Text-Bild-Ansicht Band 282

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Flammenhöhe festzustellen. Einerseits ist die Wägung der brennenden Lampe unsicher, andererseits steigt die Flamme nach dem Anzünden nur langsam zur normalen Höhe auf. Um also für eine Gewichtsbestimmung des Verbrauches an Brennstoff ein brauchbares Maass zu gewinnen, führt Verf. nicht den Consum bei normaler Flammenhöhe, sondern bei Einstellung der Flamme auf diese Höhe in der ersten halben Stunde nach dem Anzünden ein. Dieser Consum ist etwas kleiner als ersterer. Eine Lampe wird gefüllt, an einem von Luftbewegungen freien Orte angezündet, auf normale Brennhöhe regulirt und 15 Minuten gebrannt, so dass in der Einstellung Sicherheit eingetreten ist. Dann wird die Lampe gelöscht und auf einer Wage genau tarirt, an dem gleichen Orte wie vorher ohne Aenderung der Einstellung entzündet. Nach genau einer halben Stunde wird ausgelöscht und wieder durch Zulegen von Gewichten zur Wage ins Gleichgewicht gebracht. Während des Brennens beobachtet man die Flamme, ob sie, ungefähr von der fünften Minute an, auf normaler Höhe brennt. – Für die Einstellung der Flammenhöhe gilt die Regel, dass der helle Kern der Flamme von unten an das Visir anspielen soll; man kann in diesem Falle noch einen leisen Schimmer von der Spitze des halbleuchtenden Saumes, etwa bis 0,5 mm über dem Visir, erkennen. Jede Ausbiegung der Flamme verkürzt ihre Länge.

Die untersuchten Mischungen zeigten folgende Eigenschaften; dabei sei bemerkt, dass Probe III den Zusatz von Alkohol und Ricinusöl erfuhr, um gleiches specifisches Gewicht wie bei VI, reiner Substanz, herzustellen:




Zusammen-
setzung
Amylacetat 80 G.-Proc.
Fuselöl 20 „
Amylacetat 98 G.-Proc.
Diamylen 2 „
Amylacetat 91 G.-Proc.
Alkohol 5 „
Ricinusö l 4 „
Amylacetat 80 G.-Proc.
Isobutylacetat 10 „
Amylalkohol 10 „
Amylacetat 50 G.-Proc.
Alkohol 50 „
Amylacetat rein
Specifisches Gewicht
bei 15° C

0,8645

0,8725

0,8745

0,869

0,8408

0,8735
Siedepunkt mit Rück-
flusskühler, Grad C

106,5

139,5

120

133

81

139,5
Consum ½ Stunde
nach dem Anzün-
den, g


4,98


4,62


4,94


4,64


6,46


4,659
Abweichung vom
normalen Consum,
Proc.


+ 6,9


– 0,8


+ 6,0

– 0,4


+ 39


Abweichung der
Leuchtkraft, Proc.

– 2


–*

+ 0,4

– 40**

* unsicher, weil Docht fortwährend höher geschraubt werden musste, bis 2,5 mm über normaler Stellung.

** Flamme zuckt stark.

Sämmtliche Proben wurden auch fractionirt destillirt und die verunreinigten ausser II so deutlich erkannt. Das Ergebniss der Untersuchung ist folgendes: Aus der Prüfung der Probe I, II und IV wird bestätigt, dass die Lichteinheit der Amylacetatlampen gegen die am häufigsten vorkommenden Beimischungen des Amylacetats für praktische Zwecke hinreichend unempfindlich ist. Mit Beimischungen, die einen erheblichen Unterschied in der Leuchtkraft verursachen, ist auch eine bedeutende Aenderung des Consums an Brennstoff verbunden. Es kann jedoch eine verminderte Leuchtkraft mit einem vermehrten Consum verbunden sein und umgekehrt. Der normale Consum in der ersten halben Stunde nach dem Anzünden, obiger Vorschrift entsprechend gemessen, beträgt 4,66 g. Die Bestimmung des Consums bietet neben dem specifischen Gewicht und Siedepunktsbestimmungen ein Erkennungszeichen für die Anwesenheit von Beimengungen. Die stärker verunreinigten Proben I, III und V sind schon am Gerüche leicht kenntlich, IV beim Vergleiche mit reinem Amylacetat. (Journal für Gasbeleuchtung, 1891 Bd. 34 S. 349.)

Verstopfung eines trockenen Gasmessers von E. Baumert.

Ein fünfflammiger Gasmesser versagte den Dienst und wurde deshalb geöffnet; ein graubraunes mehlfeines Pulver von etwa 0,5 k Gewicht bedeckte alle Metalltheile und Bälge, füllte auch den Boden der Kammern aus, so dass der Gasmesser nicht mehr anzeigen konnte. Die Untersuchung des Pulvers ergab 12,6 Proc. in Aether lösliche Stoffe, Kohlenwasserstoffe, 5,6 Proc. hauptsächlich Schwefel, in Schwefelkohlenstoff löslich; 36,5 Proc. beim Glühen flüchtige Ammoniakverbindungen, Cyanverbindungen, 45,3 Proc. mineralische Substanzen. Letztere bestanden aus 29,60 Proc. Eisenoxyd, 6,57 Proc. Sand, 1,63 Proc. gebundene Schwefelsäure, 3,60 Proc. Bleioxyd, 3,70 Proc. Zinnoxyd, 0,20 Proc. Kupferoxyd. Verf. glaubt, dass das durch den Gasmesser gegangene Gas schlecht gereinigt gewesen sei. (Journal für Gasbeleuchtung, 1891 Bd. 34 S. 7.)

Lademaschine von Runge. D. R. P. Nr. 48109 Kl. 26. (Fig. 1 bis 4.)

Textabbildung Bd. 282, S. 164
Dieselbe ermöglicht es, die gefüllte Mulde leicht auf die Höhen der verschiedenen Retorten zu bringen, lässt auch das Einbringen der Mulde in die Retorte, das Entleeren und Herausbringen auf so einfache Weise bewerkstelligen, dass ein Arbeiter im Stande ist, die erforderliche Arbeit zu leisten. Die Mulde fasst 150 bis 160 k Kohlen, die Retorte wird also auf einmal gefüllt; das Füllen dauert vom Einschieben bis zum Schliessen des Deckels nur 35 Secunden.