Text-Bild-Ansicht Band 282

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Aus den Linien in Fig. 8 erhält man ein klares Bild der gegenseitigen Bewegungen und findet man bei einem Verfolgen der einzelnen Linien in senkrechter Richtung die Stellungen der drei Werkzeuge in den verschiedenen Arbeitsabschnitten. Die veränderlichen Grössen in der gegenseitigen Bewegung der beiden Zangen werden durch die jeweilige Faserlänge der zu kämmenden Baumwolle bestimmt. Ist diese Faserlänge kürzer, so muss zum Erfassen des aus der Speisezange hervorzuziehenden frischen Wattestreifens die Abreisszange enger an die Speisezange zu stehen, die Zangen also näher an einander kommen. Im Uebrigen wird der durch die Diagramme dargestellte Arbeitsvorgang keiner weiteren Erklärung bedürfen.

Fig. 9 macht die Construction der Arbeitswerkzeuge klar. Man sieht daraus, dass die Speisezange S aus dem Untertheile M und drei Obertheilen besteht. Das Untertheil ist mit einem Tuchstreifen und darüber mit Gummi belegt. Auf dem Untertheile liegen die geriffelten Obertheile G und L auf; das dritte Obertheil P hat nur den Zweck, den beiden ersteren die Bewegung zu ertheilen, die Zange also zu öffnen und zu schliessen. Das Theil L dient zum eigentlichen Festhalten der Baumwollwatte und wird nur während der Speisung auf etwa 5 mm ausgehoben. Die Pressung zum Festhalten vermitteln dabei die kräftigen nachstellbaren Federn F. Das Obertheil G hält den Faserbart während der Auskämmung fest und gibt während des Ausziehens der frischen Speisung einen sanften, nur durch das Eigengewicht bedingten Druck, um das Ausziehen langer, etwa noch von beiden Zangen gefasster Fasern zu gestatten und einem Zerreissen derselben vorzubeugen. Dies wird erreicht, indem das Theil G seine Pressung gegen das Untertheil M nur durch Vermittelung des Theiles P erhält, indem dieses auf den unteren Lappen von G presst. Beim Ausheben von P wird also G frei und kann sich senkrecht etwas bewegen, weil zwischen den Knaggen p von G, gegen welche P beim Hochgehen stösst, um die Zange zu öffnen, etwas Spielraum ist.

Textabbildung Bd. 282, S. 178
Der Mechanismus zur Bewegung von P ist aus Fig. 10 ersichtlich. Von der Curvenscheibe C wird mittels des Hebels H eine Welle gedreht, an welcher die Hebel k sitzen, die unter die Rollen g1 greifen. Die Rollen g1 sitzen an Stangen, an welchen das Theil P angehängt ist, so dass dasselbe von den Hebeln h ausgehoben und die Zange geöffnet wird. Beim Zurückgehen der Hebel h werden die Rollen g1 wieder frei und die Federn f auf den Rollenstangen schliessen die Zange.

Aus Fig. 9 ist zu entnehmen, dass das Obertheil P durch Hebel E parallel geführt wird und dass P mittels der sich auf dasselbe legenden Hebel E1 auf das Obertheil L einwirkt und dasselbe aushebt, indem an diesen Hebeln E1 das Theil L angehängt ist.

Fig. 10 macht auch den Mechanismus zur Vor- und Rückwärtsbewegung der Speisezange deutlich. Die Curvenscheibe C1 wirkt auf den Doppelhebel H1 ein, welcher mittels der Stangen s das Untertheil M mit den Führungen für die Obertheile wagerecht hinschiebt. Den Rückgang bewirken die Federn f1, welche mit Winkelhebeln gegen Anschläge a an den Stangen s fassen.

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Der Mechanismus zur senkrechten Aufwärtsbewegung der Kämmwalze K ist aus Fig. 11 ersichtlich. Die Curvenscheibe C3 wirkt auf den Hebel H3 ein, an welchen mittels der Hebel h3 der Lagerträger für die Kämm walze K angehängt ist. Den Niedergang der Kämmwalze bewirkt die Feder f3 (Fig. 7). In der unteren Stellung wird die Kämmwalze von dem aufgenommenen Kämmling befreit, indem die Walzenbürste B denselben auf die Kratzenwalze D (Fig. 9) überträgt; von letzterer wird der Kämmling durch einen schwingenden Kamm abgestreift und fällt in einen darunter befindlichen Sammelkasten (vgl. Fig. 7). Die Kämmwalze, welche mit einer Geschwindigkeit von etwa 550 Umdrehungen in der Minute läuft, erhält ihre ununterbrochene Drehung von einer Scheibe M auf der Hauptwelle durch einen Riemen, welcher nach Fig. 12 mit Leitrollen geführt ist.

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Der Durchmesser der Kämmwalze ist von der Faserlänge der zu kämmenden Baumwolle abhängig; und wird die Walze entweder aus Messingrohrstücken, in welche Nadeln eingesetzt sind, zusammengesetzt, indem solche Rohrstücke auf eine Welle geschoben werden (vgl. Fig. 9), oder es werden auf die Welle sternförmige Kränze mit aufgelötheten Nadeln aufgeschoben (Fig. 13). Letztere Ausführung ist für ganz feine Daum wollen bestimmt, da sich durch Nebeneinanderlöthen feiner Nadeln eine grössere Dichtstellung der Nadeln erzielen lässt, als wenn dieselben in vorher gebohrte Löcher eingesetzt werden.

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Die Abreisszange A besteht nach Fig. 9 aus der Mulde T mit der fein geriffelten Walze c und dem auf den vorderen Muldenrand gepressten mit Leder versehenen Obertheil T1. Das Schliessen der Zange und den Druck zwischen den festhaltenden Flächen vermittelt nach Fig. 14 die auf dem Träger T2 wagerecht ausgespannte Feder f4, welche mittels der Winkelhebel e und der senkrechten Drücker c2 auf das Obertheil T1 wirkt.

Den Mechanismus zum Oeffnen der Zange veranschaulicht Fig. 15. Unter die an den Enden von T1 angebrachten Rollen g greifen die Hebel h1, welche von einer Daumen welle n ausgehoben werden. Aus Fig. 15 ist auch