Betriebe keine Schäden oder Veränderungen nachgewiesen werden konnten. Diese Erfahrung berechtigt zu der Annahme, dass die Apparate durch die Abdeckung nicht nachtheilig beeinflusst werden und mindestens so lange ihren Zweck erfüllen, als der Kessel selbst brauchbar bleibt. Dagegen werden die Chamotteplättchen voraussichtlich jährlich, die beiden ersten vielleicht auch öfter, ebenso der die Deckleisten schützende Mörtel, zu erneuern sein.

Ueber Condensationsanlagen.

(Schluss des Berichtes S. 102 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Nach einer weiteren Mittheilung hat auch die Zuckerfabrik in Frankenthal eine Klein'sche Condensationsanlage zur Kühlung von 100000 l Wasser in der Stunde angelegt, die ausgezeichnet arbeitet und das heisse Wasser von durchschnittlich 38 auf 20° abkühlt. Durch diese Anlage ist einer neueren behördlichen Verfügung; nach welcher in grösseren Städten Wasser über 30° nicht in Abflusskanäle abgelassen werden darf, Genüge geleistet.