Text-Bild-Ansicht Band 282

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befestigt sind, und erhält so eine 5fache bezieh. 6fache Expansion.

Es lässt sich nicht leugnen, dass diese Aneinanderreihung mehrerer Cylinder mit gemeinschaftlicher Welle die Verwendung derartiger Maschinen namentlich für Schiffsfahrzeuge sehr empfehlenswerth macht; in solchen Fällen besitzen die Maschinen selbstverständlich noch eine Umsteuerungsvorrichtung.

Die kleinen eincylindrigen Motoren mit natürlicher Expansion eignen sich besonders für die Zwecke der immer mehr im Wachsen begriffenen Hausindustrie, wenn sie in einfacher Weise mit einem kleinen unexplodirbaren Dampfkessel, Behälter mit comprimirter Luft o. dgl., auf gemeinschaftlicher Grundplatte befestigt sind; auch gestatten diese Motoren, wie alle rotirenden Maschinen, eine directe Verbindung mit irgend welchen Arbeitsmaschinen (Dynamo, Ventilator, Drehbank u. dgl.), da sie mit den hier gewöhnlich vorkommenden Geschwindigkeiten ihre Arbeit verrichten, wodurch Zwischenübertragungen und durch diese entstehende Arbeitsverluste vollständig in Wegfall kommen.

Es können ferner bei diesen Maschinen die mit dem Nichtöffnen der Ablasshähne gewöhnlicher Maschinen, verknüpften Uebelstände keineswegs eintreten, da sich hinter dem Kolben derselben niemals ein geschlossener Raum befindet; auch kann das Ablassen von Condenswasser aus dem Cylinder, ohne dass Unfälle zu befürchten sind, erst nach dem Ingangsetzen der Maschine vorgenommen werden.

Der einzige Uebelstand, welcher den Maschinen anhaftet, besteht darin, dass dieselben nicht schnell genug zum Stillstande gebracht werden können; eine zu heftige Unterbrechung der Bewegung führt sehr leicht eine Verdrehung oder Zerstörung der Gleitschuhe herbei, was bedeutende Betriebsstörungen im Gefolge haben kann; um dieses zu verhüten, hat man das Einströmventil durch eine Schraube verstellbar angeordnet, so dass nur ein allmähliches Schliessen desselben möglich ist.

Die Dampfmaschine lässt sich schliesslich durch einfache Hinzufügung eines Mischapparates und Zünders auch in eine Gasmaschine umwandeln, welche bei jeder Wellenumdrehung zwei Antriebe gibt; diesbezügliche Versuche sind noch nicht zu Ende geführt.

Der vorstehend beschriebene eincylindrige Motor läuft mit einer Geschwindigkeit bis zu 4000 Umdrehungen in der Minute; der vortheilhafteste Betrieb ergibt sich indess nach praktischen Erfahrungen, wenn der Motor innerhalb der Grenzen von 500 bis 1500 Umdrehungen seine Arbeit verrichtet.

Nicht nur bietet die Aufstellung und der Abbruch des Motors keinerlei Schwierigkeit, sondern es kann auch jeder einigermaassen befähigte Maschinist leichtere Reparaturen vornehmen und nach Bedürfniss Einzeltheile desselben ersetzen.

P. Sartre hat die Maschine in verschiedenen Ausführungen anfertigen lassen, und es dürfte noch von Interesse sein, anzuführen, dass das kleinste Modell eines derartigen Motors, welcher mit einer Geschwindigkeit von 900 minutlichen Umdrehungen mittels Riemen einen mit 4500 Touren laufenden Schmiedeventilator betreibt, der hierzu eine Leistung von 1,5 erfordert, noch nicht 16 k wiegt und ein 14 k schweres Schwungrad trägt.

Die Maschinen werden mit oder ohne Dampfmantel und für dieselbe Umlaufbewegung oder, wie bereits bemerkt, auch mit Umsteuerungsvorrichtung angefertigt.

Fr.

C. Vogt's Kohlenwalzenmikrophon mit Tragmagnet.

Mit Abbildungen.

Vor kurzem hat C. Vogt in Posen ein Kohlenwalzenmikrophon zur Patentirung angemeldet, bei welchem zur Vermeidung der Zapfenreibung die in ihrem mittleren Theile mit Eisen umkleideten Kohlenwalzen in einer ihrer Schwere entgegengesetzt wirkenden Richtung und ohne unmittelbare Berührung durch Magnete von ihren Lagerstellen abgehoben werden. Der Tragmagnet besteht aus zwei hufeisenförmigen Magneten m und m1 (Fig. 1 und 2), an deren Polen sich zwei Polschuhe p befinden. Dieser Doppelhufeisenmagnet mit seinen beiden Polschuhen lässt sich mittels der beiden Schrauben s, s näher an die Kohlenwalzen kf des Mikrophones heranbringen oder von denselben entfernen. Die Mikrophon walzen sind in ihrer Mitte mit einer Eisenhülle bekleidet und dadurch unter den beständigen Einfluss der Magnetpole gestellt, welche ihnen gegenüber angeordnet sind. Durch das Nähern oder Entfernen des Tragmagnetes mittels der Schrauben s, s werden die Kohlenwalzen der Justirung entsprechend in ihren Lagern emporgehoben.

Textabbildung Bd. 282, S. 158
Da nun der Tragmagnet vermöge seiner Verstellbarkeit eine Anhebung der Kohlenwalzen in deren Lagern ohne Berührung, von dem feinsten bis zu dem stärksten Grade zulässt, so zeichnet sich dieses Mikrophon vor anderen dadurch aus, dass man 1) den Kohlenwalzen, ohne mechanische Berührung, eine schwebende, aber unverrückbare, von Temperatur- und Witterungseinflüssen unabhängige Lage geben und 2) die Walzen zapfen in eine denkbar schwächste Anlehnung an die Kohlenbalken bringen kann, was zur Folge hat, dass der Kohlenruss zwischen den Kohlencontacten unmöglich verbleiben kann; ferner bleibt 3) die Membran gänzlich unberührt und wird demgemäss in ihren Schwingungen nicht beeinträchtigt, so dass selbst Zischlaute von derselben aufgefangen werden.

Elektrische Bogenlampe der Société Japy Frères.

Mit Abbildung.

Textabbildung Bd. 282, S. 158
Die unter Nr. 7540 vom 14. Mai 1890 in England für die Société Japy Frères et Co. in Paris patentirte Einrichtung eignet sich für Nebenschlusslampen und Differentiallampen, für Gleichstrom und für Wechselströme. Die beigegebene Abbildung zeigt, zum Theil im Schnitt, eine solche elektrische Bogenlampe mit unveränderlichem Brennpunkt. A ist ein von dem Rade B getriebenes Räderwerk mit Ankerhemmung. Ueber das Rad B ist eine Kette C gelegt, welche an dem einen Ende mit dem oberen Kohlenhalter verbunden ist und an dem anderen Ende mittels der gegen den unteren Halter isolirten Stange D den unteren Kohlenhalter trägt. Der obere Halter ist schwerer als der untere und strebt daher den unteren emporzuziehen und setzt das Räderwerk in Bewegung, sobald die Ankerhemmung durch die Wirkung des Stromes frei gegeben wird. Ein Elektromagnet E wirkt auf seinen Anker F, welcher einen Theil des unteren Halters bildet; so entfernt der Anker die Kohlen von einander und lässt den Lichtbogen entstehen.