Text-Bild-Ansicht Band 282

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fliessende Wasser abgegebene Wärmemenge betrug hier nur den dritten Theil derjenigen, welche beim vorausgegangenen Versuche ermittelt wurde. Dieser bedeutende Unterschied ist einzig und allein der Temperaturdifferenz von 13,4° zuzuschreiben.

Während eines dritten Versuches mit 82,2° Wassertemperatur im Rohre X zeigte sich auch nicht der geringste Schimmer irgend eines Wasserbeschlages auf der metallischen Wandung; der Dampf blieb vollständig klar und durchsichtig. Diese Versuche sind nun allerdings unter Zuständen vor sich gegangen, wie sie innerhalb der Wandungen unserer Dampfcylinder nicht vorkommen können, indess lässt sich aus denselben doch manches für die Untersuchung der Wärmebewegung innerhalb dieser Wandungen verwerthen.

Textabbildung Bd. 282, S. 151
Da Donkin bemerkte, dass Eisen und Gusseisen sich in einigen Stunden mit einer Rostschicht bedeckten, setzte er die Versuche mit vernickelten Metallen fort; ausserdem umgab er das innere Rohr mit einer Anzahl von über einander liegenden Ringen aus verschiedenen Metallen, um so das gegenseitige Verhalten derselben in Bezug auf die vorliegenden Versuche mit einander vergleichen zu können. Hierbei stellte sich heraus, dass am Zink die Wassertropfen erheblich fester zu haften schienen, als an Kupfer und Bronze; indess sind diese Versuche nicht bis zur Erlangung brauchbarer Ergebnisse durchgeführt.

Textabbildung Bd. 282, S. 151
Im März 1889 suchte Donkin seinem Revelator einen neuen Charakter zu geben, um ihn zur Ermittelung der Gesetze über die Fortpflanzung der Wärme durch das Metall der Cylinderwandungen benutzen zu können, und fertigte denselben aus einem gusseisernen Rohre an, dessen Wandstärke so beschaffen war, dass in verschiedenen Tiefen A, B, C, D u.s.w. (Fig. 5) derselben Thermometer untergebracht werden konnten. Donkin bohrte zu dem Zwecke in ungefähren Entfernungen von 25 mm eine Anzahl Löcher von je 3 mm Durchmesser und 70 mm Tiefe in die Wandung, füllte dieselben mit Quecksilber aus, da dieses ziemlich schnell die Temperatur des umgebenden Eisens annimmt, und tauchte ein äusserst dünn gehaltenes Thermometer nach einander in die verschiedenen Ausbohrungen ein. Die abgelesenen Temperaturen wurden dann als Ordinaten eines Diagrammes aufgetragen, dessen Abscissen den Entfernungen der einzelnen Löcher vom äusseren Umfange des Rohres entsprechen, und es entstand so ein übersichtliches Bild der Fortpflanzung der Wärme in dem Metall.

Textabbildung Bd. 282, S. 151
Da es von Wichtigkeit ist, auch die Temperatur der äussersten Oberflächenschicht des Dampfcylinders kennen zu lernen, brachte Donkin auch hier, wie Fig. 6 veranschaulicht, an verschiedenen Stellen derselben kleine, mit Quecksilber gefüllte Behälter an und, um endlich auch über die Temperatur des Dampfes im Revelator bezieh. dem Dampfcylinder selbst unterrichtet zu sein, schraubte Donkin kleine, ebenfalls mit Quecksilber gefüllte Stahlröhrchen G von 3 mm innerem Durchmesser, 0,25 mm Wandstärke und 50 bis 60 mm Länge in den Deckel des Apparates bezieh. den Cylinderdeckel, so dass diese von allen Seiten mit Dampf umgeben sind; der Kolben erhielt, damit er, ohne mit dem Stahlröhrchen G zusammenzutreffen, in seine obere Endstellung gelangen konnte, eine entsprechende Aussparung.

Wohl manchem wird sich jetzt die Frage aufwerfen: Sind die mit Hilfe eines derartigen Apparates erlangten Resultate auch genau dieselben, welche man erhalten würde, wenn ähnliche Wärmemessungen am Cylinder der Dampfmaschine selbst ausgeführt werden? Sind die Wandstärke des Apparates, der innere Durchmesser desselben u. dgl. ohne Einfluss auf diese Ergebnisse?

Da es für die Glaubwürdigkeit der Versuchsresultate von Wichtigkeit war, dieses festzustellen, sah sich Donkin veranlasst, den Cylinder einer Dampfmaschine seinen Versuchen zum Opfer zu bringen und ihn ebenso wie den Apparat mit einer Anzahl von Löchern zu versehen; die nun angestellten Wärmemessungen ergaben, wenigstens bei den vorliegenden Verhältnissen, wobei auch die Wandungen des Apparates in gleicher Weise wie diejenigen des Cylinders geschützt wurden, so geringe Temperaturunterschiede; dass dieselben nach Donkin vernachlässigt werden können. Es lässt sich aus diesem Grunde der Revelator ganz vortheilhaft dazu verwenden, die Wirkung des Dampfmantels, der Ueberhitzung, der grösseren oder geringeren Kolbengeschwindigkeit u. dgl. an einer Dampfmaschine festzustellen; er bietet in allen diesen Fällen ein geeignetes Hilfsmittel zur Erkennung des Wärmeaustausches zwischen Dampf und Metall, sowie der Fortpflanzung der Temperatur durch die Wandungen, und gibt über die hier auftretenden Erscheinungen denselben genauen Aufschluss, wie dies der Indicator über die von einer Dampfmaschine entwickelte Leistung thut.

Bevor wir einige der von Donkin ermittelten Resultate