Text-Bild-Ansicht Band 282

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angegeben sein, vor allen Dingen muss die Geschwindigkeit des Luftstromes dabei berücksichtigt werden. Bei weitem verwickelter sind die Verhältnisse mit Gasgemischen, wie sie sich thatsächlich in Gruben finden. Zwei durch Grubenbrand verdorbene Luftarten enthielten: Sauerstoff 15,9 und 11,9 Proc., Kohlensäure 2,6 und 5,4 Proc., Stickstoff 81,5 und 82,7 Proc. Die Geschwindigkeit für beide betrug 70 cbm in der Minute bei 3 qm Querschnitt der Strecke (0,4 m in der Secunde); in beiden Luftarten erloschen Lichter sogleich. Wollte man hier nur den Kohlensäuregehalt in Betracht ziehen, so wäre nicht zu begreifen, wie die Flamme erlöschen kann; aber das Verhältniss des Sauerstoffes zu den Irrespirabilien beträgt im ersten Fall 1 : 5,3, im anderen Fall sogar 1 : 7,4, also weit ungünstiger als irgend ein für bewegte Luftgemische aufgefundenes Verhältniss. (Zeitschrift für Berg-, Hütten -und Salinenwesen im preussischen Staate, 1887 Bd. 35 S. 55.)

Vergleichende Versuche mit Steinkohlen- und Wassergas von D. Coglievina.

Verf. war veranlasst, Versuche über die Verwendbarkeit der üblichen Kochapparate mit Wassergas anzustellen; er begann des Vergleichs wegen damit, deren Nutzeffect mit Steinkohlengas zu messen. In Verwendung kamen: 1) drei Kocher mit zwei Flammenreihen, französischen Modellen nachgebildet, 2) Kocher Nr. 14, 15 und 16 aus der Centralwerkstatt der deutschen Continental-Gasgesellschaft in Dessau und 3) ein Kochapparat mit dreieckförmiger Schlitzöffnung, österreichischen Ursprunges. Zu jedem Versuche diente unter denselben Verhältnissen 1 l Wasser bei 14° C. Zimmertemperatur und 20 mm Gasdruck. Bei Steinkohlengas war es möglich,

mittels des besten französischen Kochers 16,90 c
Dessauer 18,80 c
österreichischen 14,28 c
––––––
im Mittel 16,66 c in der
Minute zu entwickeln; oder
mittels des besten französischen Kochers 2186 c
Dessauer 2384,6 c
österreichischen 2093,0 c
––––––
im Mittel 2221,2 c auf das
Cubikmeter Gas.

Nimmt man den theoretischen Heizeffect von 1 cbm Steinkohlengas zu 5150 c an, so ergibt sich ein Nutzeffect von 43,13 Proc. im Mittel.

Für Wassergas war es nöthig, die Querschnitte der einzelnen Gaszuführungsdüsen zu erweitern, bis dieselben den Flammenöffnungen gegenüber in ein richtiges Verhäitniss gebracht waren, um eine vollständige Verbrennung zu erzielen. Die Lufteinströmungsöffnungen mussten dicht geschlossen werden, um Zurückschlagen zu verhüten, der Gasdruck wurde auf 60 mm Wassersäule erhöht.

Es war möglich, bei Benutzung von Wassergas

mittels des besten französischen Kochers 12,13 c
Dessauer 13,14 c
österreichischen 10,00 c
––––––
im Mittel 11,76 c in der
Minute nutzbar zu machen; oder
mittels des besten französischen Kochers 942,0 c
Dessauer 1081,4 c
österreichischen 1036,4 c
––––––
im Mittel 1019,9 c auf das
Cubikmeter Gas.

Den theoretischen Heizwerth von 1 cbm Wassergas zu 2813 c angenommen, ergibt sich im Mittel ein Nutzeffect von 36,25 Proc.

Die üblichen Kochapparate leiden alle an dem Uebelstande, dass sie eine gleich massige Ausbreitung der Flammen über den Boden des Kochgefässes nicht gestatten, sondern dieselbe bloss an einzelnen Stellen voll zur Wirkung gelangen lassen. Für die zweckdienliche Construction eines sowohl für Steinkohlengas als auch Wassergas verwendbaren Kochers wären hinsichtlich der Grösse des angestrebten Heizeffectes die darauf Bezug habenden Dimensionen des Dessauer Brenners Nr. 14, in Bezug auf Beschleunigung der Leistung die darauf Einfluss übenden Maasse des Dessauer Kochers Nr. 15 zu Grunde zu legen. (Journal für Gasbeleuchtung, 1891 Bd. 34 S. 334.)

Eine Bemerkung zum Photometriren mit der Amylacetatlampe von A. Voller.

Bei den Untersuchungen über die Leuchtkraft der Hefnerlampe fanden verschiedene Beobachter ziemlich verschiedene Resultate und schreibt Verf. diese Unterschiede dem Brennmaterial zu. Bei der Photometrirung von Glühlampen benutzt Verf. als Zwischenlichtquelle eine Erdöllampe von constanter Flammenhöhe, die vor und nach jeder Messungsreihe mit der Hefnerlampe gemessen wird. Bei einer Reihe von Versuchen war das Amylacetat neu bezogen worden; es brannte merklich dunkler als sonst und einige Messungen ergaben, dass die Lampe kaum die Hälfte Leuchtkraft einer englischen oder deutschen Normalkerze besass. Einziehen eines neuen Dochtes änderte nichts, und es blieb nichts übrig, als an eine Verunreinigung des Brennstoffes zu denken. Der Siedepunkt des reinen Amylacetats soll 138° C, das spec. Gewicht 0,88 sein; ein Sieden trat aber schon bei 80° ein und das spec. Gewicht war 0,84. Eine Notiz in Roscoe-Schorlemmer's Lehrbuch der organischen Chemie, Bd. 3 S. 545, machte aufmerksam, dass für den Handel Mischungen des reinen Amylacetats mit feinem Sprit und etwas Essigäther hergestellt werden. Solche Mischungen werden als Birnäther, Birnessenz für die Parfümerie und Conditorei fabrikmässig erzeugt. Eine Anfrage bei der Bezugsquelle ergab, dass diese alkoholischen Mischungen auch kurzweg als „Amylacetat“ verkauft würden.

Verf. hält es für angezeigt, in jedem Falle die Reinheit des Materials zu untersuchen, und zwar am besten durch Ermittelung des Siedepunktes, der 138° C. sein soll gegen 78° C. bei absolutem Alkohol. Die Bestimmung des specifischen Gewichtes ist weniger zu empfehlen, weil die Unterschiede der beiden Substanzen und der Mischungen zu gering sind, um Beimengungen erkennen zu lassen. (Elektrotechnische Zeitschrift, 1891 Bd. 12 S. 122.)

Ueber das Verhalten von verunreinigtem Brennstoff in der Amylacetatlampe von F. v. Hefner-Alteneck.

Nachdem in letzter Zeit Bedenken über den Einfluss verunreinigender Bestandtheile des Amylacetats auf die Leuchtkraft der Lampe laut geworden sind, wurden absichtlich verunreinigte Proben, wie sie im Handel vorkommen könnten, der Untersuchung unterzogen. Es wurde zunächst versucht, ob durch den veränderten Consum eine Verunreinigung nachgewiesen werden könne; es ist aber nicht leicht, den Verbrauch an Brennmaterial bei normaler