Text-Bild-Ansicht Band 282

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werden, dass sie auf F einen Streifen von der geeigneten Farbe bilden.

Soll endlich irgend eine Farbe mit einer reinen, durch einen Procentsatz weissen Lichtes geschwächten Spectralfarbe verglichen werden, so schaltet man das absorbirende Medium wie oben ein, so dass es einen Streifen n von seiner eigenen Farbe auf F bildet, sondert den dominirenden Spectralstrahl ab und lässt ihn einen zweiten farbigen Streifen m auf F bilden, den man durch weisses, von einem Glasspiegel ohne Belegung reflectirtes Licht schwächt. Dieser Spiegel ist nämlich so angeordnet, dass er einen gewissen durch die rotirende Scheibe gemessenen Theil seines Lichtes auf den zweiten Streifen m wirft. Ist die zu untersuchende Farbe ein Pigment, so befestigt man ein Stückchen irgend eines mit der Farbe selbst bemalten Stoffes auf dem Schirm, beleuchtet es mit weissem Lichte und vergleicht es mit dem auf die beschriebene Weise erzeugten farbigen Streifen, wozu man sich der Rumford'schen Schattenprobe bedienen kann.

Statistik neuerer Dampfkessel.

Der bayerische Dampfkesselrevisionsverein theilt in seinem 21. Jahresberichte1), das Jahr 1890 umfassend, mit, dass unter den im J. 1890 in die Ueberwachung des Vereins gelangten Kesseln folgende Systeme vertreten sind:

A) Festangelegte Dampfkessel mit Einmauerung:
3 Stück einfache Walzenkessel mit Heizfläche
im Ganzen

29,6

qm
86 Walzenkessel mit Siederohren im Ganzen 4819,8
28 engröhrige Siederohrkessel (Wasser-
rohrkessel)

1966,5

63 Flammrohrkessel mit 1 bis 2 Flamm-
rohren

3178,4

8 Flammrohrkessel mit Quersiedern 586,0
9 Heizrohrkessel ohne Feuerbüchse 415,5
23 gemischte Systeme 1925,5
B) Festangelegte nicht eingemauerte
Dampfkessel:
27 Flammrohrkessel 153,2
10 Heizrohrkessel 56,2
11 Feuerbüchsenkessel 237,9
C) Bewegliche Kessel:
6 Flammrohrkessel mit Siederöhren und
Innenfeuerung

38,0

44 Feuerbüchsenkessel 802,1
2 Dampfschiffskessel 23,0
–––––––––– ––––––––––––
320 Stück Kessel mit 14231,7 qm,

welche bei 1,5 qm für 1 gegen 9500 liefern.

Zählt man die Tenbrinkkessel zu den innen geheizten Kesseln, so entfallen 125 Kessel = 39,1 Proc. mit 6649 qm = 46,7 Proc. Heizfläche auf Aussenfeuerung und 195 Kessel = 60,9 Proc. mit 7582,5 qm = 53,3 Proc. Heizfläche auf Innenfeuerung.

Von diesen Kesseln wurden 86,9 Proc. für 6 und mehr Atmosphären Ueberdruck gebaut, je zwei derselben sogar für 14 und 15 at. Lässt man 11 der aufgeführten, lediglich zu Heizzwecken dienenden Kessel mit 0,5 und 2,5 at ausser Betracht, so steigt dieser Procentsatz auf 93,5.

Man sieht aus den vorhergehenden Angaben, wie sehr neuerdings das Bestreben darauf gerichtet ist, hoch gespannten Dampf zu verwenden.

Der Director des Vereins, Ingenieur Gissling, gibt auszüglich eine Reihe von Versuchen an Dampfkesseln, Dampfmaschinen und Feuerungen wieder, welche von den Technikern des Vereins in der Absicht ausgeführt sind, den Vereinsmitgliedern aus der Praxis zu zeigen, welche Mängel und Vorzüge Dampfanlagen besitzen können, wie die Mängel aufgedeckt und auf welche Weise wünschenswerthe Aufschlüsse und Verbesserungen erreicht werden können. Wir können diesen Theil allen Kesselbesitzern als sehr unterrichtend empfehlen.

Messlöffel mit Abstreicher.

(D. R. P. Nr. 59521.)

In der gewerblichen Praxis kommt es häufig vor, dass eine Reihe gleichartiger ungefährer Wägungen von kleinen Mengen derselben feinpulverigen Substanz vorzunehmen sind.

Da Wägungen bekanntlich sehr zeitraubend sind, hat man sich vielfach in dergleichen Fällen der Theil- und Messmethode bedient. Da jedoch die Arbeit mit dem Messlöffel bisher beide Hände beanspruchte, hat Max Scheid in Wadgassen a. d. Saar ein Instrument erfunden, das mit einer Hand bedient werden kann.

Auf dem Theile a (Fig. 1 und 2), der an seinem einen Ende ein auswechselbares Messnäpfchen trägt, mit seinem anderen Ende in einem Holzstiele befestigt ist, und dessen mittlerer Theil eine Aussparung besitzt, ist der Schlitten b beweglich. Derselbe ist mittels zweier um den Theil a herumgreifender Lappen mit diesem verbunden und wird durch eine Spiralfeder, die in der Aussparung des Theiles a liegt, nach dem Stiele des Instrumentes hingezogen.

Textabbildung Bd. 282, S. 144
Textabbildung Bd. 282, S. 144
Das nach dem Näpfchen hinweisende Ende des Theiles b bildet den Abstreicher, während dessen nach dem Stiele gekehrtes Endendem Daumen der bedienenden Hand als Angriffspunkt dient.

Das Abstreichen des gefüllten Näpfchens wird dadurch bewerkstelligt, dass der Daumen der den Stiel des Instrumentes umfassenden Hand das ihm zugekehrte Ende des Theiles b soweit vorwärts drückt, bis dessen entgegengesetztes Ende das Näpfchen bestrichen hat. Wird sodann der Daumen von seinem Angriffspunkte entfernt, so zieht die Spiralfeder den Schlitten zurück und der Abstreicher ist für eine weitere Messoperation in Bereitschaft.

Der beschriebene Messlöffel ist seit einigen Monaten in der Krystallglasfabrik der Herren Villeroy und Boch in Wadgassen im Gebrauch.

Bücher-Anzeigen.

Reichs-Adressbuch deutscher Industrie- und Handelsfirmen. Kaufmännisch-technisches Handbuch auf Anregung des Kaiserlich Deutschen Reichsamts des Innern im Auftrage des Central Verbandes deutscher Industrieller, des Deutschen Handelstages, des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, bearbeitet von W. Annecke, H. Bueck und Dr. H. Rentzsch. Erster Band: Montan- und Metallindustrie, Maschinen, Apparate und Instrumente bearbeitet von Rentzsch. 1778 Halbseiten. Geh. 18 M. Geb. 20 M. Otto Spamer in Leipzig und Berlin.

Dem Adressenverzeichniss vorangeschickt ist ein Inhaltsverzeichniss in fünf Sprachen., Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch. Abtheilung A enthält ein alphabetisch angeordnetes Verzeichniss von Firmen, Angabe über Entstehung, Entwickelung, Ausdehnung, Erzeugnisse, Fabrik- und Schutzmarken. Abtheilung B enthält die Firmen nach dem Gegenstande, dem Stoffe des Handelsunternehmens geordnet; innerhalb der Unterabtheilungen ist die Anordnung nach Staaten und Orten, beides ebenfalls alphabetisch, getroffen. Die nun folgenden Register, das Sachregister (in den genannten fünf Sprachen), das Firmenregister, das Ortsregister verweisen auf die in Abtheilung A und B enthaltenen Angaben. Das Werk ist zum Aufschlagen sehr gut angeordnet und wenn auch nicht vollständig, so doch ungemein reichhaltig.

Industrie-Schutz. Mittheilungen über Patent-, Gebrauchsmuster-, Marken- und Musterschutz im Deutschen Reiche. Herausgeber F. C. Glaser, Redacteur L. Glaser. Verlag von F. C. Glaser. Berlin, Lindenstr. 80. Preis halbjährig 3 M.

Die Patentliste, welche bisher als Beilage zu Glaser's Annalen für Gewerbe und Bauwesen erschienen ist, wird erweitert unter obigem Namen halbmonatlich erscheinen und die deutschen Industrieschutzgesetze in ihrer Wirkung und Ausführung zur Besprechung bringen, sowie auch besonders interessante Tagesfragen aus dem Gebiete des Industrieschutzes behandeln.

1)

München, G. Franz'sche Hofbuchdruckerei.