Text-Bild-Ansicht Band 282

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seine Einschaltung aber erläutert Fig. 3. Es ist dabei das Vorhandensein von neun Sprechstellen im Netze angenommen.

Die Sprechstellen I, II.... IX sind durch neun Leitungen L mit neun Metallplatten P 1, 2.... 9 des Umschalters verbunden; auf diese Platten P kann der auf zwei Säulchen verschiebbare Schieber S eingestellt werden, welcher für gewöhnlich auf den isolirenden Theilen des Linienwählers steht. Von den Leitungen L sind neun Drähte l nach den neun Ruftastern T 1, 2.... 9 abgezweigt, welche nach Fig. 2 im Kreise im Sockel des Linienwählers angeordnet sind.

Textabbildung Bd. 282, S. 181
Beim Niederdrücken eines dieser Taster wird die Rufbatterie B in der zugehörigen Leitung lL und der gemeinschaftlichen Rückleitung R geschlossen und die Rufklingel der betreffenden Sprechstelle ertönt. Die Beantwortung des Rufes durch ein Rücksignal hat sich als nicht nöthig herausgestellt.

Textabbildung Bd. 282, S. 181
Nach Entsendung des Rufes schiebt der Rufende den Schieber S einfach auf die Platte P der gerufenen Sprechstelle, erfasst dann das Mikrotelephon M und nimmt es vom Haken H ab; dabei drückt seine Hand den am Griff des Mikrotelephons angebrachten federnden Taster t gegen seinen Contact und schliesst so einen Stromkreis d, d für die Batterie B, das Mikrophon M und die primäre Wickelung eines Inductors, dessen secundäre Rolle mittels des Schiebers S, einer der neun Leitungen L und des Rückleiters R zwischen das Telephon der Centralstelle und das der gerufenen Stelle eingeschaltet ist. Das Sprechen kann also jetzt sofort beginnen. Der Inductor ist in Fig. 3 nicht mit angegeben, die Spule mit jenen beiden Rollen ist im Sockel des hohlen Ständers untergebracht.

Die ganze Anordnung dieses Umschalters ermöglicht eine sehr bequeme Handhabung desselben. Derselbe lässt sich leicht auf Schreibtischen aufstellen und von einer Stelle des Zimmers zur anderen tragen. Die Leitungen L und R werden einfach zu einem Kabel vereinigt.

Ueber die Telephonanlagen in grossen Städten.

Von A. R. Bennett.

Mit Abbildung.

Im August 1891 hat zu Cardiff in einer Sitzung der British Association A. R. Bennett über die Ausführung von Telephonanlagen in grossen Städten gesprochen. Er hat da zunächst darauf hingewiesen, dass sich der günstige Einfluss niedriger Gebührensätze und eines flotten Dienstes auf die Erhöhung der Theilnehmerzahl besonders in Schottland erkennbar gemacht habe. In Manchester hätten z.B. die Erbauer eines neuen Vierecks von Geschäftshäusern jeden Geschäftsraum an das Netz der Mutual Telephone Company anschliessen lassen, ohne dafür etwas Besonderes von ihren Miethern zu verlangen. Bennett stellt als Forderungen für eine gute Telephonanlage in einer grossen Stadt hin: 1) Die Sprache muss laut und gleich gut sein, mag nur quer über die Strasse, oder 800 km weit gesprochen werden; störende Geräusche dürfen nicht zu hören sein; das Gesprochene muss völlig geheim gehalten sein. 2) Die Verbindungsmittel müssen so vollkommen sein; dass die Herstellung oder die Lösung einer Verbindung höchstens 8 bis 10 Secunden in Anspruch nimmt. 3) Die Gebühren dürfen die Mittel eines selbst kleinen Haushaltes und kleiner Ladeninhaber nicht übersteigen, also nicht über 160 M. fürs Jahr betragen. 4) Neue Theilnehmer müssen sich ohne jede Störung der vorhandenen Anlage an das Netz anschliessen lassen. Zur Erfüllung dieser Forderungen hält Bennett es für unabweislich, dass (wie dies das englische Postamt zuerst verlangt hat) das Netz aus Schleifenleitungen gebildet und aus diesen Elektromagnete und andere die Sprache dämpfende und entstellende Signalmittel fern gehalten werden, dass Mittel zur Ermöglichung eines augenblicklichen Sprechens zwischen einem Theilnehmer und der Telephonistin, oder einem anderen Theilnehmer beschafft und dass die Stadt in Bezirke mit Umschalteämtern eingetheilt werde, welche 1 Quadratmeile (2,5 qkm) an Fläche nicht überschreiten. Dazu müssten die Gesellschaften unbedingt mit dem Rechte, im Bedarfsfalle die Strassen aufzubrechen, ausgestattet werden, wie die Eisenbahn-, Strassenbahn- und andere Gesellschaften, und dürften nicht bloss auf den guten Willen der Grundbesitzer angewiesen bleiben; denn ohne einen solchen gesetzlichen Beistand könnten sie den in Zukunft an die