Text-Bild-Ansicht Band 282

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von einem Excenter um ungefähr 150 mm auf- und abwärts bewegten Stange K sitzen, die Bandlagen im Topfe T niederdrücken. Auf der Mittelstange t derselben ist eine Holzscheibe t1 verschiebbar, auf welche das Band gelegt wird und welche mit der zunehmenden Topffüllung niedergedrückt wird. Der Topfmantel ist zweitheilig und aufklappbar, so dass, wenn der Topf voll ist, man mit der Stange t und dem unten sitzenden Boden t1 nach Oeffnen des Topfes die ganze Füllung leicht herausnehmen und so der nächsten Maschine vorsetzen kann. Es wird somit wesentlich an den leicht zerstörbaren und viel Platz beanspruchenden Blechtöpfen gespart. Eine solche Streckbank war 1889 in Paris von J. F. Grün in Gebweiler i. E. und Lure in Frankreich im Betriebe ausgestellt.

3) Imbs' neueste Ausführung seiner Kämmaschine für Baumwolle (Fig. 7 bis 17).

Textabbildung Bd. 282, S. 177
Textabbildung Bd. 282, S. 177
Die Imbs'sche Kämmaschine hat seit ihrer ersten Ausführungsform6) viele Abänderungen erfahren, wofür die grosse Anzahl der darauf ertheilten Patente (vgl. D. R. P. Nr. 6082, 6282, 7056, 8891, 10062, 165307), 19358, 264018) und 52987) spricht. Auch die in Paris 1889 von dem vorher genannten Grün, dem Erbauer, im Betriebe vorgeführte Ausführung9) ist bereits wieder verbessert worden und hat die Maschine jetzt die durch Fig. 7 veranschaulichte Zusammensetzung. Beibehalten ist bei diesen verschiedenen Ausführungen stets der Imbs'sche Grundgedanke, das zwischen zwei Zangen, der Speise- und der Abreisszange, arbeitende Kämm Werkzeug. Als letzteres ist in den neueren Anordnungen eine Nadelwalze von kleinem Durchmesser beibehalten und die Kämmung so durchgeführt, dass dieselbe von dieser Walze allein ohne Zuhilfenahme von Vorstechkämmen ausgeführt wird, in der Weise, dass die einzelnen Faserbärte von beiden Enden nach einander von dieser Walze gekämmt werden. Die drei Arbeitswerkzeuge der Kämmmaschine, die Speisezange S, die Abreisszange A und die Kämmwalze K, führen eine Bewegung gegen einander aus, deren Zusammenhang aus den Bewegungsdiagrammen Fig. 8 besonders deutlich wird. Stehen die beiden Zangen am nächsten, so wird zwischen dieselben ein Baumwollwattenstreifen gelegt, welcher dann durch Auseinandergehen der Zangen zertrennt wird, während gleichzeitig die hoch kommende Walze K beide Enden rein kämmt. Während dann die Kämmwalze wieder niedergeht, um durch die Bürste B vom Kämmling befreit zu werden, wird der an der Abreisszange hängende Faserbart in diese hinein- und fortgeführt, die Zangen nähern sich hierauf und die Abreisszange erfasst den an der Speisezange vorhängenden Faserbart. Beim darauffolgenden Auseinandergehen der Zangen wird aus der eine Weile offen gehaltenen Speisezange ein neuer Wattenstreifen herausgezogen und das Wattenstück nach Schliessung der Speisezange getrennt und beide Enden von der hoch gekommenen Kämmwalze rein gekämmt, worauf sich das Spiel in der beschriebenen Weise wiederholt.

Textabbildung Bd. 282, S. 177
6)

Vgl. Lohren, Kämmaschinen, Stuttgart 1875 * S. 173; Niess, Baumwollspinnerei, Weimar 1885, II. Auflage * S. 403. Weiter die 1878 in Paris ausgestellte Ausführung (1878 229 * 10).

7)

1884 253 * 313.

8)

1884 253 * 315.

9)

Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1890 * S. 512.