Text-Bild-Ansicht Band 282

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C. M. Conradson's Schleifmaschine für Dreh- und Hobelstähle.

Die Gisholt Machine Comp. in Madison, Wisc., baut nach American Machinist, 1891 Bd. 14 Nr. 23 * S. 1, diese Universal-Werkzeugschleifmaschine, welche in den Fig. 2 bis 5 dargestellt ist.

In angegossenen Lagern des hohlen Standfusses läuft die Schleifradspindel und treibt eine Kreiselpumpe zur Wasserförderung für das Nassschleifen, welche am unteren Sammelkasten angebracht ist.

Das Schleifrad hat eine hohle Kegelstumpfform (Fig. 3) und ist durch einen stellbaren Helm, welcher bloss an der rechten Seite eine Fensteröffnung für den Angriff besitzt, vollständig abgeschlossen.

Textabbildung Bd. 282, S. 170
Um einen an dem Standfuss befestigten, wagerecht vorragenden Zapfen ist ein wannenartiges Gefäss vermöge eines Handhebels in Schwingung leicht zu versetzen, während das ganze Gefäss durch eine Handradschraube in axialer Richtung am Zapfen verlegt werden kann. In dieser Wanne ist nun ein universalbewegliches Stellwerk für die abzuschärfenden Schneidstähle angebracht.

Dieser wichtigste Bestandtheil der Schleifmaschine besteht aus einem Gabellager a (Fig. 4 und 5), in welchem zwischen Spitzen b ein Mittelstück c in Winkellagen bis 30° über und unter der Wagerechten eingestellt werden kann, wozu die durch einen eingetheilten Bogenschlitz d gehende Spannschraube e dient.

In der zur Kreisbogenschiene f mittelpunktsmässigen Nabe ist ferner das Winkelstück g drehbar, welches in einem cylindrischen Auge h endigt, welches wieder ein mit vier Griffen und Kreistheilung versehenes Drehstück i hält, in dem das um Zapfen k schwingende Stahlhaltergehäuse l liegt. Diese letzte Einstellung wird durch die Schlitzbogenschraube m bewerkstelligt, während die Grösse der Winkelverdrehung am Bogen n abgelesen werden kann. Ausserdem wird noch am Stahlhaltergehäuse l ein Fühlhebel o (Fig. 2) angesetzt, welcher während des Schleifens seitlich abgedreht wird.

Mit diesen Einrichtungen wird ermöglicht, der Schleiffläche des Schneidstahls jede gewünschte Winkellage zu geben.

Geschliffen wird hauptsächlich mit der Stirnfläche des Schleifrades, indem man mit dem in Fig. 2 nicht sichtbaren Handhebel die Wanne sammt dem entsprechend eingestellten Schneidstahl in Schwingung versetzt bezieh. beim Anschleifen runder Schneiden das Winkelstück g um die Achse des Mittelstückes dreht. Eingestellt wird der einmal eingespannte Schneidstahl nach der jeweilig abzuschleifenden Schneidkante, indem

1) die eigentliche Spannvorrichtung um die Achse k und nach der Bogentheilung n (von 0 bis 60°) derart verdreht wird, dass für einen geraden Stahl die Mittelstellung 30° gilt, während für einen rechts schneidenden und nach links abgekröpften Schneidstahl die Nullstellung (0°) angenommen ist;

2) im Vertikalkreis i sind Drehverstellungen nach dem vollen Kreisumfange, also von 0 bis 360° für rechte und linke Seitenschneiden möglich, ebenso kann

Textabbildung Bd. 282, S. 170
3) das Winkelstück q im wagerechten Kreise f Einstellungen von 0 bis 180° nach links und von 0 bezieh. 360 bis 310° nach rechts erhalten;

4) die dem Anstellwinkel entsprechende Schräglage der Kreisebene f wird durch den Bogenschlitz d bestimmt, dessen Nullpunkt unten liegt, während die Mittelstellung mit 15° bezeichnet ist.

Hat sich ein in diesem Schleif werk zugeschärfter Schneidstahl für eine gewisse Bearbeitung bewährt, und sind die hierbei eingehaltenen Einstellungen aufgezeichnet worden, so kann nach diesen Winkelaufzeichnungen ein zweiter Schneidstahl genau dem bewährten nachgebildet werden.

Es entsteht hierdurch der grosse Vortheil, dass der an der Schleifmaschine thätige Arbeiter nach bestimmter Angabe die gewünschten Schneidwerkzeuge zuschärfen kann. Soll beispielsweise der Drehstahl Fig. 6 an allen vier Schneidflächen (A bis D) angeschliffen werden, so sind folgende Winkellagen einzuhalten.

Stahlhalter
n
Vertikal-
kreis i
Horizontal-
kreis f
Anstellung
d
Seitenfläche A 60° 182° 15°
Seitenfläche B 60° 358° 15°
Stirnfläche C 60° 90° 25°
Kopffläche D 60° 87° 350° 15°