Text-Bild-Ansicht Band 282

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Britannia-Fräsemaschine.

Bei den meisten Universalfräsemaschinen mit langem Aufspanntisch sind die Anordnungen für die Schaltung desselben mit constructiven Schwierigkeiten verbunden. Gewöhnlich ist eine doppelt gelenkige, fernrohrartig verschiebbare seitliche Steuerwelle vorgesehen, die bei ungünstiger Tischlage sehr grosse Ablenkungen in den Kuppelungsgliedern aufweist, was als Nachtheil empfunden wird.

Neuerdings kommen Winkelwellen in Anwendung, mittels welcher sowohl die Verstellung des Winkeltisches und des darauf befindlichen Schlittens, als auch bei Durchleitung eines kurzen Wellstückes durch die lothrechte Schwingungsachse des Drehtisches der lange Aufspanntisch geschaltet wird.

Textabbildung Bd. 282, S. 146
Von der zu diesem Betriebe dienenden langen Schraubenspindel wird gleichzeitig auch die axiale Schwingungsbewegung des Werkstückes durch Vermittelung von Versatzrädern und der festgestellten Theilvorrichtung aus abgeleitet.

Wenn aber für gewisse Arbeitszwecke ein verhältnissmässig kurzer Aufspanntisch in langem Kreuzschlitten ohne Drehverstellung zureichend ist, so kann der Schaltungsbetrieb vereinfacht werden.

Eine ganz eigenthümliche Anordnung des Steuerungsbetriebes zeigt nach Iron, 1889 Bd. 34 * S. 331, die Fräsemaschine der Britannia Comp. in Colchester.

An der rechten Seite der Schlittenplatte lagert ein Schneckentriebwerk, an dessen Schneckenwelle eine dreiläufige Stufenscheibe unmittelbar angebracht ist.

Um nun sowohl auf die verschiedenen Hochstellungen des Tischwinkels als auch auf die veränderliche Lage der Schlittonplatte, sowie endlich auf die nöthige Riemenspannung Rücksicht nehmen zu können, wird der Riemenbetrieb von der am Ständerfuss laufenden Steuer welle durch Benutzung zweier Leit- und Spannrollen in der Weise bewerkstelligt, dass der von der oberen Stufenscheibe ablaufende Riemen unter eine der beiden äusseren Leitrollen, alsdann über die mittlere Triebrolle und im weiteren Verlaufe wieder unter die andere Leitrolle sich legend, an die Stufenscheibe aufläuft. Weil aber der Schlitten sich vor bewegt, so werden dieser Verstellung gemäss diese drei Riemenrollen eine entsprechende Breite erhalten müssen.

Zudem sind beide Leitrollen durch Verlegung ihrer Zapfen in Lagerschlitzen bequem stellbar, wodurch dem Betriebsriemen jede gewünschte Spannung ertheilt werden kann.

Kempsmith-Fräsemaschine.

Um die bereits früher erwähnten Uebelstände, welche einer unmittelbar an den Aufspanntisch angelenkten Steuerwelle anhaften, wenn auch nur zum Theil zu beseitigen, ist dieselbe an den unteren Schlitten angesetzt.

Von dieser aus findet nach American Machinist, 1890 Bd. 13 Nr. 44, bei der Universalfräsemaschine (Fig. 4) der Kempsmith Machine Tool Comp. in Milwaukee, Wisconsin, die Steuerung des Aufspanntisches durch Vermittelung der in Fig. 5 bis 9 besonders dargestellten Theile aus statt.

Textabbildung Bd. 282, S. 146
Am Tischwinkel a gleitet vermöge der Spindel b der Schlitten c, welcher ein cylindrisches Mittelstück d trägt, an welchem die Tischführung e mittels feinen Gewindes angeschraubt ist. Hierdurch entsteht ein Drehtheil, zwischen welchen der Schlitten c eingeklemmt ist. Damit aber derselbe in jeder Winkellage festgestellt werden kann, ist ein in Fig. 8 im Grundriss dargestellter Klemmring f vorgesehen, der sich zwar an die runde Schrägleiste des Mittelstückes d anlegt, vermöge einer Doppelschraube g aber von aussen bequem angespannt werden kann. In Folge der Seitenschrägung entsteht während des Klemmens eine axial gerichtete Kraftcomponente, welche den Drehtheil mit der Tischführung e an den Schlitten c drückt und derart die Winkeleinstellung sichert.

Längsseits im Tisch h lagert eine mit Keilnuth versehene Spindel i, an deren freiem Ende neben der Handkurbel k die Versatzräder für den Rundbetrieb des Werkstückes aufgesetzt werden.

Betrieben wird die Spindel i durch ein Winkelradpaar l, während dieselbe gleichzeitig in zwei Muttern m einsetzt, von denen eine fest in der Tischführung e, die andere in einem gewissen Abstande verschiebbar angeordnet ist. Zwischen beiden ist eine Stahldrahtfeder eingeschlossen, welche nur dann