Text-Bild-Ansicht Band 282

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stellen. Will man eine beliebige Strecke eines Gasrohres auf seine Dichtigkeit probiren, so wird man zunächst auf dieser zu untersuchenden Strecke sämmtliche Hähne der Gasuhren u. dgl. zu schliessen haben, damit keine Gasabgabe während des Versuches stattfinden kann. Man fülle die zwei nächstliegenden Siphons mit Wasser, und zwar bis zur Unterkante des Hauptgasrohres; auf diese Weise wird die Gaszuströmung abgeschnitten, man verbinde dann die Gasaufsteigröhren f und f1 durch eine eingeschaltete Experimentirgasuhr. Man wird dann in wenigen Minuten den Verlust des Gasrohres direct an der Uhr ablesen können. Nach Beendigung dieses Versuches pumpt man das Wasser aus dem Siphon wieder heraus, nimmt die Experimentiruhr wieder fort und schliesst die beiden Gasaufsteigröhren. – Man kann auf diese Weise bestimmte Rohrnetze jährlich probiren und so ein Bild über den Gasverlust erhalten. In der Regel schaltet man an grossen Gasröhren Gasschieber ein, um Reparaturen an den Rohren ausführen zu können. Diese Schieber sind aber meist nur dicht, solange sie neu sind, ausserdem auch nicht immer gangbar zu halten. Man umgeht sie bei Anwendung der Siphons Gibault ganz, indem man diese mit Wasser füllt. – Um zu verhindern, dass der Siphon sich von selbst mit Wasser auffüllt und abschliesst, ist es vortheilhaft, die nächste Laterne einige Centimeter unter der Unterkante der Scheidewand abzunehmen. Der Laternenanzünder weiss dann sofort, wenn der Siphon gefüllt ist, so dass durch Auspumpen geholfen werden kann. Ein kleiner Nachtheil des Siphons ist der, dass durch die Scheidewand, welche das Gas zwingt, einen U-förmigen Weg zurückzulegen, einige Millimeter Druck verloren gehen. Diesem Uebelstande, der sich aber nur zeigt, wo die Gasabgabe sehr gross und die Schnelligkeit des Gases eine dementsprechende ist, kann dadurch abgeholfen werden, dass man dem Wasseransammler grössere Dimensionen gibt. (Journal für Gasbeleuchtung, 1890 Bd. 33 S. 600.)

Textabbildung Bd. 282, S. 167

Apparat zur Erhöhung des Gasdruckes von W. Parkinson. und Co. in London.

In gegen die Gasanstalt niedrig gelegenen Gegenden ist häufig der Gasdruck sehr gering. Mittels Parkinson's Gasuhr lässt sich derselbe in der Hausleitung beliebig vergrössern; ein am Flaschenzuge hängendes Gewicht dreht die Trommel der Uhr durch Räderübersetzung vorwärts, so dass Gas aus der Leitung gesaugt und vorwärts gedrückt wird zu den Verbrauchsstellen. Der Apparat bleibt mehrere Stunden in Thätigkeit, wenn nur das Gewicht tief genug sinken kann; ausgeführt ist derselbe in Grössen von 5 bis 200 Flammen. Der Apparat ist u.a. in Thätigkeit bei der Tower Subway Co. in London im Themse-Tunnel, sowie bei tief liegenden Consumenten der Gasanstalt Cork, und zwar mit gutem Erfolge.

Untersuchung der Standardwäscher auf dem Gaswerke in Elberfeld von S. Bueb.

Verfasser untersuchte zwei Standardwäscher für je 18000 cbm Maximalproduction in 24 Stunden auf ihre Wirkungsweise in Bezug auf Aufnahme des Ammoniaks aus dem Rohgase. Das Gas gelangt aus der Vorlage, in welcher bei ⅔ des Betriebes die Tauchung aufgehoben ist, in Kühler, durch die Exhaustoren und den Drory'schen Theerwäscher nach den Standard Wäschern. Die Gesammtproduction an Gas (30000 cbm) wurde I. durch zwei Wäscher, dann II. durch einen, darauf die Maximalleistung an Gas, für welche dieselben gebaut sind, 18000 cbm, III. durch einen Wäscher geleitet. Es wurde ohne Rücksicht auf die Stärke des producirten Gaswassers nur auf möglichst vollständige Entfernung des Ammoniaks gearbeitet.

Die erhaltenen Resultate sind folgende:

I.
30000 cbm Pro-
duction. Beide
Wäscher im Be-
trieb
II.
30000 cbm Pro-
duction Ein
Wäscher allein
im Betrieb
III.
18000 cbm Durch-
lass. Ein
Wäscher allein
im Betrieb
A B A B A B
Gasdurchlass in
24 Stunden, cbm

30000

30000

30000

30000

18000

18000
Ammoniakgehalt
vor dem Waschen

525

530

520

535,5

500

506
nach „ „ 1,91 4,5 2,84 12,0 3,03 7,6
(g in 100 cbm)
Gewonnenes Ammo-
niak, Proc.

99,6

99,2

99,4

97,7

99,2

98,5
Stärke des ablaufen-
den Ammoniak-
wassers, Grad B


1,2


2,8


1,2


2,8


2,7


3,8
Gehalt des Abwassers
an Ammoniak, g in
1 l


10,1


23,97


10,14


22,8


20,4


28,1
Druck widerstand in
mm Wassersäule

6

6

20

20

4

4

Bei normalem Betriebe, d. i. Theilung der 30000 cbm auf zwei Wäscher, s. I., war die Stärke und der Gehalt des Wassers. in den einzelnen Kammern des Wäschers wie folgt:

Kammer: 1 2 3 4 5 6 7
Stärke des Wassers in
Grad B

2,8

2,0

1,6

1,2

0,8

0,5

0,3
Gehalt des Ammoniak-
wassers, g in 1 l

23,97

17,59

12,49

8,50

5,44

3,23

1,17

Das aus dem Wascher hierbei ablaufende Wasser von 2,8° B. enthielt:

Gesammt-Ammoniak 2,397 Proc.
Davon flüchtig 2,363
Nicht flüchtig 0,034
Kohlensäure 2,090
Gesammt-Schwefel 1,200
Chlor 0,054
Sulfate Spur

Auf 100 cbm Gas sind erforderlich 29,1 l Wasser, welche beim Ablaufen enthalten 525,5 g Ammoniak,