Text-Bild-Ansicht Band 282

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nachdem er vorher den Raum g desselben bis zu einer ungefähren Höhe von 20 mm mit kaltem Wasser angefüllt hatte; nach 3 bis 4 Minuten war das letztere vollständig verschwunden, man konnte indess beobachten, dass der Boden des Apparates nie vollständig trocken wurde, sondern stets eine geringe Menge Wasser als Bodensatz zurückblieb. Während der Ausströmperiode waren die Aufwallungen des Wassers ungemein heftig und beinahe explosiv zu nennen. Hierauf wurde der Apparat mit derselben Wasserfüllung wie vordem auf das von der Luftpumpe kommende Rohr gesetzt, welches eine ziemlich niedrige Temperatur zeigte, und hier verdampfte innerhalb einer Zeit von mehreren Stunden nur ein Wasserquantum, entsprechend einer Höhe von 3 mm. Beim kleinen Cylinder, welcher mit Dampf von 5 at Kesselspannung arbeitete, genügten 2 Minuten, um ungefähr ⅚ des Wassers zu verdampfen; man konnte hier beobachten, wie sich Dampfwolken bildeten und durch das mittlere Rohr nach dem Cylinder strömten. Der Rest des Wassers (⅙) war erst nach 23 Minuten vollständig verschwunden.

Ein anderes Mal bedeckte Donkin das im Revelator befindliche Wasser mit einer dünnen Oelschicht und befestigte den Apparat wieder am grossen Cylinder. Anfangs schien das Oel die Verdampfung vollständig zu unterdrücken, doch plötzlich entstand eine heftige Aufwallung der Flüssigkeit, die dünne Oelschicht wurde von den in grosser Menge aufsteigenden Wasserbläschen durchbrochen und vom Dampfe, welcher nach dem mittleren Rohre zuströmte, mit fortgerissen.

Im Februar 1889 wurde der Revelator nochmals umgebaut und erhielt eine den calorimetrischen Untersuchungen entsprechendere Gestalt, wie sie in Fig. 2 wiedergegeben ist.

Textabbildung Bd. 282, S. 150
Von den zwei concentrisch zu einander liegenden, wie vordem zwischen Metallplatten festgehaltenen Rohren ist nur das äussere noch aus Glas gefertigt, und in das innere, oben offen gehaltene Metallrohr mündet ein in der unteren Metallplatte eingeschraubtes Ablaufrohr T. Das Rohr bildet ein Gefäss, in welches man aus dem Behälter A Wasser von einer bestimmten Temperatur einlassen kann, wobei das von diesem Behälter ausgehende Rohr, ebenso wie auch das Ablaufrohr T, mit einem Hahn versehen ist; durch die gegenseitige Stellung beider Hähne kann die Geschwindigkeit des durchfliessenden Wassers derart geregelt werden, dass im Gefäss X trotz der durch die Wandung desselben geleiteten Wärme stets eine gewünschte Temperatur erhalten bleibt. In den ringförmigen Raum zwischen Glas- und Metallrohr lässt man den Cylinderdampf treten und schraubt zu dem Zwecke das ebenfalls mit Hahn versehene Rohr D auf den Indicatorstutzen.

Die Temperaturen des durch das Gefäss X fliessenden Wassers werden beim Ein- und Austritte desselben gemessen und ebenso auch diejenige der metallischen Wandung, indem man zu dem Zwecke ein Thermometer B in die mit Quecksilber angefüllte Aussparung M des Gefässes X taucht; ferner findet ein Abwiegen des aus dem Ablaufrohre T fliessenden Wassers statt. Da dem äusseren Glasrohre ein Theil seiner empfangenen Wärme durch Strahlung verloren geht, bedeckt es sich nach kurzer Zeit mit einem feinen Wasserbeschlag, welcher unter Umständen eine Beobachtung der auf der äusseren Umfläche des inneren Metallrohres vor sich gehenden Erscheinungen nicht mehr gestattet.

Um diesem Uebelstande abzuhelfen und gleichzeitig auch das Innere des Apparates erleuchten zu können, hat Donkin auf der einen Seite desselben einen mit Reflector G versehenen Gasbrenner F angeordnet, der indess innerhalb der mit Messungen verbundenen Versuche nicht angezündet wird.

Behufs Vornahme der Versuche wurde der mit einem ziemlich dünnen Messingrohre X versehene Apparat am grossen Cylinder der bereits oben erwähnten Woolf'schen Maschine befestigt. Der Indicator zeigte eine anfängliche Dampfspannung von 7 Pfund auf den Quadratzoll (0,49 k auf das Quadratcentimeter) und im Condensator eine solche von 2 Pfund auf den Quadratzoll (0,14 k), entsprechend einer Temperatur des gesättigten Dampfes von 80,5° und 52,4°.

Beim ersten Versuche wurde die Temperatur des inneren Metallrohres X in Folge Durchlaufens von kaltem Wasser auf 39,4° erhalten und es bildeten sich hierbei, wie Fig. 3 veranschaulicht, auf dem Glase sowohl, wie auch auf dem Metalle grosse Wassertropfen von 4 bis 5 mm Durchmesser, welche innerhalb der ganzen Versuchsdauer längs des Glases herabliefen; am Boden zeigte sich ein bleibender Niederschlag, welcher zeitweise ins Sieden kam. Nach Beendigung des Versuches ermittelte man die Menge des durch Rohr X geflossenen Wassers, sowie die Temperatum höhung desselben, und brachte diejenige Wärmemenge in Abzug, welche bei der Condensation des Dampfes verloren ging.

Textabbildung Bd. 282, S. 150
Bei einem zweiten, mit derselben Anfangstemperatur des Dampfes von 80,5° vorgenommenen Versuche, wobei indess das durchfliessende Wasser und die Wandung des Metallrohres auf 52,8° erhalten blieben, d.h. auf derselben Temperatur, welche der Dampf während seiner Ausströmung besitzt, zeigte sich auf dem Glasrohre überhaupt kein Wasserbeschlag, wohl aber auf dem Metalle (Fig. 4); der Durchmesser der Wassertropfen betrug indess nur noch ungefähr 1,5 mm und da die letzteren nicht in Thränen; ausliefen, bildete sich auch auf dem Boden des Apparates kein Niederschlag. Die vom Dampfe an das im Rohre X